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Derzeit eine Baustelle: Die Ortsmitte Martinsried. Die Vorbereitungen für den Umbau laufen. Wenn die Arbeiten am Fernwärmenetz abgeschlossen sind, entsteht ein paar Meter hinter den beiden Arbeitern ein neues Ärztehaus.

Freiflächenkonzept für Ortsmitte

1,2 Millionen Euro für neuen Platz in Martinsried

Planegg - Die neue Ortsmitte Martinsried soll viele Ansprüche erfüllen. Jetzt gibt es ein erstes Konzept für die zentrale Freifläche. 

In der Ortsmitte Martinsried wird es ernst. Die Arbeiten für das Studentenwohnheim und das Ärztehaus haben begonnen. Und ab heute ist die Fraunhoferstraße da, wo sie parallel zur Röntgenstraße verläuft, endgültig für den Verkehr gesperrt (s. Meldung unten). Hier und auf der angrenzenden Grünfläche soll für 1,2 Millionen Euro ein zentraler Platz entstehen, an dem sich die Wege zwischen Wohn- und Gewerbegebieten, zwischen Campus und künftiger U-Bahn-Station kreuzen. Ein attraktiver Dreh- und Angelpunkt, der Kunden für die umliegenden Geschäfte anziehen und dem Ortsteil nach Jahrzehnten konzeptionslosen Wachstums endlich Struktur und Identität geben soll.

Der Blick über den geplanten Platz in der Ortsmitte. Dort, wo bald Fußgänger vor den neuen Läden flanieren sollen, verlief bisher die Fraunhoferstraße.


Wie kompliziert die Aufgabe für die Planer ist, zeigte sich auch in der jüngsten Debatte im Gemeinderat. Zusätzlich zu den planerischen Anforderungen müssen sie auch noch mit den Vorstellungen der Gemeinderäte jonglieren. Von denen will sich später keiner den Schuh anziehen müssen, man habe die vielleicht einmalige Chance auf Heilung früherer Planungsfehler verpfuscht. So wurde schon der erste, als grobe Vorplanung gedachte Entwurf des Berliner Büros Levin Monsigny im Rat bis ins letzte Detail diskutiert.

Der Entwurf teilt den neuen Platz in mehrere Zonen ein. Vor dem Ärztehaus an der Lochhamer Straße sollen Gastronomiebestuhlung, ein Spielplatz und ein Brunnen Platz finden. Ein breiter Fußgängerbereich soll von der Lochhamer Straße, vorbei an den Geschäften im Erdgeschoss des Studentenwohnheims, nach Westen führen.

Die übrige Fläche soll parkähnlich gestaltet werden, mit Grünflächen, Bäumen und kleinen Wegen, die eine Verbindung mit den Geschäften an der Röntgenstraße schaffen. Bänke und Tischtennisplatten sollen die Aufenthaltsqualität steigern.

Viel Platz für Veranstaltungen und einen größeren Markt bleibt nicht, woran sich vor allem die FDP stört. Ihr fehlt der Marktplatzcharakter, den die Bürger im Beteiligungsverfahren zum Masterplan doch klar gefordert hätten. Von einer offenen, urbanen Gestaltung raten die Planer aber ab. Ein urbaner Platz ohne entsprechende Frequenz sei etwas „sehr Trauriges“, sagte Landschaftsarchitekt Nicolai Levin.

Anneliese Bradel (Grüne) störte sich an der Gestaltung der Wegebeziehungen und der Platzierung von Bäumen vor den neuen Wohnungen. „Ich habe mir das ehrlich gesagt anders vorgestellt“, sagte sie. Fast alle Ratsmitglieder brachten ihre Vorstellung ein, wie der Brunnen auszusehen habe. Diskutiert wurde auch sonst fast alles, bis zu Farbe und Bemoosungsanfälligkeit des Pflasters. Lediglich Max Gum-Bauer (FWD) lobte die Planung uneingeschränkt.

Letztlich stimmte der Rat aber mit klarer Mehrheit dafür, das Grundkonzept beizubehalten. Bis zu einem fertigen Entwurf, den eine Mehrheit mitträgt, dürften jedoch noch viele Diskussionen anstehen.

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