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Jeden Mittwoch ab 12 Uhr verteilen Helfer des Würmtal-Tisches auf dem Gelände des TSV Gräfelfing Lebensmittel an Bedürftige.

Schlange am Würmtal-Tisch wird länger

Würmtal - Demnächst muss der Würmtal-Tisch viele Menschen mehr versorgen als bisher. Dank eines neuen Systems und neuer Spender sehen sich die Helfer gewappnet.

Anfang September wird sich die Zahl der Menschen, die auf die kostenlosen Lebensmittel des Würmtal-Tisches angewiesen sind, schlagartig erhöhen. Dann bedienen die ehrenamtlichen Helfer auch die Asylbewerber, die vor Kurzem in die Würmtaler Unterkünfte gezogen sind. Die Flüchtlinge wiederum, die die Gemeinden bereits vor der großen Welle dezentral untergebracht hatten, zählen schon seit über einem Jahr zu den Abnehmern.

„Durch die Asylbewerber haben wir ein Drittel mehr Kunden“, berichtet Petra Schaber vom Würmtal-Tisch. Immer mittwochs ab 12 Uhr ist sie mit ihrem Team auf dem Gelände des TSV Gräfelfing, um Bürgern mit schmalem Geldbeutel Lebensmittel zu überreichen. Bisher funktioniere der Ablauf sehr gut.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, haben sich die Ehrenamtlichen ein neues System ausgedacht. Sie wollen künftig die Menge an Lebensmitteln auf Tüten begrenzen. Jeder Kunde bekommt eine Art Einkaufssack, der komplett gefüllt wird. Die Anzahl der Tüten wird auf die Größe der Familie abgestimmt. „Wir hoffen, dass wir mit dieser Methode alle bedienen können“, sagt Petra Schaber.

Außerdem wollen die Helfer für die neu hinzukommenden Asylbewerber einen eigenen Rhythmus einführen. Sie sollen quasi, je nach Gemeinde, gestaffelt an die Reihe kommen. „Wobei wir Gräfelfing wahrscheinlich aufteilen werden“, so Petra Schaber. Seit Januar dieses Jahres bietet die Wohnanlage an der Großhaderner Straße Platz für 200 Personen.

Planegg hat 138 Asylbewerber aufgenommen. Sie sind in den Unterkünften an der Fürstenrieder Straße sowie im Martinsrieder Parc de Meylan untergebracht. In Neuried leben derzeit 23 Flüchtlinge, in der Container-Wohnanlage auf der Kraillinger Sanatoriumswiese 130.

Weil sie ab September deutlich mehr Ware brauchen werden und diese auch transportieren müssen, haben sich die Helfer vom Würmtal-Tisch für einen zweiten Lieferwagen entschieden und diesen über Spenden finanziert. „Das neue Auto wird eine große Erleichterung sein“, sagt Schaber. Ebenfalls von Vorteil ist der Zuwachs an Spendern, der den gesteigerten Bedarf durch die zusätzlichen Flüchtlinge abpuffert. So bekommt der Würmtal-Tisch neuerdings Unterstützung von den großen Lebensmittelketten im Martinsrieder Würmtalcenter.

Außerdem bezieht der Würmtal-Tisch Waren vom Großmarkt und kooperiert zudem mit der Münchner Tafel. Schaber: „Dadurch können wir es uns zum Beispiel erlauben, hin und wieder Obst anzubieten.“ Lebensmittel, die lange haltbar sind und deshalb von Geschäften selten zur Verfügung gestellt werden, finanzieren die Helfer über Spenden. Dazu zählen Mehl, Zucker oder Nudeln.

Seit der Würmtal-Tisch Flüchtlinge bedient, sei dieser ein Ort der Begegnung geworden, berichtet Petra Schaber. Musste man sich anfangs noch mit Händen und Füßen verständigen, verfügen einige Asylbewerber mittlerweile über Deutschkenntnisse. „Wir haben sehr positive Erfahrungen gemacht.“ Und auch das Losverfahren, welches einen Konkurrenzkampf um die besten Lebensmittel vermeiden soll, hat sich bewährt. Schaber: „Daran haben sich mittlerweile alle gewöhnt."

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