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Hochwasser an der Würm im August 2010. Feuerwehrleute sicherten überschwemmte Grundstücke an der Bräuhausstraße in Planegg.

Starkregen in Bayern

Auch dem Würmtal drohen Überschwemmungen

Polling und Simbach sind nach der Hochwasserkatastrophe in höchster Not. Experten warnen jetzt: So etwas kann jederzeit auch das Würmtal treffen.

Die Wettervorhersage für die nächsten Tage verheißt weiteren Regen. Der Pegel der Würm ist aktuell nicht hoch. Und für den Hochwasserschutz wurde in den vergangenen Jahren einiges getan. Dennoch kann es auch im Würmtal plötzlich zu Überschwemmungen kommen, so die Experten.

„Wir sind weit weg von der Meldestufe“, sagt die Leiterin des Wasserwirtschaftsamtes München, Sylva Orlamünde, über den Wasserstand der Würm. Die lokalen Starkregenereignisse hätten auf größere Gewässer wie Würm und Starnberger See keine Auswirkungen gehabt. Und der Starnberger See wirke ohnehin wie ein Puffer. Aber: „Dass aktuell kein Gefährdungspotential besteht, heißt nicht, dass es nicht zu Überflutungen und Sturzfluten kommen kann“, betont Orlamünde. Wenn um die 180 Liter Regen pro Quadratmeter in nur wenigen Stunden niederfielen, wie in Simbach, „ist das am besten ausgebaute Gewässer nicht bereit, das aufzunehmen“, sagt sie. „Das ist dieses Jahr ein ganz außergewöhnliches Ereignis.“

Der für den Landkreis Starnberg zuständige Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim, Roland Kriegsch, stimmt ihr zu. Die Böden seien nicht mehr aufnahmefähig, weil sie durch vorangegangene Niederschläge schon gesättigt sind. Und er warnt: „Das Wetter ist unruhig.“ Problematisch sei derzeit: Die Gewitter ziehen nicht übers Land. Sie entladen sich an einer Stelle. Die Gewitterzellen seien zudem so klein, dass sie nicht prognostizierbar seien. „Dementsprechend können wir die Bevölkerung nicht warnen – anders als bei Flutwellen“, bedauert Kriegsch.

Üblicherweise ist der Wasserstand des Starnberger Sees den Würmtalern bereits eine Warnung. Wie beim Hochwasser im August 2010 konnten dann zum Beispiel das Grubmühlerfeld in Gauting geflutet, der Zufluss des Berger Weihers in Krailling geschlossen und Sandsäcke verteilt werden, um größere Schäden zu verhindern. An weiteren Maßnahmen wird gearbeitet. Laut Wilhelm Rodrian, Umweltbeauftragter der Gemeinde Gauting, wurde die Flutmulde im Grubmühlerfeld erst vor wenigen Jahren noch optimiert.

Die Festsetzung der Überschwemmungsgebiete im Bereich der Würm durch das Wasserwirtschaftsamt läuft noch, was den Landkreis Starnberg betrifft. Im vergangenen Jahr war in diesem Rahmen aber festgestellt worden, dass die Würm nicht ganz so gefährlich ist, wie ursprünglich angenommen. Im Fall eines Jahrhunderthochwassers wird nun mit 17 statt 20 Kubikmetern Wasser gerechnet, die Leutstetten passieren könnten. Dementsprechend wurden die Überschwemmungsgebiete verkleinert. Herbert Stepp, Planegger Gemeinderat (Grüne Gruppe 21), könnte sich vorstellen, dass die Gemeinde besonders gefährdete Grundstücke entlang der Würm aufkauft und Baukörper abreißt. So könnten Schäden, beispielsweise durch leckende Ölbehälter, im Falle eines Hochwassers vermieden werden.

Gegen die aktuellen klimatischen Bedingungen könne man nichts ausrichten, sagt Kriegsch. „Da hilft auch kein Hochwasserschutz.“ Er und Orlamünde sind der Meinung, es kann jederzeit auch das Würmtal treffen – genauso wie jeden anderen Ort in Bayern. „Wir haben Glück gehabt“, weiß Orlamünde. Und auch Kraillings FBK-Gemeinderätin Dietlind-Freyer-Zacherl meint: „Jeder denkt, bei mir passiert es nicht. Aber es kann doch mal passieren.“

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