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Abwedler, Nachbelichter, Schwamm: Diese klassischen Retouchierwerkzeuge kommen auch bei Programmen wie Photoshop zum Einsatz. Foto: Inga Kjer

Fotos mit Aha-Effekt: Bildbearbeitung für Einsteiger

Pinsel und Schwamm, Lasso-Werkzeug und Stempel: Für den Laien mögen Bildbearbeitungsprogramme wie ein Buch mit sieben Siegeln wirken. Egal ob teure Software wie Photoshop und Lightroom oder Freeware wie Gimp und Paint.net: Einige dieser Tricks machen jedes Bild schöner.

Grefrath (dpa/tmn) – Man kennt das ja: Die Brandung sieht auf dem Foto längst nicht so spektakulär aus wie in der Realität, auf dem Bild von der Mohnblumenwiese entdeckt man eine unschöne Zigarettenschachtel. Auf den ersten Blick ärgerlich, sind solche Makel aber kein Drama.

"Man erhält bei fast jedem guten Foto mit Hilfe der Bildbearbeitung ein noch besseres", sagt der Fotograf und Fototrainer Peter Roskothen. Hier einige Tipps und Tricks für Einsteiger.

Helligkeit: Eine Person im Gegenlicht eines Fensters, der Waldrand vor dem sonnenerleuchteten Himmel - bei solchen Bildern fehlen Bildinformationen, weil die Kamera einige Bereiche zu stark oder zu schwach belichtet. "Es gibt in den verschiedenen Programmen die Möglichkeit, einzelne Stellen zu erhellen oder abzudunkeln", erklärt Joachim Hoeft, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen-Anhalt der Gesellschaft für Fotografie (GfF). Der Nachbelichter etwa verdunkelt einzelne Bildbereiche, erklärt Thomas Striewisch von der Fotoschule Ruhr. Der Abwedler hellt einzelne Bereiche auf. Mit dem Schwamm-Werkzeug kann man schließlich in ausgewählten Stellen die Farbsättigung anpassen. Die Intensität der Werkzeuge lässt sich manuell einstellen. "Lieber schwach einstellen und mehrmals drüber gehen", empfiehlt Hoeft. So kann man präziser arbeiten. Ist ein Bild insgesamt unter- oder überbelichtet kann die Belichtung auch im Nachhinein angepasst werden. Die Einstellung findet sich meistens bei den allgemeinen Farbeinstellungen. Über den Belichtungsregler kann das Bild hier als ganzes heller oder dunkler gemacht werden.

Schärfe und Kontrast: Mit einem starken Kontrast wirken leicht schwammige Bilder schärfer. Man kann ihn entweder durch Befehle wie "Unscharf Maskieren", Schieberegler oder spezielle Werkzeuge wie das Klarheit-Werkzeug anpassen. Wichtig ist dabei, die Anzeigegröße des Bildes groß genug zu stellen. "Man muss das Bild immer auf 100 Prozent stellen, damit man die Schärfe richtig sieht", sagt Hoeft. Mit entsprechendem Zoom lassen sich auch unschöne Säume an den Kanten vermeiden, die bei übertriebener Schärfung entstehen und den Bearbeiter leicht entlarven. Eine Sache geht aber mit aller Technik nicht: "Eine echte Unschärfe im Bild scharf zu bekommen, ist nachträglich nicht möglich", stellt Peter Roskothen klar. Porträts verbessern: Kleine Hautunreinheiten, matte Farben oder rote Augen lassen sich beheben. Striewisch rät davon ab, rote Augen einfach nur mit schwarzer Farbe zu übermalen: "Dann fehlt der Glanz." Manche Programme bieten spezielle Rote-Augen-Werkzeuge. Außerdem lassen sich kleine Makel wie Flecken oder Hautunreinheiten mit Stempel- oder Heilungswerkzeugen wegzaubern.

Der Stempel nimmt dafür eine Stelle im Bild auf und kopiert sie über den unerwünschten Bereich. Mit dem Heilungswerkzeug können Nutzer die zu verbessernde Stelle markieren, und die Software errechnet die passende Korrektur. Ein einfacher Trick, um Porträts zu verbessern, ist Zähne und das Weiß der Augen mit dem Abwedler aufzuhellen, schlägt Fotograf Striewisch vor. Wird dann noch die Iris mit Schwamm und Farbsättigung zum Leuchten gebracht, wirkt das Bild ausdrucksstärker.

Schwarzweißfotos: Schwarzweiß ist nicht gleich Schwarzweiß. "Man kann 100 verschiedene Schwarzweißbilder aus einem Foto erzeugen", weiß Roskothen. Denn genau wie in der Farbversion lassen sich einzelne Bereiche verstärken oder reduzieren, Kontraste setzen oder weiche Übergänge schaffen. "Wichtig für die digitale Schwarzweißentwicklung ist, dass man nicht einfach nur die Sättigung zurücknimmt, sondern das monochrome Foto bewusst erzeugt", rät Roskothen. Einige Programme bieten dafür Voreinstellungen an. Alternativ lassen sich die einzelnen Graubereiche über Schieberegler in den Farbeinstellungen aber auch manuell nachbearbeiten.

Ebenen: Damit beim Bearbeiten nicht das Originalbild aus Versehen kaputtretouchiert wird, sollte mit Ebenen gearbeitet werden. Dazu sollte man vor der ersten Bearbeitung ein Duplikat der Hintergrundebene anlegen. Das geht in vielen Programmen mit den Tastenkombinationen Strg und J, CMD und J oder über die Option "Ebenen" in der Menüleiste. Dann wird eine Kopie des Bildes über das Originalbild gelegt, und alle Veränderungen finden auf der neuen Ebene statt. Geht dann etwas schief, kann man immer wieder zum Original wechseln.

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