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Ein Koffer und Giraffen-Buchstützen: Bekim Sijarina vom Kraillinger Wertstoffhof zeigt, was sich in der Tauschbörse so findet.

Tauschbörsen für Bedürftige

Vom Geschirr bis zur Akustik-Gitarre

Auf den Würmtaler Wertstoffhöfen findet sich so manch brauchbarer Gegenstand. Planeggs Leiter Günther Riermaier hält dabei wenig von Sammlern.

Würmtal – Fahrräder, Sofamöbel, Bücher, Spiele, Geschirr. Dies ist nur eine kleine Auswahl an funktionstüchtigen Gegenständen, die Tag für Tag auf Wertstoff- und Bauhöfen abgegeben werden. Die Betreiber gehen hiermit würmtalweit ähnlich um. Gut erhaltene Dinge werden gesammelt und interessierten Bürgern in der Tauschbörse kostenfrei zur Verfügung gestellt. „Mengenmäßig ist das nicht erfassbar“, erklärt Matthias Rackwitz, Pressesprecher des Abfallwirtschaftsverbands Starnberg (Awista). Der Zweckverband ist im Würmtal zuständig für die Wertstoffhöfe in Gauting und Krailling sowie deren Teilgemeinden. Auch Günther Riermaier, Leiter der Planegger Institution, hat keinen Überblick über die Anzahl der einkommenden Gegenstände. „Da ist viel Kleinkram dabei, wir müssen den Bereich fast täglich aufräumen.“

Weniger Objekte erhält der Bauhof in Neuried. „Zirka 20 am Tag“ schätzt der Umweltbeauftragte der Gemeinde, Milan Jermar. Dies liege in erster Linie daran, dass es sich um keinen klassischen Wertstoffhof handle. „Wir haben Platzmangel, daher geht das nur sporadisch“, sagt Jermar. Aus diesem Grund werde auch nichts länger als einen Tag aufbewahrt. Noch harscher geht man in Gräfelfing mit funktionablen Gegenständen um. „Wir haben nur eine Fläche für Kleinigkeiten wie Geschirr“, erklärt Bauhofleiter Helmut Degen. Nach ein bis zwei Tagen werde alles entsorgt. „Wenn jemand besonderen Wert darauf legt, dass seine Besitztümer weiterverwendet werden, verweise ich auf andere Stellen, wie die Caritas.“ Für größere Objekte gebe es keine Stelle für Abholer: „Das kommt alles in den Sperrmüll.“

In Planegg verfolgt man eine andere Strategie. Fahrräder gehen an die Stiftung „Regenbogen“, Drucker-Toner an den Verein „Rote Nasen“. Auch werde auf die Einrichtung „Klawotte“ und den „Helferkreis Asyl“ verwiesen, so die Umweltbeauftragte Kerstin Tanzmeier. Der Rest wird in der Börse gelagert – und findet dort großen Anklang. „Die ist sehr begehrt. Gute Dinge gehen teils direkt in wartende Hände und gar nicht erst in den entsprechenden Bereich“, sagt Riermaier. Im Moment seien auch zunehmend Asylbewerber vom Standort Fürstenrieder Straße zu Besuch. Kritisch sieht der Hofleiter die teils täglich erscheinenden Planegger Stammkunden, die schon lange aus profitablen Gründen aufschlügen: „Ich bin mir sicher, dass das ein oder andere später auf Flohmärkten oder Internetplattformen angeboten wird. Der Hintergedanke der Tauschbörse ist aber, dass Mitbürger, die sich manche Dinge nicht leisten können, kostenfrei ausgestattet werden.“ Um den unerwünschten Besuchern entgegenzuwirken, ist der Aufenthalt in der Börse auf eine halbe Stunde begrenzt.

Die Bandbreite an bereitgestellten Gegenständen ist gemeindeübergreifend riesig. „In erster Linie sind es bei uns Möbel, Bücher und Porzellan“, erklärt Awista-Sprecher Rackwitz. Doch auch ein Zelt und eine Akustik-Gitarre seien kürzlich in Krailling abgegeben worden. Für die Ausgabe an Interessierte ungeeignet seien indes Fahrräder und elektronische Geräte. „Aus Haftungsgründen“, wie Rackwitz erklärt.

Die bislang recht magere Börse in Neuried könnte in den kommenden Jahren einen Schub bekommen. „Wir haben vor, Bau- und Wertstoffhof zusammenzulegen. Dann ist da mehr machbar“, erklärt Jermar, der seine Hoffnung in Rathauschef Harald Zipfel legt: „Wir haben einen Recycling-Bürgermeister."

Michael Grözinger

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