Surface 3, Microsoft
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Ab 7. Mai im Handel: das Surface 3 von Microsoft.

So gut ist das neue Microsoft-Tablet

Zum Verkaufsstart: Surface 3 im Test

Mit dem Surface 3 will Microsoft bei den Standard-Tablets Apple und Samsung Marktanteile abjagen. Allerdings ist das Surface eher Laptop ohne Tastatur denn Tablet - keine schlechte Lösung. Das Surface ist ab heute in Deutschland erhältlich, und wir haben uns den kleinen Bruder des Surface Pro 3 genauer angeschaut.

Noch ein 10-Zoll-Tablet? Der Markt ist voll, und doch schafft es Microsoft, sich ein wenig dem Konkurrenzkampf mit Apples iPad und der Android-Konkurrenz zu entziehen. Nur auf den ersten Blick sind die Geräte ähnlich, tatsächlich spielen beide in unterschiedlichen Ligen. Das neue Surface 3 von Microsoft konkurriert mit so genannten Convertibles von Acer, Asus und anderen Herstellern. Mit dem iPad ist das Surface 3 kaum vergleichbar, und es wäre auch nicht im Sinne und kaum zum Vorteil Microsofts. Denn das Surface ist weder wirklich schick noch vergleichsweise handlich. Ein guter Begleiter im Alltag ist die Flunder trotzdem.

Handling des Surface Pro 3

Das Surface ist größer als gängige Tablets, was vor allem an zwei Faktoren liegt: Das Display misst 10,8 Zoll (27,4 cm) und ist damit in der Fläche rund 15 Prozent größer als das eines iPads (25,6). Und: Während Apple und andere Hersteller ihre Tablets auf Handlichkeit trimmen und Anschlüsse weglassen, setzt Microsoft auf die ganze Bandbreite: Standard-USB 3.0, Micro-USB (als Ladebuchse), Displayport, Speicherkarten-Slot (für bis zu 128-GB-Micro-SD-Karten). Das braucht nun einmal Platz, weswegen das Surface mit 8,7 Millimeter deutlich dicker als ein iPad (6,9) ist. Auch beim Gewicht ist ist das spürbar: Rund 622 Gramm bringt das Microsoft-Tablet auf die Waage, fast 200 Gramm mehr als Apples Bestseller. Das Surface steckt in einem Magnesium-Gehäuse von eher biederem Design, macht aber einen wertigen Eindruck. Auf der Gehäuse-Rückseite ist ein Ständer eingebaut, der sich in drei Stufen einrasten lässt, allerdings leicht nachgibt. In der Praxis ist der Ständer gut nutzbar.

Leistung des Surface 3

Beim Prozessor setzt Microsoft auf einen Intel Atom-Quadcore neuster Bauart, der seinen Dienst im Alltagsgebrauch ordentlich und flott verrichtet. Die Zeiten, in denen Atom-Prozessoren in den ersten Netbooks eher für gemächliches Tempo standen, sind vorbei. Nach Hersteller-Angaben schafft der Atom-Prozessor im Surface 3 rund 80 Prozent der Leistung eines kleinen Desktop-Prozessors (i3) - das reicht auch für Bildbearbeitung und dergleichen. Die kleine Surface-Version kommt mit 2 GB Arbeitsspeicher, was generell knapp ist. Die größere Version hat 4 GB - die braucht es auch, da das Surface 3 mit einem vollwertigen Windows 8.1 ausgeliefert wird und Windows 10-tauglich ist. Die 2-GB-Version ist für den Hausgebrauch wie Internet, Mail und Text ausreichend. Mit 64 bzw. 128 GB SSD ist ausreichend Platz für ein Mobilgerät, zumal der Speicher durch SD-Karten erweitert werden kann. Mehr bieten andere Tablets auch nicht, zumeist eher weniger. Und durch den USB-Anschluss und das vollwertige Windows steht der Nutzung externer Festplatten nichts im Wege.

In unserem Kurztest erwies sich das Surface 3 in der 4-GB-Version mit einem Atom x7-Z8700 (1,6 GHz, bis 2,4 GHz) als flotter Arbeiter auf Schreibtisch und Couch. Surfen klappt tadellos ohne lange Aufbauzeiten, bei der üblichen Büroarbeit ist kein Unterschied zu leistungsstärkeren Geräten erkennbar. Atom-Prozessoren sind stromsparender als i3 oder i5, was dem Surface eine Laufzeit von nach Herstellerangaben bis zu 10 Stunden beschert. Klar ist: Wer das Tablet intensiv nutzt, kommt nicht so lange ohne Steckdose aus.

Display des Surface 3

Der Bildschirm ist bei vielen Convertibles und Tablets aus der Windows-Welt das Bauteil, bei dem Hersteller Kosten drücken - bisweilen kommen bedenklich dunkle Displays zum Einsatz, die Arbeiten auf Dauer zur Qual machen. Anders beim Surface: Das Display mit einer Auflösung von 1920 x 1280 ist scharf und hell, heller noch als das des Pro-Bruders mit 12,1-Zoll (zum Kurztest des Surface Pro 3). Durch den Displayport lässt sich das Surface problemlos an große Monitore anschließen. Mit Windows 10 wird das noch komfortabler, da dann das System erkennt, welcher Monitor in Betrieb ist und die Programmdarstellung anpasst - das ist dann viel mehr als nur Tablet-Bildschirm auf großem Monitor.

Ausstattung des Surface 3

Neben den löblich vielfältigen Anschlüssen hat das Surface Bluetooth 4.0 und WLAN (bis 802.11 ac für 600 Mbit/s und mehr) - das ist Standard. Der Sound der eingebauten Stereolautsprecher ist ordentlich. Die Hauptkamera hat 8 Megapixel, die Frontkamera für Videofonie oder Selfies hat 3,5 Megapixel. Eine LTE-Version ist in Vorbereitung, Preise und Liefertermine liegen noch nicht vor. Zum Start packt Microsoft ein Ein-Jahres-Paket seiner Office-Suite dazu, also Word, Excel und Co.

Lieferumfang beim Surface 3

Microsoft liefert das Surface 3 nur mit einem Netzteil aus - ohne die für eine sinnvolle Nutzung zwingend nötige Tastatur. Das Cover schlägt mit 150 Euro zu Buche. Wer das Surface als Notizblock nutzen will, muss nochmals 50 Euro für den Stift auf den Tisch legen. Dass der nicht beilegt, ist allerdings gut so - der Pen nämlich taugt zum Skizzieren und kurz notieren, kaum für längere Zeit Mitschreiben. Auf den Pen werden viele verzichten können und wollen.

Preise für das Surface 3

Die kleinste Version mit 64 GB SSD und 2 GB Arbeitsspeicher kostet 599 Euro, die größere Version mit 128 GB SSD und 4 GB Arbeitsspeicher 719 Euro. Das Type Cover 3 mit 150 Euro muss man auch noch einplanen. Zum Start kostet das Tablet damit mindestens 750 Euro. Für 50 Euro bekommt man das Pro 3, allerdings auch ohne Tastatur, dafür mit Stift und mehr Arbeitsspeicher. Für Schüler, Studenten und Lehrer gibt es zehn Prozent Rabatt. Neben dem Type Cover ist eine Dockingstation erhältlich (229,99 Euro), mit der sich das Surface auf dem Schreibtisch mit Tastatur und Bildschirm verbinden lässt.

Das ist das neue Surface 3

Fazit: Surface 3 ist ein wirklich vollwertiger PC

Früher kaufte sich ein Netbook, wer einen kleinen Laptop für wenig anspruchsvolle Arbeiten wollte - und die Preise von wenigen hundert Euro machten das auch als Zweit- oder Drittgerät attraktiv. Das Surface 3 kostet deutlich mehr, kann aber auch deutlich mehr als Netbooks. Microsoft positioniert das Surface 3 als Arbeitsgerät für unterwegs und für Schüler und Studenten - und genau dafür sind Ausstattung und Leistung passend. Der Abschied vom abgespeckten Windows RT früherer Surfaces ist ein echter Fortschritt, weil das Tablet nun ein wirklich vollwertiger PC ist. Als reines Couchgerät ist das Surface zu klobig und zu teuer. Andere Hersteller bieten ähnliche Geräte für weniger Geld, doch sollte jeder angehende Windows-Tablet-Besitzer die Displays genau unter die Lupe nehmen - je heller, je besser. Das Surface 3 gibt sich dabei keine Blöße.

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