Wer mit der Foto-App "Prisma" aufgenommene Bilder filtert, kann kleine Kunstwerke produzieren. Unklar ist, was mit den Daten geschieht, die der Betreiber dabei sammelt. Foto: Apple/Prisma Labs Inc.

Kult-App Prisma: Datenschutz ist unklar

Die Entwickler der beliebten Foto-App Prisma räumen sich in ihren Nutzungsbedingungen weitgehende Rechte ein. Auch persönliche Daten könnten an Dritte weitergegeben werden.

Berlin (dpa/tmn) - Mit Prisma können Nutzer von iOS-Smartphones Fotos im Stil bekannter Kunstwerke verfremden. Die App hat es schnell auf Platz eins der beliebtesten Gratis-Apps für iOS geschafft (Stand 12. Juli). Was aber mit persönlichen Daten und den eigenen Fotos passiert, ist unklar.

Laut der Datenschutzerklärung der App können Daten wie Log-Dateien, Geodaten und weitere Informationen an Dritte weitergegeben werden. Dabei geht es auch ausdrücklich um die Weitergabe von Daten an Werbenetzwerke für maßgeschneiderte Werbung. Für die hochgeladenen Fotos räumen Nutzer den Betreibern außerdem weitgehende Nutzungsrechte ein. Wie lange sie gespeichert werden und was letztendlich mit den Bildern geschieht, bleibt unklar.

Dass Fotos zum Verfremden zunächst auf die Server des Unternehmens geladen werden müssen, liegt an der Funktionsweise von Prisma. Wie Mitgründer Alexey Moiseenkov gegenüber " TechCrunch" erklärt, werden hochgeladene Bilder analysiert, dann erstellt ein so genanntes Neurales Netzwerk aufgrund dieser Informationen ein neues Bild im gewünschten Stil. Auf dem Smartphone würden die aufwendigen Berechnungen dafür zu lange dauern.

Geld verdienen wollen die Macher der App möglicherweise später einmal über bezahlte Filteroptionen, wie Moiseenkov andeutet. Bislang sind Download und Nutzung von Prisma kostenlos. Zu den Investoren gehört unter anderem die "Mail.ru"-Gruppe, die auch das russischsprachige soziale Netzwerk "VKontakte" betreibt und Anteile an Facebook hält.

Datenschutzerklärung von Prisma (Englisch)

Nutzungsbedingungen von Prisma (Englisch)

Bericht von TechCrunch (Englisch)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Avalanche: Betroffene müssen Rechner prüfen

Bonn - Wer sich Schadsoftware eingefangen hat, gibt sie oft ungewollt weiter. Ermittler haben gerade eine riesige Steuerungsinfrastruktur für Botnetze zerstört. Nun sind …
Avalanche: Betroffene müssen Rechner prüfen

Technik-Christkindl: So finden Sie das richtige E-Book

München - Bald ist Weihnachten. Doch was den Liebsten schenken? Vielleicht ein E-Book? Falls ja, brauchen Sie das passende Gerät. Das tz-Technik-Christkindl hilft.
Technik-Christkindl: So finden Sie das richtige E-Book

Facebook: Wichtige neue Funktion noch mit Schwächen

San Francisco - Im November kündigte Mark Zuckerberg an, dass Facebook bald gegen sogenannte Fake-News vorgehen wolle. Die ersten Tests laufen offenbar. Allerdings …
Facebook: Wichtige neue Funktion noch mit Schwächen

Transparenzverordnung für Internet-Anschlüsse

Berlin - Internetnutzer fragen sich manchmal, ob sie von ihrem Provider tatsächlich die vereinbarte Datenübertragungsrate erhalten. Eine neue Verordnung der …
Transparenzverordnung für Internet-Anschlüsse

Kommentare