Sie hatten Spaß bei der Faschingsfeier der LLBB in Lochham: Die Scheichs Marcus Just (v.l.), Peter Mayerl und Klaus Scheibner tragen Wüstenblume Tanja Böhm auf ihren Händen. Rund 170 Besucher kamen Freitag zum LLBB-Ball. foto: sauer

Faschingsbällen gehen die Besucher aus

Würmtal - An vielen Straßenecken hängen Plakate, die auf die Faschingsveranstaltungen im Würmtal aufmerksam machen sollen. Doch das Interesse der Bürger hat nachgelassen.

Die Lochhamer Laien-Bauern-Bühne (LLBB), die zwei Faschingsbälle für Erwachsene gibt, klagt dieses Jahr über sinkende Besucherzahlen. „Normalerweise kommen zwischen 200 und 270 Leute pro Ball“, sagt Gisela Fuchs von der LLBB. Dieses Jahr war bereits bei der ersten Kostümparty deutlich weniger los als in den Jahren zuvor. Rund 170 Würmtaler kamen am Freitag in den Pfarrsaal von St. Johannes.

Für den zweiten Ball am 8. Februar würde sich Fuchs mehr Anmeldungen wünschen. Mit den bisherigen 130 verkauften Karten ist sie nicht zufrieden. Seit 15 Jahren veranstaltet die Theatergruppe ihre Faschingsfeste. „Früher kamen so viele Besucher, dass wir uns für einen zweiten Ball entschieden haben. Einmal hatten wir sogar 350 Gäste da, das war unser Höchststand“, sagt Fuchs. Zusätzlich zum Erwachsenenprogramm gibt es außerdem noch einen Faschingsball für Kinder. „Wir haben jedes Jahr eine super Dekoration und zivile Preise. Aber scheinbar interessiert das keinen mehr“, so Fuchs.

Fasching am Wochenende im Würmtal

Fasching am Wochenende im Würmtal

An mangelnder Werbung kann es jedenfalls nicht liegen. Die Mitglieder der LLBB hätten laut Fuchs zahlreiche Leute angeschrieben, Plakate aufgehängt und Handzettel in Schulen und Kindergärten verteilt. „Seit November ist unser fünfköpfiges Team schon mit den Planungen beschäftigt“, sagt Fuchs. Sie kann sich nicht erklären, warum das Interesse der Bürger so nachgelassen hat. „Jugendliche finden es vielleicht uncool, sich zu maskieren, und den Älteren ist es womöglich zu laut.“ Obwohl zumindest der Kinderball jedes Jahr gleich viele Besucher anzieht, will die LLBB jetzt die Konsequenzen ziehen. Gisela Fuchs: „Nächstes Jahr wird es wahrscheinlich keines der drei Feste mehr geben.“

Vor diesem Problem steht die Faschingsgesellschaft Würmesia nicht. „Es lohnt sich auf jeden Fall noch, Bälle zu geben“, sagt Regina Ostermeier, Hofnärrin der Würmesia. In Gauting, wo die Faschingsgesellschaft in den letzten Jahren ebenfalls Veranstaltungen angeboten hatte, sei sie laut Ostermeier schon vermisst worden. Auch der Kehraus samt Prinzenbeerdigung in der Planegger Gaststätte Heide-Volm sei bereits ausverkauft. „Grundsätzlich habe ich das Gefühl, je mehr geboten wird, desto höher ist die Nachfrage der Besucher. Wie zum Beispiel bei unserem Inthronisationsball“, sagt Ostermeier. Dennoch merkt sie an: „Im Vergleich zu früher dürften ruhig noch mehr kommen.“

Auch der Kartenvorverkauf für den großen Feuerwehrball in der Heide-Volm am 2. Februar geht eher schleppend voran. Von den 600 verfügbaren Karten wurden bislang rund 300 Stück verkauft. „Um die Kosten zu decken, bräuchten wir ungefähr 500 verkaufte Karten“, sagt Reinbold Scharf, Vorsitzender der Planegger Feuerwehr. Er zählt vor allem auf die spontanen Besucher. „Letztes Jahr haben wir noch über 100 Karten an der Abendkasse verkauft, das ist schon beachtlich.“ Auch die Planegger Feuerwehr würde notfalls die Reißleine ziehen. Scharf: „Wir wollen den Leuten natürlich was bieten, dazu gehört auch gute Musik. Aber bevor wir ein Verlustgeschäft machen, überlegen wir eher, ob wir den Ball nächstes Jahr nicht lieber absagen.“

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