Kennen Sie noch „LOAD "NAME",8,1“?

Commodore-64-Liebe: Diese 11 Fotos werden Jüngere nicht verstehen

München - Haben Sie den Satz „Einen C64 hatte ich auch mal“ auch aus Ihrem Mund gehört? Und denken bei „Brotkasten“ nicht zuerst an Gebäck? Dann verstehen Sie diese elf Fotos und Videos, die Jüngere verwirren werden.

Man glaubt es kaum: Ein Exemplar des Commodore 64 ist tatsächlich noch in Betrieb und leistet seinen Dienst in einem kleinen Unternehmen. Ob es sehr viele weitere sind? Unwahrscheinlich. Die meisten noch existierenden Exemplare dürften in irgendwelchen Kellern verstauben. 

Bei eBay gehen die Dinger je nach Zustand und Zubehör für rund 50 Euro weg. Eigentlich ist so ein „Brotkasten“ aber zu schade, um ihn zu verkaufen. Schließlich hängen bei den meisten Kindern der 80er und 90er noch so viele Erinnerungen dran.

Unser Tipp: Wenn Sie noch einen funktionstüchtigen C64 daheim haben, holen Sie ihn doch einfach mal wieder heraus und schließen ihn an. Oder aber Sie schwelgen mit uns einfach ein wenig in Erinnerungen.

Dutzende Spiele auf einer Kassette

Die Spätgeborenen, die USB-Sticks mit riesigen Datenmengen in ihren Hosentaschen spazieren tragen, werden das gar nicht mehr verstehen: Spiele für den Commodore 64 wurden auf Kassetten gespeichert. Ja, auf Kassetten! Und es passten Dutzende drauf:

#Repost @retro_gaming with @repostapp ・・・ #C64 #Commodore #Commodore64 #TurboTape

Ein von 80-luku (@80luku) gepostetes Foto am

Von der Datasette zum Diskettenlaufwerk

Für die Kassetten gab es spezielle Abspielgeräte. Später kamen dann auch Diskettenlaufwerke auf den Markt. Labrigge „Fünfeinviertelzoll“-Disketten schluckten die, auf die zum damaligen Zeitpunkt unfassbare Datenmengen fassten. So sahen die aus:

Der Brotkasten

Wann und warum genau der Commodore 64 seinen Spitznamen „Brotkasten“ bekam, das lässt sich 2016 nicht mehr so einfach nachvollziehen. Es war und ist aber unter Eingeweihten ein gängiges, liebevolles Synonym.

Der Begriff rührt wahrscheinlich von der klobigen Form des Geräts her, das in seiner Größe ausgehöhlt auch einer halben Bäckerei Platz geboten hätte.

Commodore 64 drawn in @macaffinity designer #retro #8bit #commodore #commodore64

Ein von Steve (@stevebozzy) gepostetes Foto am

Ein Fernseher als Bildschirm!

Natürlich gab es auch seinerzeit spezielle Monitore. Meist wurde aber für den Commodore 64 einfach nur ein konventioneller Röhrenfernseher als Bildschirm zweckentfremdet. Da ließ sich der C64 problemlos anschließen. Das waren noch Zeiten!

Kein langes Hochfahren - und Ready

Warum brauchen moderne PCs eigentlich immer so lange, um hochzufahren? Das war beim C64 anders. Den hat man angemacht, und schon meldete sich das Betriebssystem. Mit einem freundlichen Ready und einem blinkenden Cursor.

Keine Tausend Hintergrundprogramme und Virenscanner, die erst geladen werden mussten. Wie schön das doch war!

Rütteln am Joystick

Nicht wenige Spiele wurden durch „Rütteln“ gezockt. Das ging so: Man schnappte sich einen Joystick und bewegte diesen ganz schnell nach links und rechts. Die Dinger hielten erstaunlich viel aus. Aber über kurz oder lang gingen sie kaputt. Die günstigsten kosteten zehn Mark, die guten schon an die 30-40. So manche Jüngeren werden unter dem Begriff „Joystick“ etwas Schmuddeliges verstehen. So sah das damals aus:

10 Print „Peter ist doof“, 20 Goto 10, Run

Viele, die heute als Informatiker die ganz hohe Kunst programmieren, machten ihre ersten Gehversuche am C64. Denn schon am Startbildschirm konnte man losprogrammieren. „Basic“ nannte sich die sehr einfach gehaltene und leicht zu erlernende Programmiersprache, die mit dem Commodore 64 daherkam. 

Natürlich konnten damit auch komplexe Programme geschrieben werden. Es soll sogar Leute gegeben haben, die ihre Eltern mit dem Argument von einem C64-Kauf überzeugt hatten, dass man damit ja was Sinnvolles machen könnte. Und dann am Ende doch nur zockte. Oder rudimentäre Programme schrieb.

Solche Schnipsel verstehen nur Eingeweihte:

10 Print „Peter ist doof“

20 Goto 10

Run

So sah das dann aus:

Komma 8 Komma 1

Um Spiele oder andere Anwendungen von einem Datenträger zum Laufen zu bringen oder sich auch nur anzeigen zu lassen, was denn auf diesem drauf ist, brauchte es spezielle Befehle. Die gingen dem Commodore-64-Nutzer in Herz und Blut über. Erinnern Sie auch auch noch an das berühmte „Komma 8 Komma 1“ bzw. den kompletten Befehl LOAD "NAME",8,1, mit dem man Programme starten konnte?

It's alive! #commodore64 #commodore

Ein von Jon (@mobilesuitfundam) gepostetes Foto am

Die Spiele hatten noch echten Humor

Die heutigen PC- und Konsolen-Spiele überbieten sich mit einer noch ausgefeilteren Grafik, noch waghalsigerer Animation, noch mehr Tempo und noch mehr Realismus. Das konnten C64-Games natürlich nicht bieten. Dafür hatten sie eines zu bieten: großartigen Humor. 

Ganz vorne mit dabei: Der Adventure-Hersteller Lucasfilm Games (später in LucasArts umbenannt). Spiele wie Zak McKracken (Foto) oder Maniac Mansion waren Dauer-Schenkelklopfer. 

#WednesdayIntroGG Zak McKracken

Ein von Gecko Gamer (@gecko.gamer) gepostetes Video am

Die Spiele waren aufs Wesentliche reduziert

Der Spielspaß stand zu jeder Zeit im Vordergrund bei den Games. Und viele waren Vorläufer anderer großartiger Genres, die nachwachsende Generationen begeistert haben. Ein Beispiel: Giana Sisters aus der Feder des deutschen Softwareunternehmens Rainbow Arts, das nicht nur durch seine grandiose Musik verzückte, sondern - natürlich gemeinsam mit Nintendos Konsolen-Hit Super Mario Bros. - auch den Weg ebnete für viele andere Jump‘n‘Run-Spiele.

Statt eines Fotos gibt‘s hier angemessenerweise ein Video:

Ein echter Nerd-Schreibtisch mit C64

Na, haben Sie sich und Ihre Jugend wiedererkannt? Und konnten in Erinnerungen schwelgen? So oder so ähnlich sah jedenfalls ein echter Nerd-Schreibtisch mit einem C64 aus:

Unser Tipp für alle Nostalgiker: C64-Spiele online zocken

Es gibt verschiedene Seiten, bei denen man alte C64-Games online zocken kann. Natürlich kostenlos. Das macht zwar nicht so viel Spaß wie früher am Joystick, und manches wirkt halt 2016 doch etwas antiquiert. Aber für den einen oder anderen Nostalgie-Flash ist es allemal gut. Eine mögliche Anlaufstelle, zumal auf Deutsch, ist online-retrogames.de, wo viele einstige Lieblingsspiele nur zwei Klicks entfernt sind. 

Gespielt wird mit der Tastatur. Aber Vorsicht: Die meisten heutigen PC-Keyboards halten weit weniger aus als einst die C64-Joysticks. Wir haften nicht für Tasten, die Ihnen beim Nostalgie-Dauerfeuer entgegenfliegen.

Armin Linder

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