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Von Bibern gefällter Baum: Dämme bauen die Tiere an der Würm nicht, doch sehen die Gemeinden sich gezwungen, wertvolle Bäume vor ihnen zu schützen.

Biber im Würmtal

Maßnahmen gegen Verbiss wirken

Jetzt beginnt die Zeit, in der der Biber wieder Bäume annagt. Im vergangenen Jahr haben die Vorkehrungen im Würmtal sehr gut gewirkt.

Würmtal – Der Biber fühlt sich wohl im Würmtal. Nicht überall, wo er auftaucht, ist er auch beliebt. Er bedeutet Arbeit für diejenigen, denen die Bäume entlang der Würm gehören. Zumindest Privatleute müssen aber keine Kosten fürchten.

Der Anstrich und die Estrichmatten haben gewirkt; die Maßnahmen vom vergangenen Jahr haben sich als sinnvoll erwiesen. In Planegg hat der Biber im letzten Winter und Frühjahr keinen großen Schaden angerichtet. Aber wie auch in Gräfelfing habe er gemäß seinem Naturell Gehölze benagt, heißt es beim Landratsamt München. Jetzt, da der Winter vor der Türe steht, legt der Biber wieder los. „Im Sommer holt er sich Kräuter und Jungbäume, das findet er im Herbst und Winter nicht“, erklärt der Leiter des Planegger Umweltamtes, Richard Richter. Er versuche nun, an die frischen Triebe zu kommen, „deshalb fällt er Bäume“, erklärt er. Dämme bauen die Biber im Würmtal keine.

„Das Nahrungsspektrum des Bibers umfasst nachweislich mindestens 150 krautige Pflanzenarten und 63 Gehölzarten“, erklärt die Sprecherin des Landratsamtes München, Christina Walzner. Biber gibt es in Gräfelfing, in Planegg, in Stockdorf und im Grubmühler Feld. Dort gilt es nun, prägnante Bäume zu schützen. Aber: „Nicht einmal wir schaffen es, alle unsere Bäume zu schützen“, spricht der Leiter des Planegger Umweltamtes, Richard Richter, für seine Gemeinde. Denn der Aufwand ist groß. Nur die schützenswertesten würden von Mitarbeitern der Gemeinde angestrichen oder mit Estrichmatten gesichert. „Und das funktioniert gut“, ist Richters Resümee. Der Anstrich halte bis zu zehn Jahre. Bei den Estrichmatten könne man den Fehler machen, dass man sie zu nahe am Baum anbringe. Sie sollten in 20 Zentimeter Entfernung vom Baum stehen. „Dann kommt der Biber nicht durch“, versichert Richter. Hasengitter beiße das Tier hingegen durch, meint er.

Für die Gemeinde Gauting meldet Sprecherin Ricarda Polz heuer ebenfalls keine Probleme, obwohl es Verbisse gegeben habe. „Schützenswerte Bäume haben Drahthosen bekommen“, sagt sie. Aber wie in Planegg wurden auch im Gautinger Gemeindegebiet nicht alle Bäume entlang der Würm biberfest gemacht. Für alle reichen die Ressourcen nicht. „Ein bissl was muss man ihm auch lassen“, findet Richter.

Die Sprecherin des Landratsamtes sagt, Schäden an land- oder forstwirtschaftlichen Kulturen oder an gewerblich genutzten Teichanlagen könnten ausgeglichen werden. Für Kommunen allerdings gelten andere Regeln. „Als Teil der öffentlichen Hand können sie keinerlei Schäden beim Biberschadensfonds geltend machen“, erklärt Walzner. „Schäden in Privatgärten werden vergleichsweise selten gemeldet.“ Wenn doch, würden die Betroffenen durch die Biberberater des Landkreises München zu Schutzmaßnahmen beraten. „Material für den Baumschutz wird im Regelfall vom Landkreis kostenneutral zur Verfügung gestellt“, sagt Christina Walzner.

Victoria Strachwitz

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