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Einbrecher in Aktion: Im Würmtal waren diese Delikte 2015 rückläufig. Dafür nahmen Betrügereien zu.

Kriminalstatistik für das Würmtal

Endlich weniger Einbrüche

Würmtal - Planeggs Polizei hat eine gute Nachricht: Die Zahl der Einbrüche im Würmtal ist  zurückgegangen. Aber vor Betrügern sollten sich vor allem Senioren mehr in Acht nehmen.

Sie tarnen sich als Polizisten, Enkel in Not oder Mitarbeiter des Wasserwerks – und sie sind Betrüger. Immer öfter bringen sie vor allem Senioren im Würmtal auf verschiedene Art und Weise um das Ersparte. „Was den Ganoven alles einfällt, ist faszinierend“, findet der Leiter der Polizeiinspektion Planegg, Siegfried Janscha. Gestern stellte er die Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr vor.

Ihn sorgt, dass die Betrügereien im Würmtal zunehmen. 2014 seien es noch 147 Betrugsdelikte gewesen, im vergangenen Jahr bereits 155. Die einen kaufen etwas über die Internetseite Ebay und erhalten ihre Ware nicht. „Da kann jeder drauf reinfallen“, sagt er. Vor allem Senioren aber erhielten Telefonanrufe, die sie viel Geld kosteten. Erst kürzlich sei wieder eine ältere Dame einer Betrügerbande aufgesessen. Ein Anrufer habe sich als Polizei ausgegeben, die einer türkischen Betrügerbande auf der Spur sei. Die Dame sei aufgefordert worden, Geld zu überweisen, um die Ermittlungen voranzubringen. Das habe sie gleich mehrmals getan. Der inzwischen bekannte Enkeltrickbetrug ist also nur eine der zahlreichen Maschen der Betrüger. In diesem Zusammenhang konnte im vergangenen Jahr eine junge Polin festgenommen werden. Dies sei „der hervorragenden Reaktion und Mitarbeit einer Gräfelfinger Bürgerin zu verdanken“, so Janscha. Die 71-jährige habe einen Anruf ihres angeblichen Enkels erhalten, der vorgab, dringend Bargeld zu benötigen. Da Unbekannte bereits einige Jahre zuvor mit dem gleichen Trick versucht hatten, die Dame um ihr Vermögen zu bringen, sei sie zum Schein darauf eingegangen, 56 000 Euro bereitzustellen. Gleichzeitig habe sie die Polizei alarmiert. Diese habe dann die Betrügerin festgenommen. „Solche Anrufe sind mit Vorsicht zu genießen“, mahnt Janscha.

Aber nicht alle Betrüger brauchen ein Telefon oder einen Computer, um Senioren zu bestehlen. Eine 92-jährige Gräfelfingerin sei von einem vermeintlichen Mitarbeiter der Wasserwerke in ihren eigenen Keller gelockt worden. Während sie dort auf seine Anweisung hin mit einem Hammer fortwährend auf die Wasserleitung habe klopfen müssen, damit er angeblich die Leitungen überprüfen könne, habe er sich am Schmuck und Bargeld der Dame bedient. Der Diebstahl sei erst aufgefallen, nachdem der vermeintliche Handwerker wieder aus dem Haus gewesen sei.

Janscha hat aber nicht nur Gruselgeschichten in seiner Statistik, sondern auch eine frohe Botschaft: Registrierte er 2014 noch 53 Wohnungseinbrüche, waren es 2015 nur 38. Die Zahl der Büroeinbrüche sei sogar von 23 auf sechs gefallen. Janscha meint, die Einbruchszahlen könnten auch künftig noch weiter sinken. Und das liege nicht nur an der Festnahme einer bulgarischen Bande in diesem Frühjahr, die für eine Einbruchsserie in Krailling und Stockdorf verantwortlich gewesen sei. Die Polizei sei verstärkt Streife gefahren und habe die Menschen im Würmtal beraten, wie sie ihre Häuser sicherer machen können.

Victoria Strachwitz

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