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„Ein großes Fest“: Isabella Da Silva Melo freut sich auf Olympia, findet aber auch kritische Worte.

Olympische Spiele in Rio de Janeiro

Würmtaler Brasilianer stolz und kritisch zugleich

Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro werden am Freitag, 5. August, eröffnet. Die Brasilianer im Würmtal sind stolz, dass das Ereignis in ihrer Heimat stattfindet. Doch sie üben auch Kritik.

„Wenn ich da wäre, hätte ich versucht, eine Karte zu bekommen“, sagt die Brasilianerin Regina Gewitsch (46) aus Gräfelfing. Sie ist stolz, dass die Olympischen Sommerspiele heuer in ihrer Heimat ausgetragen werden. „Aber wir hätten das Geld eigentlich für andere Sachen gebraucht“, sagt sie. Es sei unglaublich viel für eine Stadt und den Sport ausgegeben worden. „Unser Schulsystem und unsere Krankenhäuser sind am Ende“, gibt sie zu bedenken. Und sie sagt deutlich: „Das stört mich.“

Gewitschs Schwiegertochter Isabella Da Silva Melo (24) aus Gräfelfing ist ebenfalls zwiegespalten in ihren Gefühlen. Einerseits freue sie sich, dass dieses große Ereignis in ihrer Heimat Brasilien stattfindet. Rio de Janeiro ist die erste Stadt in Südamerika in der die Spiele zu Gast sind. „Aber in diesem Moment haben wir keine Struktur für so einen großen Event. Wir haben eine große Krise.“ Der brasilianische Senat hat Staatspräsidentin Dilma Rousseff kurz vor Olympia suspendiert, Brasiliens früherer Präsident Lula da Silva muss sich wegen Behinderung der Justiz vor Gericht verantworten. Der Politiker soll die Ermittlungen zur Korruptionsaffäre um den staatlichen Ölkonzern Petrobras behindert haben.

Die Olympischen Spiele seien ein großes Fest, sagt Isabella Da Silva Melo, aber arme Leute könnten nicht teilhaben. „Das ist echt schade.“ Das Geld werde falsch ausgegeben, kritisiert sie. Und sie meint: „Die Leute in meiner Heimat sind dagegen, dass die Spiele in Brasilien stattfinden.“ Olympia sei ein großes Ereignis, aber es sei nicht passend, dass die Spiele stattfinden, wenn es gleichzeitig Krankenhäusern und Schulen an Geld fehle, sagt Da Silva Melo.

Die Brasilianerin Ane Pinto (40) aus Planegg meint hingegen, dass die Olympischen Spiele Brasilien gut tun werden. Es gehe in den kommenden Wochen nicht nur um die Spiele. „Den Menschen bietet sich eine gute Gelegenheit, mein Land und meine Kultur zu entdecken. Ich bin sehr stolz, dass Brasilien Gastgeber ist.“ Viele Leute würden das wunderschöne Land und die glücklichen Leute kennenlernen, die dort leben, meint sie. „Hier hört man immer, dass die Kriminalität in Brasilien sehr hoch ist. Dort können sie sehen, dass es nicht so schlimm ist.“

Ganz ausblenden will Ane Pinto die Probleme vor Ort aber nicht. „Unglücklicherweise herrscht dort eine politische Krise.“ Die Verwaltung sei nicht besonders gut. Die Regierung habe die Dinge zu locker genommen. Dass viele Dinge, wie beispielsweise das Olympische Dorf, auch kurz vor dem Start der Spiele nicht fertiggestellt waren, beschäftigt auch Regina Gewitsch.

Keine der drei Brasilianerinnen wird während der Olympischen Spiele in die Heimat reisen. Sie werden das Ereignis aus dem Würmtal verfolgen. „Ich finde Beachvolleyball toll“, sagt Regina Gewitsch. „Und die Brasilianer machen das sehr gut.“ Auch Leichtathletik sei interessant. Ihre Schwiegertochter schwärmt besonders für die Lauf-Wettbewerbe. Ane Pinto sagt: „Ich mag es einfach, mein Land zu unterstützen."

vs

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