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Leihrad-Stationen wie hier in Steinkirchen gibt es im Würmtal bereits. Langfristig soll das bestehende Angebot der Firma Nextbike in „MVG Rad“ integriert werden.

Planegg und Gräfelfing Pilot-Kommunen im Landkreis

Leihrad-System wird erweitert

Würmtal - Die Gewerbegebiete im Würmtal platzen aus allen Nähten und verursachen immer mehr Verkehr. Die Ausweitung des MVG-Leihrad-Systems auf den Kreis München soll mehr Pendler zum Verzicht auf das eigene Auto bewegen.

Knapp 10 000 Arbeitnehmer pendeln täglich ins Planegger Gemeindegebiet, etwa 2000 mehr als noch vor zehn Jahren. In Gräfelfing stieg die Einpendlerzahl seit 2006 um über 50 Prozent auf heute gut 7200. Ein großer Teil nutzt das Auto, Parkplätze in den Gewerbegebieten sind jedoch knapp. Der Verkehr drängt auch in die Wohnstraßen. Das Leihrad-System der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), das demnächst auf den Landkreis München ausgeweitet wird, soll helfen, die Gewerbegebiete besser an die U- und S-Bahnhöfe anzubinden, damit volle Busse entlasten und so einen Verzicht aufs Auto attraktiver machen.

Zunächst fünf neue Leihrad-Stationen sollen in den Pilot-Kommunen Planegg und Gräfelfing entstehen. Wer hier ein Rad leiht, kann es an jeder anderen MVG-Leihrad-Station wieder abstellen. Die Ausleihe funktioniert über eine Smartphone-App. Die Minute kostet acht Cent. Für Isar-Card-Abonnenten und Studenten gibt es Rabatte und Pakete mit Freiminuten.

„Das wird uns die Parkplatznot nicht nehmen“, sagt Sabine Strack von der Wirtschaftsförderung der Gemeinde Gräfelfing. „Aber es ist ein Baustein.“ Gräfelfing hatte bereits 2015 beschlossen, auf eigene Kosten Leihrad-Stationen von der MVG an drei Standorten installieren zu lassen: jeweils acht oder zehn Räder an den beiden S-Bahnhöfen in Gräfelfing und Lochham sowie im Gewerbegebiet. Ein weiterer Standort in Pasing soll das Netz verdichten.

Inzwischen hat der Landkreis beschlossen, die Hälfte der Anschaffungskosten (zwischen 25 000 und 40 000 Euro je Station) und der Betriebskosten in den ersten Jahren zu übernehmen. Das gilt auch für Planegg, wo der Gemeinderat kürzlich zustimmte, zwei Stationen in der Fraunhoferstraße und der Lochhamer Straße in Martinsried zu finanzieren. Sie sollen das Gewerbegebiet mit seinen 3800 Beschäftigten besser an die U-Bahn in Großhadern anbinden, wo bereits MVG-Leihräder stehen. Eine Integration der bestehenden Leihrad-Stationen der Firma Nextbike am Planegger Bahnhof und in Steinkirchen ist derzeit nicht geplant, obwohl Nextbike auch der Betreiber von „MVG Rad“ ist. Erst wenn der geplante Radweg von Martinsried nach Steinkirchen gebaut ist, soll auch hier – und in einer weiteren Ausbaustufe am Planegger Bahnhof – eine MVG-Station entstehen.

Der Uni-Campus in Martinsried mit seinen vielen potenziellen Nutzern, die die Auslastung verbessern und das Defizit klein halten könnten, bekommt vorerst keine MVG-Station. Die Ludwig-Maximilians-Universität ist derzeit vertraglich an das Leihrad-System der Deutschen Bahn gebunden.

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