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Gute Aussicht auf eine Lehrstelle: Ahmed Mrehel (li. mit Geselle Ayas Nadim) macht ein Maler-Praktikum.

Ausbildungsbeginn 1. September

Betriebe suchen passende Lehrlinge

Zum 1. September nehmen die neuen Auszubildenden ihre Arbeit auf. Manche Unternehmen im Würmtal warten noch auf die richtigen Bewerber. Die müssen Motivation und Interesse an der Arbeit erkennen lassen.

Durststrecken kennt Malermeister Andreas Romanow aus Gräfelfing. Er hatte schon einmal vier Jahre lang keinen Auszubildenden – obgleich er Wert darauf legt, jedes Jahr einen einzustellen. Im September wird die Stelle wieder einmal vakant bleiben. „Wir haben keinen gefunden“, sagt er mit Bedauern. Es hätten sich heuer nur wenige beworben, und die seien nicht geeignet gewesen.

„Wenn jemand im Praktikum von fünf Tagen drei zu spät kommt“, stelle er ihn nicht ein, sagt Romanow. In den Zeugnissen der Bewerber achte er auf die Noten in Mathematik, Deutsch und Sport. Wenn jemand in Sport schlechte Noten habe, sei er entweder körperlich nicht fit genug oder er habe ständig seinen Turnbeutel vergessen. „Solche Leute kann man bei uns nicht brauchen“, sagt er.

Doch Romanow hat gute Aussichten, seine Azubistelle im kommenden Jahr wieder zu besetzen. Denn Ahmed Mrehel, ein Flüchtling aus Syrien, Anfang 20, würde gerne bei ihm anfangen. Ihm hatte er im November das damals erste kulturelle Integrationspraktikum im Landkreis München angeboten. Und das war für beide Seiten ein Erfolg. „Der hat Ziele, der will was erreichen, solche Leute brauchen wir“, schwärmt Romanow. „Wir fangen immer um 6.30 Uhr in der Früh an, er war immer schon um 6.15 Uhr da“, erinnert er sich. „Er kam immer freudig auf mich zu“, sagt er. Zwei seiner Mitarbeiter, ein Iraker und ein Afghane, hätten damals für ihn übersetzt. Am Ende der Woche habe er dennoch „Leberkassemmel“ sagen können. „Der ist ein bisschen angekommen in der Woche.“ Bevor er aber vom Praktikanten zum Auszubildenden aufsteigen könne, müsse Ahmed seine Deutschkenntnisse verfeinern.

Auch in der „Haar Factory“ in Planegg ist noch eine Azubi-Stelle frei. Elmas Altun sagt, sie hätten noch niemanden gefunden – obgleich Bewerbungen eingegangen seien. „Es ist schwieriger zurzeit“, meint sie. Andere haben alle freien Plätze vergeben können.

Bei Betz-Chrom in Gräfelfing konnten beide Ausbildungsstellen besetzt werden, sagt Daniel Kasurke, der für das Personal zuständig ist. Bewerber müssten einen Test bestehen und ein Praktikum machen. „Viele haben den Test nicht bestanden“, sagt er allerdings.

Peter Mitschke vom „Garten und Landschaftsbau“ aus Planegg hat ebenfalls einen Auszubildenden eingestellt. Die Entscheidung habe er sich aber nicht leicht gemacht. Sein Betrieb sei klein, da müsse er genau schauen, wen er nehme. Interesse für die Arbeit müsse schon vorhanden sein.

Andere Firmen im Würmtal können sich nicht beklagen. „Trane“ aus Krailling hatte gleich sieben Stellen an angehende Mechatroniker für Kältetechnik zu vergeben. Gaby Hennen sagt: „Die haben wir alle besetzt.“ Ohne Probleme, denn es habe genug Bewerbungen gegeben. Auch Norbert Weidenauer von „Sonnenschutz Weidenauer in Neuried ist glücklich. Er hat seine Stelle gut besetzten können. Für die anderen heißt es wohl: Man muss auch warten können.

Victoria Strachwitz

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