Geplante Landschaftsschutzgebiete (schwarz umrandet): In der Gemeinde Neuried sollen 24 Hektar am Ortsrand (Karte links), in Planegg und Gräfelfing 32 Hektar entlang der Würm künftig erhöhten Schutz genießen. Karten: Landratsamt München

Umstrittener Landschaftsschutz

Würmtal - Bürokratischer Unsinn oder sinnvolle Maßnahme? Seit dieser Woche können sich Bürger im Würmtal dazu äußern, ob sie neue Landschaftsschutzgebiete gutheißen.

Nach heftigen Diskussionen hat der Kreisausschuss die Ausweisung von zwei neuen Landschaftsschutzgebieten im Würmtal auf den Weg gebracht. Eine Entscheidung, die kontrovers beurteilt wird: Neuried und Planegg begrüßen sie, in Gräfelfing stößt sie auf heftigen Widerstand. Die Pläne liegen in allen drei Rathäusern aus, die Bürger sind zur Beteiligung an dem Anhörungsverfahren aufgerufen.

Entlang der Würm sollen in Gräfelfing und Planegg rund 32 Hektar unter Schutz gestellt werden. „Der Landschaftsschutz ist an beiden Enden der Würm in den Landkreisen Starnberg und München bereits vorhanden. Es ist unverständlich, warum dieser Teil ausgeschlossen ist“, sagt Joachim Bender, Schriftführer des Grünzug-Netzwerks Würmtal. Für den Leiter des Planegger Umweltamtes Richard Richter ist die Ausweisung eine Frage der Wertschätzung. „Es ist nur ein sehr schwaches Instrument, wenn es um die Unter-Schutz-Stellung geht. Da muss keiner Angst haben.“ Bender geht es darum, eine bürokratische Hürde aufzubauen. Im Moment gebe es keine Pläne, entlang der Würm zu bauen. „Aber man weiß ja nie“, sagt er.

Gräfelfings Bürgermeister Christoph Göbel wehrt sich gegen die Ausweisung: „Wir brauchen doch nicht noch mehr Bürokratie“, schimpft er. Eine Baugenehmigung alleine reiche dann nicht mehr. „Der Gartenbesitzer kann nicht mehr frei pflanzen, was er will“, sagt Göbel. Für alles müsse er dann eine Erlaubnis einholen. „Das Landschaftsschutzgebiet schützt gar nichts, sondern bedeutet nur zusätzlichen bürokratischen Aufwand.“

Im Übrigen sei eine Staatsstraße im Landschaftsschutzgebiet - die Gräfelfings Bürgermeister „im Gegensatz zu den Befürwortern des Landschaftsschutzgebietes verlegen lassen will - ein Widerspruch in sich, bemerkt er. Die Würm liege der Gemeinde Gräfelfing am Herzen. Sie gebe viel Geld aus, um Grundstücke entlang des Gewässers mittels Vorkaufsrechts zu erwerben, um sie dann von Bebauung frei zu halten, zugänglich zu machen und zu renaturieren. Als Gewässer erster Ordnung sei die Würm ohnehin bereits stark geschützt. Das müsse genügen, findet Göbel. Er ist dankbar, dass zumindest der Paul-Diehl-Park nicht mehr in den Plänen enthalten ist. Wie sich Gräfelfing im Verfahren äußern wird, muss noch der Gemeinderat entscheiden. Göbel rechnet nicht damit, dass sich viele Bürger für die ausgelegten Pläne interessieren. Die Menschen begrüßten, dass die Würm geschützt werde - was dies allerdings mit sich bringe, verstünden die wenigsten.

In Planegg wird sich der Umweltausschuss am 24. März mit dem Thema befassen und eine Stellungnahme abgeben. Einen Tag später endet die Auslegung der Pläne in den drei betroffenen Würmtal-Gemeinden. Neurieds Gemeinderäte haben sich bereits positiv entschieden. Seit inzwischen 20 Jahren wolle die Gemeinde den Bereich, insgesamt 24 Hektar, als Landschaftsschutzgebiet ausweisen lassen, so Robert Erhard, Leiter des Umweltamtes.

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