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Das neue iPhone 7 kommt ganz ohne Ansteckmöglichkeit für Kopfhörer aus.

Do-it-yourself-Kopfhörerbuchse

Ironie nicht verstanden: User zerstören ihre iPhones

Das neue iPhone 7 hat keinen Klinkenstecker für die Kopfhörer mehr. Ein Life-Hack-Video des User TechRex soll vermeintliche Abhilfe schaffen. Doch es ist alles ein Fake - mit schwerwiegenden Folgen.

Visionäre Idee oder billiger Versuch, den Profit zu steigern? Darüber sind sich die User im Netz zur Zeit nicht einig. Fakt ist allerdings: Dem neuen iPhone 7 von Apple fehlt die Klinkenbuchse, um herkömmliche Kopfhörer an das Smartphone anzuschließen. Wer mit dem iPhone 7 Musik hören möchte, ohne seine komplette Umgebung zu beschallen, muss nun zusätzlich die teure, aber kabellose Alternative dazu kaufen. 

Im Internet kursiert ein Video des Users TechRex, das den iPhone-7-Nutzern Abhilfe für ihr Kopfhörer-Problem verspricht. "Geheim-Trick - wie man wieder eine Kopfhörerbuchse an sein iPhone 7 bekommt" - "Secret Hack To Get Headphone Jack on the iPhone 7". So verspricht es TechRex seinen Zuschauern. Über 15 Millionen Mal wurde das Video bislang angeklickt. Zu sehen bekommt man dann das neue iPhone 7, wie es, fest eingeschlossen in einem Schraubstock, mit einem Bohrer bearbeitet wird. Innerhalb weniger Sekunden entsteht ein Loch, und die alten Kopfhörer passen wieder ins Smartphone. Wahrlich ein vermeintlich genialer Trick!

Aber: Er ist leider nicht ernst gemeint!

Wer TechRex kennt oder sich etwas intensiver mit seinem YouTube-Kanal beschäftigt, weiß jedoch schnell, dass dieser allgemein einen enormen Spaß daran hat, Dinge auf diverse Art und Weise zu zerstören. So landeten beispielsweise schon Smartphones gegrillt in der Mikrowelle oder aufblasbare Swimmingpools wurden zum Platzen gebracht.

Nicht jeder scheint sich allerdings so sehr mit TechRex‘ Profil auseinanderzusetzen oder zu hinterfragen, ob es wirklich einen Sinn haben kann, sein iPhone mit einem Bohrer zu bearbeiten. Wie der Stern berichtet, haben einige Nutzer den ironischen Humor des Videos wohl nicht ganz begriffen und die Anweisungen zum Freilegen eines Kopfhöreranschlusses an ihrem neuen iPhone 7 befolgt. Das alleine ist schon recht lustig. Viel lustiger ist es hingegen noch, dass einige User hinterher Kommentare zum Video verfassten. Und sich darüber beschwerten, dass ihr Smartphone die Anwendung nicht unbeschadet überstand.

Eine herbe Enttäuschung

So schrieb James C. beispielsweise: "Ich habe es probiert und es endete damit, dass das Display hin ist und nichts mehr geht. Echt - ich habe den schlimmsten Fehler meines Lebens gemacht, als ich mir das Video hier anschaute." Und David I. ließ sich wohl gleich doppelt auf den Arm nehmen: "Ein Freund sagte mir, das würde prima funktionieren, er hätte es auch schon bei sich gemacht. Aber als ich das iPhone anmachen wollte, ging nichts mehr. Ich hab es noch mal überprüft und ich habe auch wirklich den 3,5-Millimeter-Bohrer genommen. Ich habe also keinen Fehler gemacht! Was ist da passiert! Hat noch jemand sonst das Problem?" Auch Fragen wie beispielsweise, welcher Bohrer dafür am besten geeignet sei oder ob man wirklich einen Schraubstock dafür brauche zeigen, dass manche User nicht ganz verstanden zu haben scheinen, dass TechRex hier nur einen kleinen Scherz machen wollte.

Auch nur Fake?  

Andere wiederum springen auf den fahrenden Zug auf und amüsieren sich köstlich über die Naivität ihrer Mituser. So lässt User Mark verlauten:  "Hier haben ein paar Leute Probleme, ich gebe euch mal ein paar Tipps. Ihr dürft nicht vergessen, das Gerät nach dem Bohren gut zu säubern. Dafür müsst ihr es 15 Minuten ins Spülwasser legen, bis sich die Metallspäne alle gelöst haben. Dann nehmt ihr das iPhone raus und schüttelt es ordentlich aus. Das sollte eure Probleme beenden." Sehr gut. Wer sein Handy noch nicht kaputtgebohrt hat, der hat es spätestens danach geschafft, ihm den Rest zugeben. Aber kann es wirklich sein, dass Menschen auf so etwas hereinfallen? Nun, ganz wird sich nicht klären lassen, wie viele der User-Kommentare wirklich ernst gemeint sind. Aber bei 15 Millionen Zuschauern dürfte es recht wahrscheinlich sein, dass manch einer das Augenzwinkern des Videos übersehen hat.

kah

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