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Wollen Krankheiten besiegen: Cori Bargmann, Präsidentin der „Chan Zuckerberg Science“-Initiative, MPI-Direktor Tobias Bonhoeffer, Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan (v.l.).

Kampf gegen Krankheiten

MPI-Direktor hilft Mark Zuckerberg

Martinsried - Krankheiten sollen Geschichte werden. Das ist die Vision von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seiner Frau Priscilla Chan. Ein Martinsrieder freut sich, dass er den beiden helfen darf, diesen ambitionierten Traum wahr zu machen.

Martinsried – Ob Tobias Bonhoeffer ahnte, was über ihn hereinbrechen würde, wenn er aus den Vereinigten Staaten zurückkehrt? Seit Freitag kann sich der Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für Neurobiologie in Martinsried kaum noch vor Anfragen retten. Und das hat gute Gründe: „Wir wollen richtig dicke Bretter bohren“, erklärt er. Wenn alles so läuft, wie geplant, werden Menschen künftig vor allem an Altersschwäche oder Unfällen sterben. Krankheiten sollen keine große Rolle mehr spielen.

Die Chancen, dass diese dicken Bretter auch durchgebohrt werden, stehen nicht schlecht. Und da sind wir schon beim zweiten Grund für die Welle der Aufmerksamkeit, die dem Martinsrieder zuteil wird: Der 56-jährige Bonhoeffer befindet sich beim Bohren in finanziell gut ausgestatteter Gesellschaft. Er ist bei diesem Projekt der Berater des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg (32) und seiner Frau Priscilla Chan (31). Die beiden glauben, dass es innerhalb des Lebens ihrer Tochter Maxima, Jahrgang 2015, möglich sein wird, alle Krankheiten zu heilen, zu verhindern oder zu behandeln. Dazu brauche es die Kooperation von Wissenschaftlern und Ingenieuren, die Entwicklung neuer Methoden und Technologien und das Vorantreiben der allgemeinen Bereitschaft, für Wissenschaften zu spenden. Dafür stellen die beiden in den kommenden zehn Jahren drei Milliarden Dollar zur Verfügung.

Tobias Bonhoeffer ist der einzige Europäer im wissenschaftlichen Beratungsteam der am Mittwoch in San Francisco vorgestellten „Chan Zuckerberg Science“-Initiative unter der Leitung der Neurobiologin Cori Bargmann. Es ist ihm anzumerken, welche Freude er daran hat, an der Erfüllung dieser Vision mitzuwirken. „In der neuen Initiative kommen Wissenschaftler mit ganz unterschiedlichen Ansätzen zusammen und überlegen, wie man Forschung und die darum herum herrschenden Strukturen neu organisieren und anpacken kann“, sagt er. Er lobt die unkomplizierte Finanzierung und den langen Zeithorizont der Initiative. Dies sei eher ungewöhnlich.

„In der Max-Planck-Gesellschaft haben wir den Luxus, dass wir Ideen entwickeln und verfolgen können, ohne dass die Förderung dafür nach zwei oder drei Jahren ausläuft, wenn es bis dahin keine messbaren Ergebnisse gibt“, sagt Bonhoeffer. So verstehe er auch den Ansatz der neuen Initiative. Und deswegen ist er zuversichtlich, dass der ambitionierte Traum Wirklichkeit werden könnte.

Bonhoeffer darf nicht nur helfen, eine neue Wissenschaftsorganisation auf die Beine zu stellen. Er soll auch neue Forschungsprojekte finden, um Lücken zu schließen. Am Ende der dicken Bretter, die jetzt angebohrt wurden, steht ein gesundes menschliches Leben. Für Tobias Bonhoeffer bedeutet das: „Ein gesundes menschliches Leben muss nicht unendlich sein, aber es sollte lang und vor allem lebenswert sein.“

Victoria Strachwitz

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