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Magisches Erlebnis: Vollmondfahrten auf der Diavolezza im Oberengadin.

Gletscher, Gelato und eine schöne Teufelin

Eine wahre Teufelin hat der Sage nach Männner in die Irre geführt: Die Diavolezza bei St. Moritz. Heute sollte sich jeder Skifahrer einmal bei Vollmond von diesem Gletscher verführen lassen.

Erhaben funkelt der 4049 Meter hohe Piz Bernina im Mondlicht. Wie ein Riese hebt sich der höchste Berg der Ostalpen vom tiefschwarzen Nachthimmel ab. Das Mondlicht und die Stille der Nacht sorgen vor dem fast 3000 Meter hohen Berghaus der Diavolezza für eine mystische Stimmung. Fünfmal im Jahr kann man diese auf der Grenze zwischen dem Engadin und dem italienisch angehauchten Val Poschiavo auf Ski erleben. Das beeindruckende Spektakel heißt „Glüna Plaina“.

Abfahren auf der Diavolezza bei St. Moritz.

So nennen die Engadiner den Vollmond. Wer rund um St. Moritz und Poschiavo aber auf Rhätoromanisch von „Glüna Plaina“ spricht, der meint nicht nur den Vollmond als solchen, sondern das Ski-Event auf dem im Frühjahr beliebtesten Freeride- und Tourenski-Berg der Engadiner. Wenn auf den St. Moritzer Hausbergen Corviglia und Corvatsch Ruhe eingekehrt, gleiten mondsüchtige Skifahrer auf der Diavolezza immer noch ins Tal.

„Skifahren ohne jegliches Kunstlicht bei Vollmond hat etwas Märchenhaftes“, schwärmt Bergführer Angelo Baggenstos und erzählt die Sage von der „schönen Teufelin“, nach der die Diavolezza benannt wurde: In einer Felsenburg soll sie gelebt haben und unzähligen Jägern und Bergsteigern zum Verhängnis geworden sein. Denn wenn das anmutige Teufelsweib zum Baden an den Bergsee ging, stiegen ihr die verzauberten Männer nach und kamen dabei um.

Umzingelt von mächtigen Bergen: St. Moritz liegt in einem 57 Kilometer langen Hochtal auf der Südseite der Graubündner Alpen.

Das Vollmond-Skifahren auf der Diavolezza ist dagegen ungefährlich. Hat man sich an das schwache Licht und das in der Stille der Nacht erstaunlich laute Kratzen der Ski-Kanten gewöhnt, ist die mittelschwere Piste für jedermann ein Vergnügen. In kalten Nächten kann man sich hinter dem Berghaus im höchsten Außen-Whirlpool der Alpen aufwärmen. Auch Übernachtungen bietet die Hütte an. Nach Sonnenaufgang geht es dann am nächsten Morgen vom Gletscher ins Tal und mit der Rhätischen Bahn ins italienischsprachige, aber zur Schweiz gehörende Val Poschiavo.

Gerade im Frühjahr ist der Kontrast faszinierend. Aus dem Ewigen Eis der Diavolezza kommend, taucht der Besucher nach der gut einstündigen Bahnfahrt in das fast schon mediterrane Städtchen Poschiavo ein. Hier sitzt er von schneebedeckten Gipfeln umgeben vor pastellfarbenen Patrizierhäusern mit großen Eisbechern im Straßencafé auf der Piazza. Abends ist die Spezialität Pizzocheri in einem der Gasthäuser ein Muss.

Aufsteig auf den Piz Palü: Abseits des Society-Rummels ist St. Moritz für viele weiterhin eines der schönsten Skigebiete der Welt.

Derart gestärkt kann man am nächsten Morgen zu Wanderungen und Mountainbike-Touren auf den Almen rund um Poschiavo aufbrechen oder auf dem Rückweg der „schönen Teufelin“ noch einen Besuch abstatten. Die Diavolezza und das direkt gegenüberliegende Lagalb-Skigebiet zum Firnschneefahren sind immer einen Stopp wert - nicht nur bei Vollmond.

Bernhard Krieger, dpa

DIE REISE-INFOS ZU ST. MORITZ

ANREISE: Bequem und umweltschonend ist die Anreise mit der Bahn. Mit den City-Night-Line-Zügen erreicht man über Nacht Zürich, den letzten Abschnitt im Kanton Graubünden bedient die Rhätische Bahn. Mit dem Auto reist man aus Norden über Chur oder Landeck an.

REISEZEIT: Die Skisaison dauert von Ende November bis Anfang Mai. Die beste Reisezeit ist von Mitte Dezember bis Ende März.

INFOS: Engadin St. Moritz, Via San Gian 3, CH-7500 St. Moritz, Tel.: 0041/81/830 00 01 oder Schweiz Tourismus, Rossmarkt 23, 60311 Frankfurt, Tel.: 00800/10 02 00 30 (kostenlos).

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