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Der 90-Millionen-„EuroJackpot“ reizt viele Spieler: Edith Boschen von der Lotto-Stelle im Kraillinger „Tintenklecks“.

90 Millionen im "EuroJackpot"

Würmtaler träumen vom ganz großen Los

90 Millionen Euro: Im „EuroJackpot“ von Lotto gibt es Freitag eine Rekordsumme zu gewinnen. In den Würmtaler Annahmestellen versuchen deutlich mehr Menschen als sonst ihr Glück.

Erst einmal, im Mai 2015, lag der „EuroJackpot“ bei der höchstmöglichen Summe von 90 Millionen Euro. Ein Tscheche mittleren Alters gewann damals. Insgesamt haben aber vor allem viele Deutsche hohe Gewinne bei der Lotterie abgeräumt, zeigt die Statistik. Vielleicht ein Grund, warum vor der Ziehung am Freitagabend bei den Würmtaler Annahmestellen deutlich mehr los ist. Einige sprechen von zehn bis zwanzig Prozent mehr Spielern. Bis zu achtzig Prozent Zuwachs zu normalen Wochen schätzt der Stockdorfer Edeka-Markt.

Den „EuroJackpot“, der in 17 Ländern wie den Niederlanden, Italien und Schweden gespielt wird, gewinnt, wer fünf Zahlen zwischen eins und 50 sowie zwei Zahlen zwischen eins und zehn richtig tippt. Die Chance auf den Hauptgewinn liegt bei 1:95 344 200. Dennoch spielen einige Würmtaler die 2012 gestartete Lotterie. „Das klassische 6 aus 49 ist aber beliebter“, sagt Petra Lang, Chefin des gleichnamigen Gräfelfinger Schreibwarengeschäftes.

Der durchschnittliche Würmtaler Lottospieler geht „vom mittleren Alter bis hin zu 90 Jahren“, beobachtet Gertrud Eulenlehner, die in der Planegger Bahnhofstraße eine Lotto-Annahmestelle hat. „Jüngere geben deutlich weniger Lottoscheine ab.“ Nicht nur Wettbüros, sondern vor allem auch Glücksspiele „der Internet-Konkurrenz“, ziehen Lotto manche Kunden ab, glaubt Edith Boschen von der Kraillinger Annahmestelle „Tintenklecks“. Eine Rolle spielt wohl auch, dass viele Jüngere „aufs Internet umsteigen und dort ihre Lotto-Tipps abgeben“, vermutet Gerlinde Stucken vom gleichnamigen Neurieder Geschäft.

Während einige Läden konstante Zahlen haben, verzeichnen daher viele Stellen deutlich weniger Lotto-Spieler. „Die Leute haben weniger Geld, und Lotto ist dann eine der ersten Sachen, an denen sie sparen“, sagt Gertrud Eulenlehner. Viele Würmtaler füllen auch nur ein Kästchen statt dem ganzen Schein aus.

Die Würmtaler Annahmestellen zahlen Gewinne bis 2500 Euro aus und erfahren daher nur selten von höheren Gewinnen. Und manche Gewinner zeigen sich dankbar. Gerlinde Stucken: „Ein Kunde hat bei uns mal 100 000 Euro gewonnen, ein anderer hat uns nach einem hohen Gewinn zum Essen eingeladen.“

Peter Seybold

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