+
Daten von Telekom-Kunden sind im Internet aufgetaucht. Foto: Oliver Berg

Telekom: Passwörter von Kunden entdeckt

Die Deutsche Telekom ist das nächste Unternehmen, bei dem Kunden durch die Veröffentlichung von Passwort-Daten im Netz verunsichert werden. Die Datensätze wurden allerdings wohl nicht direkt bei der Telekom erbeutet, sondern über Phishing.

Bonn (dpa) - Die Deutsche Telekom ruft ihre Kunden zum Passwort-Wechsel auf, nachdem Datensätze mit aktuellen Login-Informationen im Internet aufgetaucht sind. Ein Stichprobe von rund 90 Kombinationen aus T-Online-Mail-Adresse und Passwort habe gezeigt, dass auch echte Kundendaten darunter seien.

Zur Gesamtzahl der im Internet angebotenen Datensätze gebe es unterschiedliche Angaben: Es sollen 64 000 bis 120 000 sein. Es gebe keine Hinweise darauf, dass ein Telekom-System gehackt worden sei, teilte der Konzern mit. Die Daten seien vermutlich über Phishing-Angriffe bei den Anwendern selbst erbeutet worden. Dafür spreche auch, das mehrere Unternehmen betroffen seien.

Die Kunden, deren Daten vorlägen, habe die die Telekom umgehend informiert, hieß es. "Wir wollen den Fall nutzen, um für einen regelmäßigen Wechsel von Passwörtern zu werben", erklärte der Telekom-Vorstand für Datenschutz und Recht, Thomas Kremer.

Zuletzt wurden massenweise Login-Daten für verschiedene Online-Dienste im Netz veröffentlicht. So waren Zugangs-Informationen für Millionen Accounts bei Twitter, Tumblr, MySpace oder LinkedIn im Umlauf. Dabei spielte den Kriminellen auch in die Hände, dass viele Nutzer die selbe Kombination aus E-Mail-Adresse und Passwort für verschiedene Services einsetzen. So verschafft ihnen ein erbeuteter Datensatz Zugang zu mehreren Plattformen. Das ist eine Praxis, vor der IT-Sicherheitsexperten stets warnen.

Dennoch scheinen auch prominente Figuren aus der Tech-Branche den Ratschlag zumindest nicht immer zu beherzigen. So gelang es der Hacker-Gruppe "OurMine", für kurze Zeit die Profile von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bei Twitter und der Fotoplattform Pinterest zu kapern - angeblich mit einem alten Passwort für das Karriere-Netzwerk LinkedIn. Auch den Gründer des Musikdienstes Spotify, Daniel Ek, traf es. Und in der Nacht auf Montag konnten die Hacker in das Profil von Google-Chef Sundar Pichai bei der Wissensplattform Quora eindringen, wie die Tech-Blogs "The Next Web" und "The Verge" mit Screenshots berichteten.

Mitteilung der Deutschen Telekom

The Verge zu Pichai

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Technik-Christkindl: Das können die neuen Digitalkameras

München - Was soll es diesmal zu Weihnachten geben? Unser Technik-Christkindl schlägt diesmal eine neue Digitalkamera vor. Hier gibt es eine kleine Auswahl der …
Technik-Christkindl: Das können die neuen Digitalkameras

Wegen „Mohrenkopf“-Post: Facebook sperrt Tübinger OB

Tübingen - Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer liegt im Clinch mit Facebook. Das soziale Netzwerk hatte sein Profil nach einem harmlosen Posting für 24 …
Wegen „Mohrenkopf“-Post: Facebook sperrt Tübinger OB

Hacker nutzen Sicherheitslücken im Firefox aus

Bonn - Derzeit ermöglichen Sicherheitslücken im Firefox gefährliche Angriffe durch Cyber-Kriminelle. Nutzer sollten deshalb aufpassen und handeln.
Hacker nutzen Sicherheitslücken im Firefox aus

Avalanche: Betroffene müssen Rechner prüfen

Bonn - Wer sich Schadsoftware eingefangen hat, gibt sie oft ungewollt weiter. Ermittler haben gerade eine riesige Steuerungsinfrastruktur für Botnetze zerstört. Nun sind …
Avalanche: Betroffene müssen Rechner prüfen

Kommentare