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324 Kalorien in weniger als einer Minute: Marcel Wüst, ehemaliger Radprofi aus Köln, zeigt in München, wie schnell man auf dem von ihm selbst mitentwickelten Hochleistungs-Ergometer „RacerS“ (1.800 Euro) einen Hamburger wegradeln kann.

Weg mit dem Hamburger

So lassen sich Kalorien simpel wegstrampeln

„Und jetzt probieren wir den Hamburger!“ Nein, wir essen keinen, sondern stellen es uns einfach nur vor. Also genau 324 Kalorien. Doch, wie lange dauert es, die kleine Sünde wegzustrampeln?

Der Versuch: Eine Gruppe Journalisten sitzt, im Halbkreis angeordnet, auf Hochleistungs-Ergometern. Und in der Mitte, mit Blick auf die Hobby-Radler, wartet ein ehemaliger Profi auf das Startsignal: Marcel Wüst (45), der im Jahr 2000 bei einem Sturz in Frankreich das rechte Augenlicht verlor und deshalb seine Karriere beenden musste.

Upside East, Level 10. Kein Schwierigkeitsgrad, sondern – wie es im Deutsch der PR-Strategen heißt – eine Location. Und zwar eine ziemlich exklusive: in der Medienbrücke München, hoch über den Dächern der Landeshauptstadt. Eine Etage tiefer kickt gerade Bayern-Star Bastian Schweinsteiger für einen Werbespot, ganz oben präsentiert Marcel Wüst das neue Hightech-Gerät „Racer S“ der Firma Kettler, an dessen Herstellung der Kölner mit Ideen und Verbesserungsvorschlägen mitgewirkt hat.

324 Kalorien - Ex-Radprofi Marcel Wüst macht vor, wie sich Kalorien blitzschnell wegstrampeln lassen.

Einer der Gags ist es, nicht einfach vor sich hinzuradeln, sondern sich ein konkretes Ziel vorzunehmen. Und zwar das Abspecken kulinarischer Sünden. Eine Cola, ein Eis, ein Weißbier, eine Portion Pommes frites – oder eben ein Hamburger: Man wählt ein Gericht oder ein Getränk aus, tritt in die Pedale – und schon zeigt ein rot-grüner Balken an, inwieweit die Kalorien durch Sport schon wieder verbrannt sind. Bei Marcel Wüsts höllischer Trittfrequenz dauert das nicht mal eine Minute, die Journalistenrunde schwitzt etwas länger.

Doch der „Racer S“ (1800 Euro) kann noch mehr. Der Grundgedanke ist es, Sport und Technik sinnvoll miteinander zu verbinden. Die Bedienung des Glas-Displays ist dem älteren iPod touch nachempfunden, hier lassen sich Pulsfrequenz oder Watt-Zahl (also der Kraftaufwand beim Radeln) mit einem Finger steuern. Dazu kommt ein Smartphone, das per App die S-Fit-Technologie ergänzt: In intuitiv simpler Handhabung kann der Ergometer-Radler Trainingsprogramme fahren und dabei seine individuellen Daten analysieren oder virtuelle Rennen gegen andere fahren. Dass wir gegen Marcel Wüst keine Chance haben würden, war klar. Aber eine interessante Erfahrung vermittelte er uns: „Wir erhöhen die Wattzahl auf 450 und halten diesen Level eine Minute lang.“ Puh, ganz schön heftig. Das sei, sagt Wüst, die Trittfrequenz, mit der Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin zu seinen Erfolgen rast. „Allerdings hält der das eine Stunde lang durch.“ Uns reicht eine Minute. Und die macht schon wieder Appetit auf einen Hamburger. Einen echten. Martin Becker

Weitere Infos www.racer-s.com

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