Wie gefährlich ist es wirklich?

Apple warnt vor der Strahlung des iPhone 7 - und gibt Tipps

Berlin - Das neue iPhone 7 übersteigt bei den Messungen alle Strahlungswerte, die je bei Smartphones gemessen wurden. Nun warnt der Hersteller selbst auf seiner Internetseite.

Dass Handystrahlung als gefährlich gilt, ist nichts Neues. Wie gefährlich sie ist, darüber wird allerdings immer noch gestritten. Bisher wurden noch keine wissenschaftlichen Beweise für eine generelle Gesundheitsgefährdung durch Handy-Strahlen nachgewiesen. Nun aber haben zwei iPhone-Modelle der Marke Apple in diesem Zusammenhang für Aufsehen gesorgt.

Der maßgebliche Wert, um die Strahlenbelastung eines Handys anzugeben, ist der so genannte SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate), der besagt, wie stark sich Gewebe durch die Hochfrequenzstrahlung eines Mobiltelefons erwärmt. Der von der Weltgesundheitsorganisation WHO maximal annehmbare Wert für die SAR-Strahlung liegt bei 2. Die beiden Produkte iPhone 7 und iPhone 7 plus liegen bei einem Wert von bis zu 1,38 - und überschreiten damit deutlich alle bisher dagewesenen Smartphone-Werte. Grund könnte ein neues Antennendesign oder das neue Intel-Modem sein.

Apple selbst warnt vor der Strahlung

Apple selbst empfiehlt auf der Herstellerseite: „Um die HF-Belastung zu vermindern, können Sie eine Freisprechoption verwenden, beispielsweise den integrierten Lautsprecher, die mitgelieferten Kopfhörer oder ähnliches Zubehör. Das iPhone sollte mindestens 5 mm vom Körper getragen werden. Dadurch ist gewährleistet, dass die Belastung nicht über den in den Tests ermittelten Werten liegt. Gehäuse mit Metallteilen können die HF-Leistung des Geräts verändern und dessen Konformität mit den Richtlinien zum Schutz vor HF-Energie in einer Weise beeinträchtigen, die nicht getestet oder zertifiziert wurde.“

Das Problem bei dem SAR-Wert: Hat ein Handy schlechte Empfangseigenschaften, muss es ständig eine hohe Sendeleistung nutzen. Trotz niedrigem SAR-Wert kann es dann eine hohe Strahlungslast erzeugen. Somit können Schutzhüllen, die eigentlich vor den SAR-Strahlen schützen sollen, den Empfang des Handys so sehr verschlechtern, dass die Strahlungsbelastung dadurch noch weiter ansteigt.

Headset statt Boykott

Die Seite Techbook.de hat eine Vergleichstabelle mit den SAR-Werten verschiedener Smartphones veröffentlicht. Bei diesem Vergleich sieht das iPhone 7 schlecht aus:

iPhone 7: 1,384

iPhone 7 +: 1,238

iPhone 6s: 0,87

iPhone 1. Generation: 0,62

Google Pixel: 0,33

Samsung Galaxy S7: 0,41

One Plus 3: 0,394

LG G5: 0,596

Aufgrund der hohen Werte nun die neuen Apple Produkte zu boykottieren, wäre wohl allerdings etwas übertrieben. Allerdings könnte, und da bei jedem Smartphone, die Nutzung eines Headsets sinnvoll sein. Diese haben, selbst wenn sie via Bluetooth funktionieren, meist einen geringeren Strahlungswert als jedes Handy.

kah

Rubriklistenbild: © dpa

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