Brunnen 11 im Obermühltal wurde wegen Verunreinigung vom Netz genommen. A-Foto: Sibo

Verunreinigung:

Gesundheitsamt lässt Trinkwasser im Würmtal chloren

Würmtal - Das Trinkwasser im Gebiet von Gauting bis Gräfelfing wird seit Mittwochnachmittag gechlort. Bei einer wöchentlichen Routinekontrolle wurden Enterokokken gefunden.

Das Gesundheitsamt Starnberg hat die Chlorung des gesamten Trinkwasser-Netzes in den Gemeinden Gräfelfing, Planegg, Krailling und Gauting angeordnet. Rund 12 000 Haushalte sind betroffen. Eine unumgängliche Vorsorgemaßnahme, wie Amtsleiter Harald Staskiewicz sagt. „Wenn Grenzwerte überschritten werden, müssen wir reagieren.“ Beim Brunnen 11 im Obermühltal stellte der Würmtal-Zweckverband gestern eine Verunreinigung mit Enterokokken fest. Sie sei ein Indikator dafür, dass sich möglicherweise auch andere Erreger im Wasser befinden, so Staskiewicz.

Die Probe war am Montag entnommen worden, gestern um 12 Uhr lag die Analyse vor. „Auf 100 Milliliter ist eine koloniebildende Einheit festgestellt worden“, so Christian Binder, technischer Leiter beim Würmtal-Zweckverband. Auch wenn es sich um „die niedrigst mögliche Überschreitung“ handelt, wurde drei Stunden später bereits mit der Chlorung begonnen. Enterokokken dürfen im Trinkwasser nicht vorkommen, die Toleranzgrenze liegt bei Null.

Bei Enterokokken handelt es sich um Fäkalkeime, die Infektionen wie etwa Durchfall auslösen können. Der Laborbefund ist für Binder überraschend, da es für die Verkeimung keine offensichtliche Ursache gibt und der Brunnen seit Jahren in Ordnung ist. Der Bereich ist größtenteils Wald, Weidewirtschaft gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft nicht. Vorsichtshalber hat der Zweckverband neben Brunnen 11 auch den in der Nähe gelegenen Brunnen 12 vom Netz genommen.

Das Trinkwasser wird voraussichtlich ein bis zwei Wochen lang gechlort; hierzu wird dem Wasser 0,2 mg/l Chlordioxid zugesetzt. Würmtaler Labors und Kliniken hat der Zweckverband darüber bereits am Mittwoch in Kenntnis gesetzt. Bei einer Chlorunverträglichkeit sollten Verbraucher deshalb während dieser Zeit handelsübliches Trinkwasser verwenden. Aquarienbesitzer bittet der Zweckverband, selbst abzuklären, ob das gechlorte Wasser für Fische verträglich ist und gegebenenfalls andere Bezugsquellen nutzen. Ansonsten könne das Leitungswasser weiterhin ohne Einschränkungen verwendet werden.

Laut Binder dürfte verkeimtes Trinkwasser vor der Chlorung nur in sehr geringen Umfang beim Verbraucher angekommen sein. Das Wasser aus Brunnen 11 wird gemischt und macht nur 20 Prozent der Einspeisung aus, 80 Prozent stammen aus anderen Quellen; zudem befinde sich ein Großteil des verkeimten Wassers noch in einem der Hochbehälter. Gesundheitsamtsleiter Staskiewicz: „Ich gehe davon aus, dass keine allgemeine Gefährung für die Verbraucher bestanden hat.“

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