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Standortsuche mit dem Publikum: Gemeinderat Christian Haugg steht an einer der Schautafeln mit vorgeschlagenen Baugrundstücken interessierten Besuchern im Planegger Kupferhaus Rede und Antwort.

Öffentliche Suche nach Flächen für günstigen Wohnraum

Bürger bewerten mögliche Baugrundstücke

Planegg - An die 120 Planegger Bürger beteiligten sich am Montagaben an einer interaktiven Bürgerumfrage zum Thema bezahlbarer Wohnraum und mögliche neue Asylstandorte.

Die Bürger konnten sich an fünf Ständen über die von der Gemeinde und der Verwaltung vorgeschlagenen Grundstücke und Flächen informieren. An jeder Tafel gab es, neben Luftbildern und kurzen Vorüberlegungen, Erläuterungen von einem Gemeinderat und einem Verwaltungsmitarbeiter zu der jeweiligen Bebauungsmöglichkeit. Im Anschluss durfte ein Votum, in Form eines grünen (Pro) oder roten (Contra) Punktes, abgegeben werden.

Mit dieser für Planegg neuen Form der Bürgerbeteiligung soll das Problem des bezahlbaren Wohnraums jetzt aktiv angegangen werden. „Ich erhoffe mir dadurch deutliche Meinungsäußerungen mit akzeptablen Lösungsansätzen, damit der Gemeinderat dann im Sinne des Gemeinwohls entscheiden kann“, erläuterte Bürgermeister Heinrich Hofmann die Einbeziehung der Planegger in einem so frühen Stadium. Die Bewertungen der Bürger können freilich nur als Wegweiser dienen. Die Entscheidungshoheit, also wo schlussendlich gebaut wird, liege beim Gemeinderat. Trotzdem, betonte Hofmann, seien alle Meinungen wichtig.

Folgende vier Standorte für dauerhaften Wohnraum standen zur Wahl: die beiden gemeindeeigenen Grundstücke in der Hofmarkstraße 3 und der Herzog-Wilhelm-Straße, eine Fläche innerhalb der gemeindlichen Wohnanlage in der Münchner Straße und eine Teilfläche im Norden des Bahnhofgeländes Ost.

Einen Tag nach der Veranstaltung lag bereits eine erste Tendenz vor. Ziemlich gleichauf befürworteten die teilnehmenden Bürger die Grundstücke an der Münchner Straße und der Hofmarkstraße, so Rathaus-Sprecherin Bärbel Zeller. Und weiter: „Es fanden viele lebhafte Diskussionen an den einzelnen Ständen statt. Aber es gab auch konstruktive Kritik.“ So regten einige an, etwa in der Münchner Straße noch einmal über die Geschosszahl nachzudenken.“ Der Gemeinderat hatte hier lediglich zwei Stockwerke anberaumt. Mit welchem der beiden Bauvorhaben begonnen werden kann, entscheidet der Gemeinderat, nachdem Bürgermeister Hofmann den Mitgliedern das endgültige Ergebnis präsentiert hat.

Neben Einheimischen, die insbesondere Berufsgruppen mit geringerem Einkommen angehören, sollen auch anerkannte Asylbewerber und Flüchtlinge mit Bleiberecht eine Chance auf diese preiswerteren Wohnungen haben. Parallel dazu wird nach weiteren adäquaten Asylstandorten gesucht. Obwohl sich, wie die Vize-Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche bei der Bürgerbeteilung erklärte, die Flüchtlingssituation im Landkreis beruhigt habe. Von den vier an diesem Abend vorgestellten Flächen für befristete Asylbewerberunterkünfte favorisieren die Bürger die Steinkirchner Ackerfläche am Aufschüttfeld und die Ökofläche in der Semmelweisstraße, so Bärbel Zeller. Das dem Max-Planck-Institut gehörende Grundstück Am Klopferspitz in Martinsried und das am Zaunkönigweg/Kleiberweg in Planegg fand dagegen wenig Zustimmung.

Carolin Högel

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