Die große Show der Leisetreter

- Wer versucht, einen großen Trend auf der CeBIT 2003 auszumachen, der tut sich schwer. Auf der Messe werden heuer keine bahnbrechenden Technologien vorgestellt, und auch neue Rekorde nach dem Motto "kleiner, schneller, bunter" wird man vergeblich suchen. Doch das soll nicht bedeuten, dass es in Hannover nichts Spannendes zu entdecken gibt: Interessante Neuerungen werden an den Schnittpunkten, wo sich PC, Mobiltelefon oder Fotografie berühren, vermeldet - Mobilität ist Trumpf und hat viele Gesichter.

<P>Wachstumsmarkt digitale Fotografie</P><P>So setzt der Prozessor-Hersteller Intel heuer nicht auf Tempo, sondern auf Mobilität. Möglich macht's der Chipsatz "Centrino". Notebooks, die mit der Mobilvariante des Pentium-Prozessors ausgestattet sind, können ohne weitere Aufrüstung in lokalen Netzwerken drahtlos kommunizieren. Das Besondere an Centrino ist, dass hier hohe Leistung und Stromersparnis Hand in Hand gehen. </P><P>Neu und mobil sind auf der CeBIT auch die Tablet-PC's, die im Vorjahr erst als Studien zu sehen waren. Tablet-PC's sind leichtgewichtige Notebooks mit einem Touch-Screen, auf dem der Anwender mit einem Stift handschriftlich seine Texte eingeben kann. Eine Tastatur ist bei diesen Geräten überflüssig, da die Eingaben durch Handschriftenerkennung gelesen und automatisch übertragen werden.</P><P>Einen Boom erlebte 2002 die digitale Fotografie und so wundert es kaum, dass sie viel Ausstellungsfläche auf der CeBIT einnimmt. Gezeigt werden in erster Linie hochauflösende Kameras für den (semi-)professionellen Bereich, wie etwa die "Dimage F300" von Minolta, die bei 185 Gramm Gewicht mit fünf Megapixeln Auflösung glänzt. Weil keine digitale Kamera ohne leistungsfähiges Speichermedium auskommt, hat sich bei den Speicherkarten einiges getan: Auf der CeBIT 2003 sollen die ersten kleinformatigen Modelle mit 256 Megabyte Speicherkapazität zu sehen sein. </P><P>Doch die digitale Fotografie ist schon lange keine exklusive Domäne der Kamerahersteller mehr, denn PC, Handy und Fotografie wachsen weiter zu praktischen "Multi-Use-Geräten" zusammen. Sony stellt mit seinem neuen Taschen-PC "Clié´ NZ90V" einen solchen digitalen Alleskönner vor. Der Handheld ist mit einer Digicam ausgestattet, die eine Auflösung von 2 Millionen Pixel, Blitz und Zoom-Funktion bietet. Über den Farb-Display kann man seine Foto- und Video-Aufzeichnungen ansehen. Ferner kann das Gerät über die integrierte Bluetooth-Schnittstelle Daten schnurlos übertragen. Auch für den drahtlosen Weg ins Internet ist der Clié´ vorbereitet: Für die Kommunikation in lokalen Netzwerken ist er mit einer Karte aufrüstbar. Der Sony Clié´ ist auch für Audio-Aufzeichnungen gerüstet und kann als Organizer genutzt werden. </P><P>Erstaunlich ruhig ist es um das Thema UMTS geworden. Zwar will die Telekom-Tochter T-Online noch in diesem Jahr mit UMTS starten, aber die meisten Handy-Hersteller verhalten sich zurückhaltend. Für die Verbraucher ist die entscheidende Frage, ob die neuen UMTS-Handy auch mit den bestehenden GSM-Standards funktionieren, der Übertragungstechnik, die bislang den Versand von multimedialen Inhalten ermöglicht. Denn wer investiert schon gerne viel Geld in eine Technologie von morgen, wenn er das Gerät unter heutigen Bedingungen nicht nutzen kann. Motorola stellt deshalb Handys vor, die zwar schon mit UMTS-Technologie ausgestattet sind, die aber auch in GSM-Netzen funktionieren. </P><P>Wie stark die digitale Welt zusammen wächst, verdeutlicht BITKOM-Vizepräsident Willi Berchtold am Beispiel des Internet: Bis vor zwei Jahren sei das Internet ein reines PC-Netz gewesen. Mittlerweile handelt es sich um eine hybrides Netz, was bedeutet, dass es neben PC's auch Kameras, Handys, Autos und sogar die heimische Heizungsanlage miteinander verbindet . . .<BR><BR></P>

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