Nach Münchner Amoklauf vereinzelt Zimmerstornierungen in Würmtaler Hotels

Stammgäste lassen sich Spaß an der Wiesn nicht nehmen

Das 183. Oktoberfest wirft bereits seine Schatten voraus, und München bereitet sich so langsam auf den 17-tägigen Ausnahmezustand vor.

Besonders die Hoteliers haben an der „fünften Jahreszeit“ ihre Freude, bedeutet die Wiesn doch traditionell voll belegte Betten, nicht nur in der Stadt, sondern auch in der Umgebung. So haben die Würmtaler Hotels drei Wochen vor dem Anstich wenig Grund zur Klage. „Es läuft eigentlich so wie immer“, sagt Andreas Weißenfeld vom Würmtaler Gästehaus in Gräfelfing. Weitgehend sei man ausgebucht, nur an den Wochenenden seien noch einige Zimmer frei. „Unter der Woche wird immer stärker gebucht, weil viele Spontanreisende keine Zeltreservierung am Wochenende bekommen“, so Weißenfeld. Die rege Nachfrage treibt die Zimmerpreise nach oben. Statt 95 Euro kostet ein Einzelzimmer zur Wiesn 125 Euro. Es gibt jedoch auch Schnäppchen. Wer kurzentschlossen eines der freien Zimmer am Wochenende bucht, zahlt nur knapp 75 Euro.

Ganz ungetrübt ist Weißenfelds Vorfreude auf die Wiesn aber nicht. Die in diesem Jahr hochkochende Sicherheitsdebatte rund ums Oktoberfest bekommt auch der Hotelier zu spüren. Nach dem Amoklauf in München Ende Juli stornierte eine Firma wegen Sicherheitsbedenken 20 Zimmer. Die meisten Stammkunden des Gästehauses, die teils aus Italien, China oder Russland anreisen, ließen sich aber nicht abschrecken. Bislang jedenfalls. „Es können natürlich noch Stornierungen kommen“, sagt Weißenfeld.

Auch im Hotel Asemann sagten einige Gäste den geplanten Aufenthalt nach dem Amoklauf und den Anschlägen in Bayern wieder ab. „Ein bisschen Verunsicherung spüren wir“, sagt Juniorchefin Alexandra Osterath. Dennoch ist das Planegger Hotel so gut wie ausgebucht, denn größere Gruppen hätten bislang nicht storniert. „Es gibt nur ein paar kleine Lücken“, so Osterath. Neben den Nächten von Sonntag auf Montag, die traditionell weniger nachgefragt sind, ist in diesem Jahr auch noch am ersten Wiesn-Wochenende etwas frei. Die meisten Gäste des Hotels sind Stammgäste. Neben einer Wiesn-Band quartieren sich auch viele Firmen jedes Jahr in Planegg ein.

Das Hotel Asemann erhöht zur Wiesn ebenfalls die Preise. 85 Euro zahlt man für ein Einzel-, 160 Euro für ein Doppelzimmer. Das entspricht einem Aufschlag von etwa einem Drittel, womit das Hotel im Würmtaler Durchschnitt liegt. Wie auch der Pschorrhof in Lochham, der die Preise ebenfalls um 33 Prozent anhebt. Statt 75 Euro kostet ein Zimmer während des Oktoberfests 100 Euro. „Das ist ein kleiner Aufschlag“, findet Inhaberin Antje Langemann. „Wir verdreifachen die Preise nicht wie andere Hotels.“ Im Pschorrhof übernachten zur Wiesnzeit eher weniger Geschäftskunden. Vielmehr bilden kleinere Gruppen, darunter mehrere aus der Schweiz, das Stammpublikum. Von möglicher Terrorangst ist bei denen bislang nichts zu spüren. „Die machen sich da nichts draus. Momentan haben wir keine Stornierungen“, so Langemann. „Was noch kommt, weiß man natürlich nicht.“

Von vermehrten Stornierungen im Vergleich zu den Vorjahren spürt auch das Hotel Dolce Vita in Gräfelfing nichts. „Wir haben keine Absagen bis jetzt. Es läuft sehr gut“, berichtet Inhaber Gioacchino Dimaggio. Auch er begrüßt jedes Jahr viele Stammkunden, viele davon aus Italien. Dank dieser ist das Hotel fast ausgebucht. Nur noch einige wenige Zimmer sind frei.

Niko Aretin

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

88-jähriger Planegger ertrinkt in der Würm

Gräfelfing  - Zu einem tragischen Todesfall ist es am Samstag im Würmtal gekommen. Ein 88-jähriger Rentner aus Planegg ertrank in der Würm.
88-jähriger Planegger ertrinkt in der Würm

Zurück in Harry Potters Zauberwelt

Würmtal -  In den Würmtaler Buchhandlungen wird es ab diesem Samstag wieder magisch: Mit „Harry Potter und das verwunschene Kind“ erscheint die achte Geschichte aus der …
Zurück in Harry Potters Zauberwelt

Höhere Altersgrenze freut die Helfer

Würmtal - Die Staatsregierung will die Altersgrenze für den aktiven Feuerwehrdienst von 63 auf 65 Jahre anheben. Die Feuerwehren im Würmtal reagieren auf dieses Vorhaben …
Höhere Altersgrenze freut die Helfer

„Viel schlimmer geht es nicht“

Die Waldbesitzer im Würmtal klagen über den Borkenkäfer. Heuer hat er den Wäldern zwischen Gräfelfing und Gauting besonders schlimm zugesetzt
„Viel schlimmer geht es nicht“

Kommentare