+
Facebook ermöglicht es Werbepartnern, Anzeigen für Chatbots im Newsfeed zu schalten. Firmen können mit Nutzern auf diese Weise in direkten Kontakt treten. Foto: Jens Büttner

Direkte Kommunikation

Facebook lässt Anzeigen für Messenger-Bots schalten

Facebook macht es Entwicklern von Chatbots für seinen Messenger leichter, die Aufmerksamkeit von Nutzern zu gewinnen. Anzeigen im Facebook-Newsfeed können nun direkt persönliche Unterhaltungen in dem Kurzmitteilungsdienst auslösen.

Lissabon (dpa) - Facebook macht Ernst mit dem Geldverdienen in seinem Kurzmitteilungsdienst Messenger mit mehr als einer Milliarde Nutzer. Unternehmen können künftig im Newsfeed der Facebook-Mitglieder Anzeigen platzieren, die beim Anklicken eine Unterhaltung im Messenger starten.

Der Kurzmitteilungsdienst biete die passende Plattform für solche direkte Kommunikation mit den Kunden, zeigte sich Messenger-Chef David Marcus auf der Internet-Konferenz "Web Summit" in Lissabon überzeugt. Die neue Art der Anzeigen sei nun weltweit für alle Werbepartner verfügbar.

Unter den ersten Kunden für die neuen Anzeigen seien bekannte Marken wie Absolut Vodka. Die Getränkefirma biete auf diesem Wege Gutscheine für Gratis-Drinks an. In den USA könne in der selben Unterhaltung im Messenger auch ein Fahrdienst für den Heimweg gebucht werden.

Facebook kündigte bereits seit einiger Zeit an, dass mit der Interaktion zwischen Unternehmen und ihren Kunden im Messenger Geld verdient werden soll. Seit Frühjahr können Firmen Chatbots auf die Messenger-Plattform bringen, in denen Software eine Unterhaltung mit den Nutzern führt. Inzwischen seien rund 34 000 solcher Bots aktiv.

Am Anfang sei die Qualität vieler Chatbots schlecht gewesen, "es gab auch viel Hype", sagte Marcus. Inzwischen sei das Niveau viel höher, "auch weil wir in den vergangenen Monaten ein Ökosystem für Entwickler aufbauen konnten". Ein Erfolgsbeispiel seien sechs Millionen Interaktionen mit der Entwicklerfirma des Computerspiels "Call of Duty" innerhalb von 24 Stunden zum Start eines neuen Games. Nun solle die Suchfunktion verbessert werden: "Wir haben das Gefühl, dass es schließlich genug Bots gibt, die ein gutes Erlebnis bieten."

Damit die Messenger-Inbox nicht mit Werbe-Nachrichten überflutet wird, gibt es die Regel, dass Entwickler die Nutzer nach einem Tag nicht mehr anschreiben können, wenn diese nicht reagieren. Jetzt bekommen sie zusätzlich die Möglichkeit, die Nutzer auch danach noch mit bezahlten Nachrichten anzuschreiben. Solche "gesponserten Messages" könnten aber komplett blockiert werden, betonte Marcus.

Facebook teste im Messenger auch die neue Funktion "Rooms", in der Gruppen für Mitteilungen zu einzelnen Themen organisiert werden können, gab Marcus in Lissabon bekannt. Kurzmitteilungsdienste ersetzten den Austausch von Telefonnummern, betonte er. "Warum sollte ich heute jemandem eine Abfolge von Zahlen geben, wenn er mich einfach über meinen Namen finden kann?"

Mit dem Messenger und WhatsApp mit ebenfalls mehr als einer Milliarde Nutzer hat das weltgrößte Online-Netzwerk eine besonders starke Position im Markt der Kurzmitteilungsdienste.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Facebook, Twitter und YouTube bekämpfen gemeinsam Terror-Propaganda

Menlo Park - Facebook, Twitter und YouTube tun sich zusammen, um effizienter gegen terroristische Propaganda im Internet vorzugehen. Wie sie das anstellen wollen? Ein …
Facebook, Twitter und YouTube bekämpfen gemeinsam Terror-Propaganda

Immer gut unterhalten: Mit Podcasts unterwegs

Ob beim Pendeln zur Arbeit, auf dem Laufband im Fitnessstudio, während einer langen Zugfahrt oder im Bett vor dem Einschlafen: Dank Smartphone, Tablet & Co lassen sich …
Immer gut unterhalten: Mit Podcasts unterwegs

Flüchtlings-App "Ankommen" jetzt auch als Homepage

Wie bekomme ich einen Deutschkurs? Wie ist es anderen Einwanderern ergangen? Wie ticken die Deutschen? Solche Fragen dürften sich viele Flüchtlinge anfangs stellen. Die …
Flüchtlings-App "Ankommen" jetzt auch als Homepage

Menschen in Deutschland am liebsten mit Smartphone online

Wiesbaden - Laptops und Desktop-Computer sind nicht mehr die erste Wahl, um ins Internet zu gehen. Die Menschen in Deutschland greifen für das Surfen im Netz bevorzugt …
Menschen in Deutschland am liebsten mit Smartphone online

Kommentare