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Das vorerst letzte Würmesia-Prinzenpaar Carsten I. und Uli I. wurde vor einem Jahr auf dem Münchner Marienplatz der Öffentlichkeit präsentiert. Sie waren das 66. Prinzenpaar seit Gründung der Faschingsgesellschaft.

Würmesia in der Krise

Erster Fasching ohne Prinzenpaar

München - 66 Prinzenpaare – und jetzt das: Heuer steht die „Würmesia“ erstmals ohne da. Die Präsidentin plant nun einen Neuanfang.

Die Würmesia hat es heuer schwer getroffen. In letzter Minute ist der Faschingsgesellschaft das Prinzenpaar abgesprungen. So muss sie jetzt zum ersten Mal seit ihrer Gründung 1949 mit einem Kinderprinzenpaar auskommen (wir berichteten). Für den Verein ist das ein Schlag.

Eine Faschingsgesellschaft mit einem Kinderprinzenpaar hat es nicht leicht. Wer geht zum Empfang der Prinzenpaare bei Münchens Oberbürgermeister, wenn dieser zur Schulzeit stattfindet? Wann wird der Prinz zum Ende der Faschingszeit beerdigt, wenn er doch um 24 Uhr nicht mehr auf der Bühne stehen darf, weil er zu jung ist? Bei der Würmesia sind die Verantwortlichen derzeit auf der Suche nach Lösungen, während sie ein viel größeres Problem zu meistern haben: Was wird aus der Würmesia?

Seit Mai ist Tanja Wissel Präsidentin des Vereins. Sie will das Ruder herumreißen. Sie will, dass die Würmesia weiterlebt. Dabei setzt sie auf einen Neuanfang. Im Mittelpunkt steht die Jugend. „Kinderbälle kommen sehr gut an“, sagt sie. Also soll es mehr davon geben. Heuer sind schon mehr Veranstaltungen geplant als sonst – trotz fehlendem Prinzenpaar.

Mit der Jugendarbeit kennt sich Wissel aus. Bis zu ihrer Wahl als Präsidentin war sie für die Jugend des Vereins verantwortlich. Die Arbeit mit dem Nachwuchs sei 2009 ihre Vision gewesen, sagt Würmesia-Ehrenpräsident Hermann Breitenberger. „Jetzt zahlt sich’s aus“, meint er. „Sonst wären wir weg vom Fenster.“ Sonst hätte die Würmesia heuer gar kein Prinzenpaar. Breitenberger meint: „Es war absehbar, dass es so kommt, und es wird auch bei anderen Gesellschaften so kommen.“ Es gebe heutzutage kaum Bälle. Zudem sei der Fasching früher etwas Besonderes gewesen. Um sich zu kostümieren, müsse man heute nicht mehr bis zum Fasching warten, sagt er und verweist auf das Oktoberfest und Halloween.

Tanja Wissel will die Menschen aber weiter zum Lachen und Träumen bringen. Um das möglich zu machen, sind Ausdauer, Zeit und Ehrenamt gefragt. Für ein paar Krapfen, wie Breitenberger sagt, müssten die Tänzer von Juni bis Januar ein bis zweimal wöchentlich trainieren, dann hätten sie 50 bis 60 Auftritte. Wissel will die Jugend animieren, da mitzumachen. Und sie will so viel Nachwuchs gewinnen, dass später genug über 18-Jährige übrig bleiben, die tanzen und ein Prinzenpaar stellen. Sie ist positiv gestimmt, dass das gelingen wird. Aber: „Es wird ein paar Jahre dauern“, meint sie. Derzeit sind von den 150 Mitgliedern des Vereins 15 in der Jugendgarde.

Victoria Strachwitz

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