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Microsoftt Surface Pro 4: Das neue Tablet mit Laptop-Power wurde in vielen Details verbessert.

Microsofts neues Profitablet

Microsoft Surface Pro 4 im Test: Flachmann mit Potenzial

München - Das Microsoft Surface Pro 4 ist ein Notebook im Tablet-Format. Im Test zum Release erfahren Sie alles über die Leistungen und den Preis des Geräts.

Rein äußerlich sind das neue Microsoft Surface Pro 4 und sein Vorgänger kaum zu unterscheiden. Die Gehäuseform hat sich praktisch kaum geändert, das Display ist mit 12,3 Zoll (31,3 Zentimeter, etwas weniger als ein DIN A4-Blatt) jedoch etwas größer geworden. Beim Gewicht hat Microsoft gespart (786 Gramm), auch ist das Surface Pro 4 etwas dünner geworden. Es misst nun 8,5 Millimeter und ist damit dicker als Apples iPad Pro (6,9 Millimeter). Allerdings kann man beide Geräte nicht wirklich vergleichen, denn Microsoft platziert Microsofts Surface Pro 4 wieder als Notebookersatz mit vollwertigem Windows 10, Tastatur, USB und dergleichen. Apple hingegen hält Mega-Tablets nicht für geeignet, Notebooks zu ersetzen. Das spiegelt sich auch in Funktionen und Design des iPad Pro wieder.

Eines hat sich bei Microsofts Surface Pro 4 ebenfalls nicht geändert: Das solide Magnesium-Gehäuse kann beim Design nicht mit Apple und anderen Herstellern mithalten. Bei einem Arbeitsgerät, als das Microsoft das Surface Pro 4 verstanden wissen will, ist das nach Ansicht des Windows-Konzerns wohl auch nicht nötig. Dafür bietet Microsoft mit dem stufenlos ausklappbaren Ständer auf der Rückseite eine Funktion, die man sich bei anderen Tablets wünschen würde. Die beiden Kameras erreichen bei der neusten Generation fünf Megapixel in der Front- und acht Megapixel in der Rückseiten-Optik; die Hauptkamera kann auch Videos in 1080p aufnehmen.

Microsoft Surface Pro 4: Als Arbeitsgerät bestens geeignet

Seinen Job macht Microsofts Surface Pro 4 famos. Je nach Ausstattung werkeln aktuelle Intel-Chips in der Windows-Flunder, Skylake ist die neuste Architektur, die Computerhersteller verbauen können. Damit ist es je nach Nutzung (Texterfassung, Bildbearbeitung) 15 bis 30 Prozent schneller als sein Vorgänger. Den Lüfter hört man nur selten, wenn das Surface richtig spurten muss, und auch dann stört er normalerweise nicht. Die Leistung ist je nach Konfiguration und damit Preis in Ordnung und kann durchaus ein Ultrabook ersetzen. Microsoft hält also Wort. Mit einem Hochleistungsrechner kann das Microsoft Surface Pro 4 freilich nicht konkurrieren, dafür ist es auch nicht gebaut. Mit der optionalen Dockingstation (230 Euro) kann das Surface aber als Schreibtischrechner fungieren.

Das Display des Microsoft Surface Pro 4 ist bei einer Auflösung von 2736 auf 1824 Pixel scharf und angenehm hell. Das Display spiegelt, auch wenn Microsoft von "blendarm" spricht, was verschmerzbar ist - eine kleine Lageänderung reicht oft schon, um die Reflexionen verschwinden zu lassen. Die Darstellung der Farben ist angenehm, besser als beim Vorgänger. Kurzum: Am Display gibt es nichts zu kritisieren.

Längere Laufzeit, neue Prozessoren: Microsoft Surface Pro 4 hält neun Stunden - theoretisch

Die neuen Prozessoren haben Vorteile - nicht nur mehr Leistung. Sie sind stromsparender, was Microsofts Surface Pro 4 eine etwas längere Laufzeit beschert. Bis zu neun Stunden hält es laut Hersteller durch - je nach dem, was man damit macht. Die Angabe bezieht sich auf Video-Wiedergabe; sobald WLAN und/oder Bluetooth laufen, wird es spürbar weniger. Bisweilen muss das Surface Pro 4 schon nach fünf Stunden an den Stecker. Apropos WLAN: Das Surface Pro 4 funkt mit bis zu theoretisch 867 Mbit/s, was die meisten WLANs aber gar nicht können. Die weiteren Schnittstellen entsprechen dem Bekannten: USB, Micro-SD-Karte, Display-Port für externe Monitore. Manche bemängeln, dass USB-C fehlt. Der noch recht neue USB-Standard, den Apple beim MacBook einsetzt, ist aber noch nicht sehr verbreitet. Die nächste Surface-Generation wird unter Umständen damit aufwarten können.

Das Microsoft Surface Pro 4 kommt mit Windows 10 daher, und das in der Pro-Version. Damit kann es alle Windows-Programme ausführen, wobei insbesondere bei Spielen die Hardware technische Grenzen setzt. Office-Anwendungen und dergleichen schafft das Tablet spielend, auch Tabellenkalkulationen größerer Art sind kein Problem. Windows 10 macht mit seinem Tabletmodus die Arbeit angenehm, man kann aber ebenso mit Maus und Tastatur arbeiten und sich das regelmäßige Putzen des Displays sparen.

Ein Surface Pro 4 allein reicht nicht

An einem hat sich nichts geändert: Das Tablet allein ist im Prinzip kaum brauchbar, das Surface kann dann seine Stärken nicht einmal ansatzweise ausspielen. Deswegen ist der Kauf des Type Covers (150 Euro) Pflicht. Microsoft hat jenes für das Surface Pro 4 weiter verbessert, es macht einen stabileren Eindruck. Die Tastatur ist tadellos, der Druckpunkt ist angenehm, die Tastatur klappert nicht. Das auch mit großen Händen gut zu bedienende Type Cover dient zugleich als Schutz für das Tablet und hat ein größeres Trackpad, der ebenso untadelig ist.

Seltsamerweise liefert Microsoft den Surface-Stift mit, der sich magnetisch am Gehäuse anbringen lässt, wenn er nicht gebraucht wird. Zwingend nötig ist der Stift normalerweise nicht. Er kann zur Bedienung verwendet werden, zum Zeichnen (was er tadellos erledigt) oder für handschriftliche Notizen. Das klappt deutlich besser als beim Vorgänger, der noch eine spürbare Verzögerung zwischen Stifteinsatz und Darstellung in Microsofts Notizen-Programm OneNote aufwies. Microsofts Surface Pro 4 gefällt besser, auch wenn es noch immer nicht Papier ersetzen kann.

Microsofts Surface Pro 4 ist ein teures Vergnügen

Leistung hat ihren Preis, und das gilt auch für Microsofts Surface 4 Pro. Die Preise beginnen bei 999 Euro, wobei Microsoft derzeit eine Cashback-Aktion bis 450 Euro bei Abgabe eines Altgerätes anbietet und es reduzierte Preise für Studenten gibt. Die kleinste Version wartet mit einem Core m3, 128 GB SSD und vier GB RAM auf - eigentlich recht wenig. Unser von Microsoft bereitgestelltes Testgerät hatte einen i5 mit 2,4 GHz, acht GB RAM und eine 256 GB große SSD - diese Konfiguration schlägt mit 1449 Euro zu Buche. Wer höchste Leistung haben will, zahlt 1000 Euro mehr für 512 GB SSD, 16 GB RAM und i7-Prozessor. Dazu kommt jeweils das Type Cover. Das Surface Pro 3 wird abverkauft.

Fazit

Mit dem Surface Pro 4 hat Microsoft eine konsequente Modellpflege betrieben und seine Tablet-Profi-Linie auf den neusten Stand gebracht. Das Surface ist weniger ein Tablet, sondern mehr ein modulares Ultrabook. Für den Hausgebrauch ist es schlicht überdimensioniert, fürs Büro- oder Studentenleben aber ein guter Kompromiss. Das Konzept eines vollwertigen Rechners in Tablet-Form jenseits der 10-Zoll-Grenze ist jedoch nicht mehr einzigartig – andere Hersteller (zuletzt HP) ziehen nach, und Apple hat mit dem iPad Pro ein ähnliches Gerät im Angebot. Microsoft ist dabei mit Windows 10 als Multi-Plattform-System leicht im Vorteil, erkauft den aber mit Schwächen bei der Bedienung, die nicht immer intuitiv wie von anderen Touchscreen-Systemen gewohnt ist. Auch unser Testgerät hatte noch punktuelle Probleme mit der Touchscreen-Eingabe nach längerer, intensiver Benutzung.

Microsoft Surface Pro 4: Konfigurationen und Preise

  • Surface Pro 4 (Intel® Core™ M3), 4 GB RAM, 128 GB Speicher: 999 €
  • Surface Pro 4 (Intel® Core™ i5), 4 GB RAM, 128 GB Speicher: 1099 €
  • Surface Pro 4 (Intel® Core™ i5), 8 GB RAM, 256 GB Speicher: 1449 €
  • Surface Pro 4 (Intel® Core™ i7e), 8 GB RAM, 256 GB Speicher: 1799 €
  • Surface Pro 4 (Intel® Core™ i7e), 16 GB RAM, 256 GB Speicher: 1999 €
  • Surface Pro 4 (Intel® Core™ i7e), 16 GB RAM, 512 GB Speicher: 2.449 €

Für Unternehmen sind angepasste Konfigurationen mit unterschiedlichen SSD-Größen erhältlich.

Zubehör für das Microsoft Surface Pro 4

  • Surface Pro 4 Type Cover: 149,99 €
  • Surface Dock: 229,99 €
  • Surface-Stift: 64,99 € (gehört zum Lieferumfang)

Das Microsoft Surface Pro 4 ist seit wenigen Tagen bei Microsoft im Store sowie im Fachhandel erhältlich.

Notebook im Tablet-Format: Microsoftt Surface Pro 4

ike

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