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Klaus Paulus konzentriert sich derzeit voll auf die Musik. Das Schabernack ist Vergangenheit.

Interview mit dem Musiker und Autor

Ex-Wirt Klaus Paulus: Das "Schabernack" fehlt

Er war Wirt der Kult-Kneipe Schabernack. Jetzt macht er Musik. Klaus Paulus im Interview über seine Pläne und Kultur im Würmtal:

Wirt des abgerissenen Schabernack in Krailling, langjähriger Organisator des Gräfelfinger Kulturfestivals, passionierter Musiker, Neu-Buchautor, Menschen- und Kulturfreund: Die Person des Klaus Paulus mit nur wenigen Worten zu beschreiben, fällt nicht leicht. Nun steht der 57-Jährige nicht mehr hinter der Bar, sondern seit geraumer Zeit wieder am Mikrofon. Im Juni kommt er mit einem Konzert auf die Bühne. Schlicht „Back on stage“ heißt das Programm, mit dem er im Kupferhaus auftreten wird. Wir haben mit ihm über den Abschied vom „Schabi“, seine neuen Projekte und das kulturelle Leben im Würmtal gesprochen.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie an der Baulücke in der Margaretenstraße vorbeifahren, wo Sie seit 1983 im Schabernack arbeiteten?

Klaus Paulus: Es fehlt etwas. Ich hatte mich ja schon im Juni 2013 aus gesundheitlichen Gründen entschlossen, als Wirt aufzuhören. Damals war von Abriss noch gar keine Rede. Es gab sogar einen Interessenten, der das Schabernack gern übernommen hätte. Dass das nicht geklappt hat, war nicht schön. Aber noch schlimmer wäre es für mich, ein leeres altes Haus mit Tradition und Geschichte verfallen zu sehen.

Und wie sahen die Tage aus, nachdem das Schabernack am 31. Juli 2014 endgültig seine Pforten geschlossen hatte?

Paulus: Ich habe mich immer auf’s Ausschlafen gefreut, als Wirt kriegt man ja nicht wirklich viel Schlaf ab. Und plötzlich war ich immer um halb acht morgens wach, das fand ich erstaunlich. Die ersten Wochen habe ich einfach meine freien Tage genossen. Aber irgendwann musste ich wieder lernen, etwas mit meiner Zeit anzufangen.

Vermutlich kam hier die Musik ins Spiel?

Paulus: Ich habe 40 Jahre lang mal mehr, mal weniger Musik gemacht, da lag es auf der Hand, dass ich wieder verstärkt damit anfange. Ich übersetzte dann Filmmusik vom Englischen ins Deutsche, zum Beispiel für zwei Folgen der „Muppet Show“, Disneys „Frozen – Die Eisprinzessin“ oder auch „Game of Thrones“. Und seit Anfang 2015 mache ich wieder das, was ich immer machen wollte: Musik.

Und es war klar, dass es ein Wiedersehen auf einer Bühne geben wird?

Paulus: Nein, nicht gleich. Aber schnell hatte ich vier Musiker zusammen, die meine eigenen Songs und ausgewählte Cover mit mir spielen. Und im letzten Oktober hat mich schließlich Walter Erpf gefragt, ob ich nicht im Kupferhaus auftreten möchte. Das finde ich toll, und ich freu’ mich natürlich, wenn es danach weitergeht.

Neben der Bühne: Wird man künftig Klaus Paulus wieder hinter einem Tresen oder in einem Kultur-Gremium erleben?

Paulus: Geplant ist nichts, natürlich stehe ich immer mit Rat und Tat zur Verfügung. Gerade schreibe ich noch an einem Buch, in dem es um einzigartige Geschichten aus einem einzigartigen Lokal geht, garniert mit den besten Rezepten. Das soll eine Zeitreise durchs Schabernack der aufregenden 80er und 90er Jahre werden. 50 A4-Seiten hab’ ich schon, nur ein Verlag fehlt noch.

Mit dem Abriss des Schabernacks ist nicht nur eine Kultkneipe verschwunden, es ist auch ein Ort für Kultur gestorben. Wie beurteilen Sie das kulturelle Leben im Würmtal?

Paulus: Wenn man das Einzugsgebiet betrachtet, das ungefähr 100 000 Einwohner umfasst, sieht es schon sehr schlecht hier aus. Für mich gibt es keinen Platz mehr, wo man sich ungezwungen trifft, eine Bühne vorhanden ist und einfach Kultur passiert. Das ist nicht schön, und finde ich sehr schade.

Könnten Sie sich einen Neustart als Kultur-Wirt vorstellen?

Paulus: Nein, ehrlich gesagt nicht. Vielleicht stehe ich irgendwann zum Spaß mal wieder an einem Zapfhahn. Oder wenn ich gefragt werde, kann ich auch gerne im musikalischen oder kulturellen Bereich beratend mitwirken. Aber erstmal steht für mich die Musik im Fokus.

Was erwartet die Zuhörer beim Konzert im Kupferhaus im Juni?

Paulus: Wir werden etwa 25 Akustik-Songs spielen, darunter Eigenes, aber auch Cover-Versionen, alle aus dem Genre des New Country. Einiges wird etwas nachdenklicher sein, aber auch Lieder, die einfach Spaß machen, sind dabei. Es werden Gäste auftreten, darunter Mitglieder der Schabernack Hausband. Ich will mit Freunden zusammen spielen und Musik machen und das soll einfach Spaß machen.

Das Gespräch führte: Katharina Korb-Gerum


Konzert Info:

Klaus Paulus & friends treten am Freitag, 3. Juni, um 20 Uhr im Planegger Kupferhaus auf. Karten gibt es bei Münchenticket oder ermäßigt im Planegger Rathaus.

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