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Neurieds einzige Telefonzelle nutzt Christina Le Dren. Das Münztelefon am Marktplatz wird nach den Sommerferien durch eine Telefonsäule ersetzt.

Betrieb unwirtschaftlich

Würmtals letzte Telefonzellen

Würmtal - Die Telekom betreibt im Würmtal nur noch in Gauting öffentliche Fernsprecher. In Neuried wird nach den Sommerferien die letzte Zelle durch ein „Basistelefon“ ersetzt.

Nur noch eine einzige Telefonzelle gibt es bisher in Neuried, ein Münz-Telefon am Marktplatz an der Gautinger Straße 6. Doch „der monatliche Umsatz liegt bei durchschnittlich 16 Euro“, sagt Gemeinde-Sprecherin Christiane Loge – zu wenig, um die Zelle wirtschaftlich zu betreiben. „Die Telekom wollte daher das Telefon zunächst komplett abbauen“, bereichtet Loge. „Die Gemeinde stimmte dem aber nicht zu.“ Das Unternehmen ersetzt daher nun nach den Sommerferien die Zelle durch ein wesentlich günstigeres Basistelefon. Diese freistehende Telefonsäule ist weder vor Wind und Wetter geschützt, noch ist sie beleuchtet. Und: Telefonieren ist weder mit Kleingeld noch mit einer klassischen Telefonkarte möglich. Stattdessen werden eine Kreditkarte oder der Zahlencode einer sogenannten „Calling-Card“ benötigt. Loge: „Eine andere Alternative gab es aber leider nicht.“

Die Gemeinde Neuried ist kein Einzelfall: „In Planegg gibt es schon seit Jahren keine Telefonzelle mehr, die letzte wurde vor der Musikschule abgebaut“, sagt Rathaus-Sprecherin Bärbel Zeller. Die letzte Zelle in Krailling entfernte die Telekom 2013 in der Luitpoldstraße 33. „Ebenso wurden zwischen 2010 und 2012 Telefonzellen in der Pentenrieder Straße 3 und in Pentenried, Am Föhrengrund 4, abgebaut“, so Gemeinde-Sprecher Alexander Broschell. In Gräfelfing gibt es nur noch einzige Telefonzelle am Bahnhofsplatz. „In den letzten Jahren wurden mehrere Zellen abgerissen“, einnert sich Rathaus-Sprecherin Sabine Strack.

Der Grund für den Abbau ist stets der gleiche: Im Smartphone-Zeitalter benutzen viel weniger Menschen die Zellen als früher. „Die Telekom darf daher Städte und Gemeinden wegen eines Abbaus ansprechen, wenn auf deren Gebiet extrem unwirtschaftliche öffentliche Fernsprecher mit einem Umsatz von weniger als 50 Euro pro Monat stehen“, sagt Telekom-Sprecher Markus Jodl. Dies hat die Telekom mit der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände vereinbart. „Denn der Unterhalt einer Telefonzelle kostet Geld, etwa für Strom, Standortmiete und Wartung“, so Jodl. „Wenn die Gemeinde trotzdem an einem Standort festhalten möchte, sprechen wir mit ihr über eine kostengünstige Alternative wie das Basistelefon.“

Nur in Gauting gibt es noch einige Telefonzellen, etwa im Bahnhofsbereich. Doch auch hier bat die Telekom mehrfach die Gemeinde, unwirtschaftliche Standorte rückbauen zu dürfen. Der Gemeinderat stimmte dem zuletzt im Januar 2014 sowie im Januar 2012 zu. „Es handelte sich um Standorte in der Münchner Straße, Starnberger Straße, Gartenpromenade und der Gautinger Straße in Stockdorf“, sagt Rathaus-Sprecherin Charlotte Rieboldt. Der monatliche Umsatz lag hier „größtenteils unter zehn Euro“, sagt Rieboldt. „Auch aufgrund der starken Verschmutzung und Vandalismusschäden“ ließen sich so viele Standorte nicht mehr wirtschaftlich betreiben.

Peter Seybold

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