Renovierungsarbeiten im Planegger Rathaus

60000 Euro für zwei Arbeitsplätze

Die Renovierung des Empfangsbereichs im Planegger Rathaus kostet die Gemeinde 60000 Euro. 

Bereits zum zweiten Mal seit der Gebäudeeröffnung im Jahr 1995 muss der Empfangsbereich des Planegger Rathauses umgebaut werden. Nachdem schon bald nach Fertigstellung Mängel an der Planung der Arbeitsplätze für das Empfangspersonal aufwendig nachgebessert werden mussten, stehen nun Renovierungsarbeiten an, in deren Zuge auch neue ergonomische Anforderungen umgesetzt und die Barrierefreiheit verbessert werden sollen. Auf eine komplette Neukonzeption verzichtet die Gemeinde jedoch. Wegen der hohen Kosten und alter Ansprüche des Architekten.

Hinter dem Holztresen im Rathaus-Foyer befinden sich zwei Empfangsarbeitsplätze, an denen auch Aufgaben des Bürgerbüros erledigt werden. Wenige Jahre nach der Eröffnung mussten sie mit einem offenen Glaskasten abgeschirmt werden, gegen Zugluft und gegen Kälte, die von der großen Glasfront des Foyers ausstrahlt. Nun, nach 21 Jahren in Betrieb, ist die Möblierung des Empfangsbereichs erstmals renovierungsbedürftig. Weil der Architekt ein Urheberrecht auf die Gestaltung hat, darf der Bestand bei der Erneuerung aber nicht wesentlich verändert werden.

Um trotzdem neuen Gesundheitsvorschriften für die Arbeitsplatzgestaltung gerecht zu werden, müssen maßgeschneiderte Lösungen vom Schreiner gebaut werden. Auch der inzwischen dort stattfindende Kartenverkauf des Kulturforums, der eine Bildschirmeinsicht für Kunden erfordert, macht weitere Anpassungen nötig. So muss etwa ein Teil des Tresens tiefer gelegt werden, um eine Bedienung von Rollstuhlfahrern zu ermöglichen.

„Knapp 60 000 Euro für zwei schon vorhandene Verwaltungsarbeitsplätze sind ein stolzer Preis“, monierte im Bauausschuss des Gemeinderates unter anderem Michael Book (CSU). Wegen des Urheberrechtes habe man aber keine andere Wahl. Max Gum-Bauer (FWD) sagte, der Empfang sei nun mal eine Fehlplanung, aber auch das „Entrée zum Rathaus“ und die 60 000 Euro allemal mehr wert „als so manch andere hier beschlossene Maßnahme“. Der Ausschuss segnete die Renovierung einstimmig ab. Den Bereich aber samt Glaskasten gleich neu zu konzipieren, erschien dem Gremium angesichts geschätzter Kosten von 160 000 Euro nicht gerechtfertigt.

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