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„Kein Aufatmen an der Borkenkäferfront: Gautings Revierförster Florian Mergler von den Staatsforsten markiert eine vom Borkenkäfer befallene Fichte, die baldmöglichst gefällt und aus dem Wald geschafft werden muss.

Förster beklagen Borkenkäfer-Jahr

„Viel schlimmer geht es nicht“

Die Waldbesitzer im Würmtal klagen über den Borkenkäfer. Heuer hat er den Wäldern zwischen Gräfelfing und Gauting besonders schlimm zugesetzt

Er hat es prophezeit. Und es wurde wahr. Wilhelm Seerieder von den Bayerischen Staatsforsten hatte bereits im Februar große Sorge, dass es ein Horrorjahr für den Wald werden könnte. Er sollte Recht behalten, auch wenn er nicht von einer Katastrophe sprechen will: Der Borkenkäfer hat in den Wäldern im Würmtal ordentlich zugeschlagen.

Der trockene, warme Sommer bot dem Tier ideale Bedingungen. So ging es der Fichte heuer bereits das zweite Jahr in Folge an den Kragen. Diesmal war weniger die Gattung „Kupferstecher“ verantwortlich, dafür umso mehr der „Buchdrucker“. „Viel schlimmer geht es nicht“, sagt Jan Staugaard, der Forstverwalter des Barons von Hirsch. „Wir sind ein Fichtenmonokulturbetrieb, da kann er sich austoben, wie er mag“, erklärt Staugaard.

Gautings Revierförster Florian Mergler ist nicht überrascht, dass der Käfer heuer so aktiv war. Schuld an dem starken Käferbefall sei Sturm Niklas, gepaart mit dem trockenen Sommer des vergangenen Jahres. Außerdem sei 2015 ein Samenjahr für die Fichte gewesen, erklärt Mergler: „Das war alles echter Stress für die Fichte.“ Und er sagt: „Es ist meistens so, dass auf Sturmjahre Borkenkäferjahre folgen. Es wird auch nächstes Jahr spannend.“ Doch so weit in die Zukunft will er noch gar nicht schauen. Derzeit beschäftigt ihn noch das laufende Jahr. Es sei möglich, dass der Käfer heuer eine weitere, dritte Generation anlege. Er sagt deutlich: „Kein Aufatmen an der Borkenkäferfront.“

Seerieder, der Kreuzlinger Forst, Königswieser Forst und Forstenrieder Forst betreut, zeigt sich dankbar für die Niederschläge im Sommer, daher seien die Fichten vitaler als im vergangenen Jahr. Dennoch sei der Befall deutlich über dem Durchschnitt. Üblicherweise fielen bei ihm zwischen Juli und September rund 30 000 Festmeter Holz an. „Wir haben jetzt etwa 10 000 Festmeter mehr. Da ist der Borkenkäfer Schuld“, sagt Seerieder. Der Käfer verursacht also viel Arbeit. Befallenes Holz muss aus dem Wald geschafft werden, bevor der Käfer ausfliegt. Wilhelm Seerieder wünscht sich einen feuchten, kühlen Herbst. Ab 16 Grad Celsius fliegt das Tier.

„Wir sind fleißig am aufräumen“, sagt Jan Staugaard. Aber bevor das Holz weggebracht werden kann, muss es erstmal gefunden werden. „Das ist das mühsamste an der Geschichte“, sagt Seerieder. Dazu braucht es einige Menschen mit guten Augen. Diese versuchen, mit dem Fernglas Harztröpfchen zu entdecken. Auch Bohrmehl auf dem Boden, auf Spinnweben oder Blättern sind Indizien. Bei Staugaard wird derzeit von Montag bis Sonntag gearbeitet. Seine Kollegen haben ebenfalls viel um die Ohren. Und das alles, nachdem Sturm Niklas die Holzpreise zu Fall brachte und der Borkenkäfer dafür sorgt, dass das Holz mindere Qualität hat.

Victoria Strachwitz

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