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Das Küchenteam des Reformhauses Mayr hat regelmäßig vegane Gerichte auf der Speisekarte. Unser Foto zeigt Bärbel Karzel und Koch Solomon Tsegaye beim Anrichten.

Nachfrage zu gering

Vegane Speisen die Ausnahme

Vegane Ernährung findet immer mehr Anhänger. In Würmtaler Gaststätten ist der Trend aber noch nicht angekommen. Nur vereinzelt bieten Restaurants vegane Gerichte auf ihrer Speisekarte an.

Als eines der wenigen Lokale hat etwa das Bistro des Planegger Reformhauses Mayr ständig einige vegane Gerichte im Angebot. Gebratenen Kürbis mit Kirschtomaten auf Rucola-Salat, ein südindisches Black-Curry mit Basmatireis sowie einen Kartoffel-Bratling mit gebratener Polenta und Brokkoli an Mandel-Soße gab es etwa in der vergangenen Woche. „Wir haben einen hohen Stammkundenanteil, die sich bewusst mit ihrer Ernährung auseinandersetzen“, sagt Chefin Alexandra Meyer. Viele kämen bewusst in das Bistro, weil sie wüssten, dass es dort vegane Gerichte gibt. „Die Nachfrage steigt an“. Auch im Reformhaus liefen vegane Lebensmittel gut, besonders vegane Soßen sowie Hülsenfrüchte. Das Martinsrieder „Piccolo“ bietet unter anderem indisches Gemüse sowie das vegane indische Linsen-Nationalgericht „Dal“ an.

Das Reformhaus und das Piccolo sind nahezu die einzigen Würmtaler Restaurants, die vegane Gerichte auf der Karte haben. Denn die Nachfrage der Würmtaler danach sei sehr gering. „Wir sind ein bayerisches Wirtshaus, da erwarten die Leute solche Gerichte wohl gar nicht“, sagt Daniela Heide vom Planegger Heide-Volm. „Wir kochen auf Anfrage gerne extra ein veganes Gericht, auf der Karte lohnt sich das nicht“, sagt Antje Langemann, Wirtin des Lochhamer Pschorrhof. „Es gibt bei uns nach veganen Gerichten überhaupt keine Nachfrage“, sagt Ricardo Sicilano, Inhaber des Gräfelfinger Villa Casale. Auch der Kraillinger Alte Wirt sowie das Planegger Bräustüberl haben etwa keine veganen Gerichte auf der Karte.

So wie der Pschorrhof bereiten die meisten Restaurants gerne extra ein veganes Gericht zu, wenn ein Gast danach fragt. Gerade bei Feiern wie Geburtstagen oder Hochzeiten kann bei Reservierungen ein veganes Gericht mit aufgenommen werden. „Bei solchen Feiern mit 60, 70 Leuten ist dann auch fast immer ein Veganer mit dabei, das fällt uns auf“, sagt Sabri Konxheli, Wirt der Kraillinger Brauerei. Manchmal können auch die vegetarischen Gerichte, die die meisten auf der Karte haben, zu einem veganen Gericht umgestaltet werden, etwa indem beim Salat die Joghurt-Soße weggelassen wird.

Für die Küche bedeuten vegane Gerichte trotzdem oft einen hohen Aufwand. Da Veganer alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs meiden, können viele Soßen, Nudeln, Spätzle, Knödel und vieles andere bei solchen Gerichten nicht Bestandteil sein. „Bei fast allem mit Geschmack ist Eiweiß oder Butter mit dabei, auch viele Beilagen gehen dann nicht, und wir müssen mit dem Material sehr aufpassen“, sagt Antje Langemann. Die Köche achten bei Veganern oft schon darauf, dass in der gleichen Pfanne vorher nicht etwas mit tierischem Ursprung zubereitet wurde – das wollen viele Veganer nicht. Wenn, sind die Würmtaler Veganer eher weiblich und jünger als männlich und älter, beobachten die Wirte. Mehr als nach veganen Gerichten würden viele Gäste nach bestimmten Allergie auslösenden Zutaten fragen, heißt es in manchen Restaurants.

Peter Seybold

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