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Vorbereitung für Allerheiligen: Sieglinde Brugger pflegt das Familiengrab auf dem Planegger Friedhof.

Urnenbestattungen nehmen zu

Immer weniger Zeit für Grabpflege

Auf Würmtaler Friedhöfen werden deutlich mehr Menschen in Urnen bestattet als im Sarg. Denn der Aufwand für die Grabpflege ist so deutlich geringer.

Würmtal – Etwa 70 Prozent der Verstorbenen werden auf dem Neurieder Friedhof in Urnen bestattet, in Gräfelfing waren es in diesem Jahr bisher 60 Prozent. „Die Angehörigen haben heutzutage leider immer weniger Zeit, sich um die Gräber der Verstorbenen zu kümmern, sodass die Nachfrage nach Urnengrabstätten größer ist“, sagt Kraillings Rathaus-Sprecher Alexander Broschell. „Speziell auch nach Baumgräbern, da dort die Wiese vom Bauhof gemäht wird und die Gräber keinerlei Pflege durch die Angehörigen benötigen.“ Bei Urnen ist das Grab kleiner oder etwa bei einer Urnennische zum Beispiel am Gräfelfinger Glockenturm überhaupt nicht zu pflegen. Außerdem sind die Gebühren dafür auf allen Friedhöfen geringer. „Häufig wurde auch vom Verstorbenen noch zu Lebzeiten der Wunsch nach einer Urnenbestattung geäußert“, sagt Sandra Gebhard von der Gemeindeverwaltung Gräfelfing.

Wie viele andere Friedhöfe werden auch die Würmtaler Begräbnisstätten nicht kostendeckend betrieben. Ein Defizit von jährlich rund 84 000 Euro macht zum Beispiel der Neurieder Friedhof. Schrittweise wurden daher in den vergangenen Jahren teils die Gebühren für die Gräber erhöht. So kostete auf dem Planegger Friedhof noch 2012 ein Einzelgrab in der Sektion IV für zehn Jahre 388 Euro, heute sind es 620 Euro. Der Gräfelfinger Friedhof arbeite seit der Neukalkulation der Gebühren mit einer Kostendeckung von 80 Prozent, sagt Sandra Gebhard, zuständig im Rathaus für das Bestattungswesen. Die Kosten lagen in den letzten Jahren durchschnittlich bei rund 243 000 Euro. „Langfristig möchten wir eine Deckung von 100 Prozent erreichen.“ Am teuersten sind die Bestattungen auf dem Neuen Friedhof in Neuried mit 712 Euro für ein Einzelgrab und 575,75 Euro für ein Urnengrab mit Gestaltungsmöglichkeit.

Grabverwüstungen durch Füchse oder andere Tiere, wie sie noch im vergangenen Jahr in Krailling ein Problem waren, sind kaum einer Gemeinde mehr bekannt. „Füchse, Marder oder Katzen kommen immer wieder mal vor. Die Verwüstungen halten sich jedoch in Grenzen“, sagt Manuela Fischer von der Friedhofsverwaltung Planegg. Baumbestattungen, also Gräber an Bäumen, werden erst seit rund einem Jahr in Krailling, Gräfelfing und Neuried angeboten, nicht in Planegg. Die Nachfrage ist in Krailling hoch, in Gräfelfing und Neuried deutlich geringer.

Am Kraillinger und Planegger Friedhof sind zwei Mitarbeiter beschäftigt, in Gräfelfing und Neuried je eine Verwaltungsangestellte und – je nach Arbeitsaufwand – ein oder mehr Friedhofsgärtner der Bauhöfe. Angebote zur Grabpflege gibt es von keiner Gemeinde, jedoch von den Friedhofsgärtnereien.

Peter Seybold

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