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Facebook-Chef Mark Zuckerberg präsentiert den Touch-Kontroller für die Oculus Rift.

Neues Zeitalter der Unterhaltung?

VR-Brillen: So können sie unser (Technik-)Leben verändern

München - In diesem Jahr erscheinen viele VR-Brillen, welche unser Verständnis von Unterhaltung verändern können. Wir erklären die Welt der Virtuellen Realität.

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HTC Vive: Die VR-Brille im Test

Die Idee der virtuellen Realität fasziniert seit Jahrzehnten Technik-Interessierte und Science-Fiction-Fans. Die Idee, eine interaktive, virtuelle Umgebung direkt wahrnehmen zu können, ist vor allem durch die technischen Entwicklungen der vergangenen Jahre immer mehr in greifbare Nähe gerückt. Erst durch entsprechend leistungsfähige PCs kann VR auch für "Ottonormalverbraucher" zuhause dargestellt werden. Seit einigen Jahren arbeiten mehrere Hersteller an Brillen, die für jedermann erschwinglich und auch nutzbar sind.

Eine frühe Version der Oculus Rift.

Am 1. August 2012 startete auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eine Kampagne, um das ambitionierte Projekt "Oculus Rift" zu finanzieren. Dabei handelt es sich um eine VR-Brille, die im Gegensatz zu den bisherigen, vor allem im professionellen Bereich eingesetzten Geräten bezahlbar sein und sich primär auf den Gaming-Bereich konzentrieren sollte. Die Unterstützer waren allein von der Grundidee der VR-Brille so begeistert, dass das angestrebte Ziel von 250.000 Dollar deutlich übererfüllt wurde: Knapp 2,5 Millionen Dollar kamen zusammen.

VR-Brillen: Diese Geräte gibt es

Nachdem sich in den frühen Versionen der Oculus Rift (Genannt: Developer Kit 1 und 2) das Potenzial abzeichnete, begannen auch andere Hersteller mit der Entwicklung ihrer eigenen VR-Brillen. Allen voran der Spielevertreiber und -Produzent Valve in Kooperation mit der taiwanesischen Technik-Firma HTC. Der Verkaufsstart der Oculus Rift war weltweit am 6. Januar 2016, die "HTC Vive" wird seit April 2016 verkauft, und die von Sony für die hauseigene Konsole entwickelte "Playstation VR" ist seit dem 13. Oktober 2016 erwerbbar.

Die HTC Vive wird seit April 2016 vertrieben.

Bei den drei genannten Brillen handelt es sich um VR-Geräte im oberen Preisbereich: Während die Oculus Rift in Deutschland 699 Euro kostet, verkauft HTC seine Vive für 899 Euro. Die Playstation VR wirkt dagegen mit 399 Euro deutlich erschwinglicher, braucht aber zur Nutzung noch eine Playstation 4. Dagegen lassen sich die zwei anderen Brillen mit Hilfe eines PCs im oberen Leistungsbereich nutzen. Es bleibt also nicht beim Preis für die Brille allein.Natürlich gibt es auch noch günstigere Alternativen in der VR-Welt: Google vertreibt seit Jahren sein "Cardboard" im Pappkarton-Format. In der neuesten, deutlich wertigeren Version ist auch ein Mini-Controller dabei, mit dem man das Geschehen vor sich steuern kann. Bei den billigeren VR-Brillen setzt man im Normalfall das eigene Handy ein und kann auf diesem dann durch spezielle Apps zumindest zum Teil interagieren. Ein Beispiel für solche Apps wäre Google Street View, in der man sich einige Sehenswürdigkeiten anschauen kann.

VR-Brillen: Diese Ziele sollen erreicht werden

Bei ihren VR-Brillen setzen die Hersteller auf ähnliche Grundprinzipien, kommen aber auf unterschiedliche Wege zum Ziel. Dieses ist, eine möglichst hohe Immersion zu erreichen. Das bedeutet, dass der Nutzer möglichst stark mit der Welt, die sich vor ihm abspielt, identifiziert und diese als möglichst plausibel wahrnimmt. Im Unterschied zu beispielsweise 3D-Filmen, die dies auch zu erreichen versuchen, soll aber zudem noch ein möglichst hoher Grad an Interaktion erreicht werden.

Der Einstieg in die Welt der VR-Brillen: Das "Cardboard" von Google.

Bei der HTC Vive kann man sich innerhalb eines selbst definierten Bereiches beispielsweise problemlos bewegen und durch die sich in jeder Hand befindlichen Kontroller mit der Umgebung interagieren. Bei der Oculus Rift geschah dies bislang nur mit einem mitgelieferten X-Box-Kontroller, doch der zwischenzeitlich von Facebook übernommene Entwickler liefert demnächst auch einen eigenen, "Touch" genannten Kontroller aus. Dieser soll die Immersion deutlich steigern. Bei der Playstation VR gibt es den "Move"-Kontroller schon zum Verkaufsstart.

VR-Brillen: Nicht nur für Spiele gut

Das Nürnberger Startup "Virtuis" bietet virtuelle Reisen an viele Sehenswürdigkeiten auf der Welt an.

Es gibt also mehrere Wege, um in die VR-Welt einzutauchen und sich von dieser faszinieren zu lassen. Dabei liefern vor allem die High-End-Geräte Vive und Rift beeindruckende Möglichkeiten vor allem, aber eben nicht nur im Spielebereich. So gibt es Simulationen, die Unterwasser-Erlebnisse bieten, der Weltraum ist ein Thema, aber auch touristische Ziele oder künstlerische Anwendungsmöglichkeiten (wie beispielsweise 3D-Zeichnungen) werden geboten. Und natürlich hat auch schon die Branche der Erwachsenenunterhaltung das Thema VR für sich entdeckt und bietet einige Anwendungsmöglichkeiten.Dies alles spielt sich vor allem im Bereich der Unterhaltungselektronik ab. Doch VR-Brillen bieten wie bereits beschrieben auch für professionelle Anwender einige Möglichkeiten. Designer und Grafiker von beispielsweise Autofirmen werden in der Zukunft wohl deutlich häufiger mit derlei Geräten arbeiten, für kreative Berufe im Allgemeinen bieten sich große Chancen.

VR-Brillen: Erste Schritte in einer neuen Unterhaltungswelt

Bis VR-Brillen jedoch den Mainstream der Unterhaltungsbranche erreicht haben, dürfte es noch etwas dauern. Einigen dürften die Preise der Brillen selber oder die Anforderungen an ihren eigenen PC noch zu hoch sein. Andere warten vielleicht noch auf die nächste Generation der Geräte, die mit weniger Kabeln auskommt und noch handlicher ist. Schon jetzt haben die VR-Brillen aber einiges drauf - wenn man sie denn zu nutzen weiß.

HTC Vive: Die VR-Brille im Test

Die VR-Brille HTC Vive spielt in der Oberliga der neu erschienenen Geräte für die Virtuelle Realität. Wir haben das System getestet.

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