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Lokalisten.de macht zu.

Vor allem für Münchner wichtig

Lokalisten macht heute für immer zu - warum sich jeder nochmal einloggen sollte

München - Lange Zeit versuchte das deutsche Portal Lokalisten, sich seine Daseinsberechtigung zu erhalten - am 30. September ist nun endgültig Schluss. Für Nutzer ist das ein guter Grund, sich ein letztes Mal einzuloggen.

Seit Jahren kämpft das soziale Netzwerk Lokalisten ums Überleben. Nun muss sich das deutsche Portal dem übermächtigen Riesen Facebook endgültig geschlagen geben – die ProSiebenSat1Media SE hat bekanntgegeben, das soziale Netzwerk bis zum 30. September zu schließen.

Es ist eine deutliche, aber keineswegs überraschende Niederlage: Die goldenen Zeiten der deutschen Plattform sind bekanntermaßen schon lange vorbei. 

Dabei begann alles so vielversprechend: Kurz nach ihrem Launch im Jahr 2005 hatte die Plattform der fünf Gründer aus München großartige Erfolge zu verzeichnen; die Benutzerzahl stieg bald sprunghaft an. Im darauffolgenden Jahr stieg die ProsiebenSat1-Mediengruppe ein und sorgte mit großen Werbekampagnen für einen deutlich erhöhten Bekanntheitsgrad des Freunde-Portals. Im Jahr 2009 hatte die Zahl der Besuche laut Branchentrendscout.de mit 43,2 Millionen ihren Höchststand erreicht – und stürzte danach dramatisch ab. 2010 erreichte das global agierende Erfolgskonzept „Facebook“ auch endgültig Deutschland, was Lokalisten eine deutlich geschrumpfte Nutzeranzahl bescherte.

Seit 2011 gehörte das Portal dann vollständig zur ProSiebenSat1 AG. Die Mediengruppe versuchte zunächst händeringend, das Portal zu einer Art Nischenprodukt umzufunktionieren – vor allem im Raum München schien dieser Plan eine Weile lang tatsächlich aufzugehen. Und trotzdem scheiterte die Seite letztendlich an den kontinuierlich rückläufigen Mitgliederzahlen – am Ende stagnierte die Zahl der Nutzer bei monatlich 600.000 Visits. Man habe in dem Portal keine Wachstumsperspektive mehr gesehen und deshalb beschlossen, das soziale Netzwerk bis zum 30. September zu schließen, so ein Sprecher laut Handelsblatt.

Unbedingt nochmal einloggen

Für alle, die noch über ein (höchstwahrscheinlich seit langer Zeit stillgelegtes) Lokalisten-Profil verfügen, bleiben einige wenige Tage Zeit, um sich noch einmal einzuloggen. Und diese letzte Möglichkeit sollte in jedem Fall genutzt werden: Zum einen können Nutzer längst vergessene Bilder und Nachrichten, die ihnen sehr am Herzen liegen, sichern. Zum anderen können dieselben aber auch gelöscht werden, wenn man fürchtet, dass das Internet eben doch nie vergisst und die Bilder womöglich im Netz herumgeistern.

Außerdem ist es im Großraum München, in dem das Portal offenbar lange Zeit eine gewisse Daseinsberechtigung genoss, durchaus möglich, dass da noch ein paar ungelesene Nachrichten im Postfach warten. Womöglich ist ein alter Bekannter beim Surfen auf ein vertrautes Profil gestoßen und hat ein nette Botschaft hinterlassen. 

Doch auch allein aus Nostalgiegründen lohnt sich ein abschließender Lokalisten-Besuch – wo sonst kann man sich ein letzte Mal über mehr oder wenige gelungene Profilfotos kaputtlachen, ellenlange Chatverläufe durchforsten oder im berühmt-berüchtigen Gästebuch stöbern? Das geht nur auf Lokalisten.

Sophie Lobenhofer

 

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