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Handy hat heute jeder – aber muss man immer gleich den vollen Preis bezahlen?

Es geht: Handys zum geringen Preis

Smartphones für unter 100 Euro: Vier Geräte im Test

München - Ein Smartphone kann über 1000 Euro kosten – oder unter 100 Euro. Den Preisrekord für Superteuer-Handys hält momentan Apple mit 1075 Euro für die 128-GB-Version des iPhone 6S Plus. Doch auch für weniger als zehn Prozent davon gibt es immer mehr Auswahl.

Wir verraten, was Sie von Smartphones unter 100 Euro erwarten können, und stellen vier U-100-Handys vor.

Stärken und Schwächen: Die Pflichtaufgaben wie Mailen, Surfen, WhatsApp, Facebook, Telefonieren und Simsen erledigen auch die Günstig-Smartphones problemlos. Und das reicht vielen Handybesitzern völlig aus. Kompromisse müssen Sie machen: Unschärfere Bildschirme, schlechtere Kameras, langsamere Prozessoren, kürzere Akku-Laufzeiten und ein schlichteres Design zeigen die Unterschiede zu iPhone oder Samsung Galaxy. Aktuelle Spiele-Apps ruckeln oft über den Bildschirm, und auch das Surfen kann sich zäher und hakeliger anfühlen. Doch dafür sparen Sie viel, viel Geld. Achten Sie beim Kauf auf diese Kriterien: Der Datenturbo LTE sollte möglichst an Bord sein, der Bildschirm eine hohe Auflösung bieten (über 200 Pixel pro Zoll/ppi). Und in Sachen Android ist zumindest Version 5 Pflicht – die veralteten Vorgänger sind unsicher und machen es Hackern leicht.

Motorola Moto E (2. Generation): Für rund 90 Euro erfüllt das Motorola viele unserer Kriterien. Android ist mit Version 5.0 recht aktuell, der Bildschirm bietet mit 4,5 Zoll einen guten Kompromiss aus Größe und Handlichkeit. Außerdem ist er mit 245 ppi sogar relativ scharf. Vor allem der Akku glänzt, und hält beim Surfen gut 11 Stunden durch. LTE und die 5-Megapixel-Rückkamera passen ebenfalls. Extrem gespart hat Motorola allerdings an der Frontkamera: Bei 0,3 MP wenden sich Selfie-Fans erschüttert ab. Ansonsten ist das Moto E ein sehr solides Einsteiger-Smartphone.

Microsoft Lumia 550: Android 4,5 oder 6? Mit dem Lumia für etwa 90 Euro braucht Sie Googles Software-Wirrwarr nicht zu interessieren, denn es läuft mit Windows 10. Die Bedienung mit ihren Kacheln erinnert also an den PC zuhause. Und MS Office mit Word oder Excel ist auch an Bord. Das ist ideal für Einsteiger, die sich damit nicht groß umgewöhnen müssen. Und die Hardware mit LTE, 4,7-Zoll-Bildschirm und exzellenten 315 ppi überzeugt auch. Die Schärfe ist fast auf dem Niveau des iPhone 6S mit 326 ppi. Selbst die Kameras (2 MP/5 MP) schlagen sich achtbar. Das Lumia ist eine erstklassige Alternative zu Android-Handys – und der klare tz-Kauftipp unter 100 Euro.

ARCHOS 50e Neon: Nagelneu – der frische Smartphone-Franzose kommt erst in diesen Tagen für 80 Euro in die Läden. Deshalb ist Android auch auf dem (fast) allerneuesten Stand. Mit Version 6 sind Sie in Sachen Sicherheit besser für die Zukunft gerüstet als mit einem Android-5-Smartphone. Kameras mit 2 MP (vorne) und 8 MP (hinten) sind ebenso solide wie der Vierfach-Prozessor. Leider fehlt LTE, und der 5-Zoll-Bildschirm ist mit 196 ppi kein Schärfewunder. Hier liegen Sie etwa auf dem Stand des iPhone 3GS aus dem Jahr 2009. Doch für den Preis lässt sich darüber vielleicht hinwegsehen. Zum Trost gibt’s farbige Wechsel-Cover.

THL T6C: Das kryptische Kürzel steht für den absoluten Preisbrecher aus China. Ein Smartphone mit 5-Zoll-Bildschirm, Android 5, zwei Kameras und als besonderer Gag mit UKW-Radio für 60 Euro – das gab’s noch nie! Nachteile: Auch dieser Bildschirm ist mit 196 ppi eher unscharf, der Akku kein Marathonläufer, und die Kameras halten weniger, als ihre Werte (8 und 2 MP) versprechen. Aber für 60 Euro können Käufer wenig verkehrt machen. WhatsApp oder Facebook klappen auch mit dem THL – allerdings mangels LTE etwas langsamer als gewohnt. Doch wer sein Smartphone selten braucht, ein Zweitgerät für den Notfall sucht, oder das erste Smartphone für die Kids, kann hier viel Geld sparen. Immerhin: Für die 1075 Euro eines iPhone 6S Plus gibt es beinahe 18 THL T6C.

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