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Legten den Maibaum um(v.li.): Martin Küssner, Josef Stöckl, Michi Scheidler, Andreas Gattinger, Rene Zeitz, Fabian Scheidler, Michael Hecht, Ramon Tentscher, Charly Blunser und Tobias Kellner.

Traditionsstangerl umgeschnitten

Marktplatz  ohne Maibaum

Planegg - Planegg hat keinen Maibaum mehr. Fast fünf Jahre hat er gehalten, am Freitag wurde er umgeschnitten. Jetzt haben „D’Almarösler“ aus Planegg einiges zu tun - und zu bezahlen.

Fast fünf Jahre lang hat der Maibaum in Planegg gestanden. Viel länger darf er nicht. Deshalb haben ihn „D’Almarösler“ aus Planegg am Freitag umgeschnitten. Die Feuerwehr half ihnen dabei, den Baum von oben nach unten zu filetieren. Was bleibt, ist Brennholz und jede Menge Arbeit.

Eigentlich hätte der Baum noch ein bisschen stehen dürfen, bis im Mai der neue aufgestellt wird. Aber das war Karl Blunser-Tietjens, Vorsitzender des „Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins D’Almarösler Planegg und Umgebung“, wie der Verein korrekt heißt, zu riskant. „Wir schneiden ihn immer vor dem Winter um“, sagt er. Denn erstens bringe die kalte Jahreszeit Stürme mit sich. Zweitens wartet auf die Vereinsmitglieder viel Arbeit, wenn im Mai der nächste Baum stehen soll. Und damit wollen „D’Almarösler“ lieber gleich beginnen. Es brauche ein paar Monate, um die Figuren in Stand zu setzen. „Die Figuren müssen restauriert werden“, erklärt Blunser-Tietjens. Alle müssten neu gestrichen werden. Vor fünf Jahren hätten zwei sogar komplett ersetzt werden müssen. Das droht auch heuer. „Wir fürchten, dass es dieses Mal etwas mehr sein wird“, sagt er. Die Trägerbalken unter den Figuren müssten außerdem sicher gemacht, morsche ersetzt werden.

Für die Schreiner- und Malerarbeiten setzt Blunser-Tietjens 8000 bis 12 000 Euro an. In der Größenordnung hätten die Kosten auch in der Vergangenheit gelegen. Immerhin konnten die Mitglieder der Trachtenvereins ihre Kasse ein paar Jahre lang schonen. Vor diesem Baum, hatten sie gleich zwei Mal Pech gehabt. Im Juni 2007 war sechs Wochen nach dem Aufstellen eines neuen Baumes der Blitz eingeschlagen. Und der Baum, der im Jahr 2008 folgte, habe nicht einmal drei Jahre stehen dürfen. Ein Gutachter hatte einen Pilz entdeckt, der die Standhaftigkeit des Baumes gefährdete. Als man den Baum umgeschnitten hatte, habe „der angebliche Spezialist“ festgestellt, dass der Pilz doch nicht so aggressiv gewesen sei. Blunser-Tietjens denkt ungern an die hunderte Stunden Arbeit und die Kosten zurück, die das Fällen damals verursachte.

2011 habe dann kein Baum aufgestellt werden können, weil Martinsried an der Reihe gewesen sei. 2012 folgte der nun umgeschnittene Baum. „Jetzt sind wir wieder im Rhythmus“, sagt Blunser-Tietjens erfreut. 1952 sei in Planegg der erste Maibaum aufgestellt worden und von da an immer alle fünf Jahre. Vom ersten Jahr an habe immer der Baron von Hirsch den Baum gestiftet. Auch diesmal dürften die Burschen im November wieder ein Exemplar aus dem Wald des Barons holen. An den Figuren des Maibaumes wird dann bereits gearbeitet, der Baum muss erst mal liegen und trocknen, erklärt Karl Blunser-Tietjens den Ablauf. Die Zeit wird zeigen, ob das Glück den „D’Almaröslern“ weiter hold ist und der neue Baum wieder fünf Jahre stehen wird. vs



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