Eheamliger Bayern-Profi Rudi Nafziger gestorben

Gauting - Der ehemalige Bayern-Profi Rudi Nafziger ist am Sonntag im Alter von 62 Jahren in Gauting gestorben. Nafziger gewann zweimal den DFB-Pokal sowie den Europapokal der Pokalsieger.

Rudi Nafziger, Rainer Ohlhauser, Gerd Müller: Dieses Sturmtrio war in den 60er Jahren das Synonym für Tore wie am Fließband. In eben dieser Formation gelang dem FC Bayern München 1965 der Aufstieg in die Fußballbundesliga. Der damals 19-jährige Nafziger war drei Jahre zuvor beim TSV Gauting entdeckt und zu einem Wechsel an die Säbener Straße überredet worden. Als Rechtsaußen avancierte er zum idealen Vorbereiter für die Torjäger Müller und Ohlhauser.

Die Bayern mit Franz Beckenbauer im Mittelfeld zählten rasch zu den Topvereinen der Bundesliga. Nafziger, der als eleganter und ballgewandter Techniker galt, kam in der ersten Runde 1965/66 auf 32 Einsätze und zehn Tore.

Hermann Nafziger, dritter Bürgermeister der Gemeinde Planegg, erinnert sich gerne zurück an seinen berühmten Onkel. "Zu seiner erfolgreichsten Zeit hat er säckeweise Fanpost bekommen, die wir Kinder mit ihm öffneten." Sepp Maier, Katsche Schwarzenbeck und andere Bayern-Profis waren in Nafzigers Haus in Gauting häufig zu Besuch. Hermann Nafziger, damals noch ein junger Bub, saß gern auf Sepp Maiers Schoß.

Am 4. Juni 1966 errangen die Bayern mit Nafziger in Frankfurt den DFB-Pokal gegen den Meidericher SV, ein Jahr darauf wiederholten sie den Triumph im Finale gegen den HSV. Seinen größten Erfolg feierte Nafziger im selben Jahr, 1967, als der FC Bayern in der Verlängerung gegen die Glasgow Rangers in Nürnberg den Europapokal der Pokalsieger gewann.

Nach insgesamt sieben Jahren beim FC Bayern wechselte Nafziger 1968 in die Schweiz zum FC St. Gallen. Nach zweijährigem Gastspiel unterschrieb er bei Hannover 96, wo er noch 27 Partien in der Bundesliga bestritt. Seine Karriere ließ Nafziger in Österreich beim Linzer ASK ausklingen. 1974 beendete er seine aktive Laufbahn und kehrte nach Gauting zurück, dem Sport blieb er aber bis zu seinem Lebensende stets verbunden. Seine Passion war das Fischen in der Würm. Sein Neffe Hermann Nafziger: "Er hat früher auch Tennis gespielt und immer gerne Fußball geschaut, am Samstagabend sogar noch den Klitschko-Boxkampf gesehen." Am Sonntagmittag verschied Rudi Nafziger daheim im Kreise seiner Familie.

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