Pitztaler Gletscher
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Rasanter Winterstart: Am Pitztaler Gletscher herrschen schon jetzt beste Pistenbedingungen.

Start in die Skisaison

Wir wollen die Ersten sein!

Was war das für ein goldener Herbst: 23 Grad – bestes Wetter für Biergarten, Wandern und Radeln. Aber Skifahren? Doch auch das geht schon, und wie.

Wir haben den Frühstart in den Winter im Pitztal hingelegt und Österreichs höchsten Gletscher getestet.

Auf dem Parkplatz auf 1740 Metern am Mittelberg ist es auch morgens schon bacherlwarm. Skihose anziehen, Handschuhe? Ein komisches Gefühl. Doch die Reise vom Spätsommer in die Winterwelt dauert nur exakt acht Minuten. Rein in den unterirdischen Gletscherexpress, rauf auf 2840 Meter. Wir stehen in einer für das Auge noch ungewohnt bizarren Welt aus Schnee und Eis. Ja, tatsächlich Winter, nur 3 Grad plus, über einen Meter weiße Pracht.

8 Minuten brauchte Autor Stefan Dorner für die Reise vom Spätherbst in die Winterwelt. .

Die Schneesicherheit ist im Pitztal generell ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt: Auch weiter drunten im Tal ist Skifahren in der Regel von Dezember bis April möglich. Und am Gletscher sowieso. Hier haben sie heuer schon Mitte September aufgesperrt. Das Herzstück ist die vor einem Jahr eröffnete Wildspitzbahn: eine High-Tech-Gondel (Skihalter im Boden, Sitzheizung), die in sechs Minuten auf den höchsten Punkt des Skigebiets schwebt. „3440“ - das ist nicht nur die Höhenangabe der Bergstation, sondern auch der Name eines Gastrobetriebs, der sich als „Österreichs höchstes Café“ bewerben lässt.

Die Wildspitzbahn schwebt auf 3440 Metern.

Beeindruckend: die Aussichtsterrasse aus Glas, die zum einen tiefe Abgründe, aber vor allem grandiose Ausblicke rüber zur Wildspitze, Tirols höchstem Gipfel (3774 Meter) und Ziel unzähliger Tourenskigeher, bietet. Doch Kaffee ist später. Gegen die Sucht nach dem ersten Schwung des Jahres hat auch der beste Cappuccino keine Chance. Die dünne Luft hier droben ist allerdings nicht zu unterschätzen, gleich die erste Abfahrt lässt einen richtig pumpen. Für ein Gletscher-Gebiet bietet das Pitztal überhaupt recht anspruchsvolle Varianten auf 41 Kilometern Piste. Eine weitere Gondel, ein Sechser-Sessel und zwei Schlepper (plus Kinderparadies) machen das Angebot zu einer runden Sache für die ganz Kleinen bis zum ambitionierten Fahrer. 43 Euro kostet der Tagespass, Bambini bis zehn Jahre sind frei. Zudem gibt es einen Snowpark für die Boarder und eine Sieben-Kilometer-Loipe für Langläufer. Und wer will, kann sich mitten im Skigebiet bei einer geführten Eiskletter-Tour ein bisschen Nervenkitzel verschaffen.

Wir sind aber zum Skifahren hier: Immer wieder führt uns unser Weg zurück zur Bergstation des Gletscherexpress’, dem Dreh- und Angelpunkt der Skigebiets. Zeit zum Essen auf der riesigen Terrasse des Selbstbedienungs-Restaurants. Nach den ungewohnten ersten Stunden des Jahres sind die Brettl wieder zum vertrauten Gespielen geworden. Gestärkt von der Mittagspause locken uns jetzt die zahlreichen Tiefschnee-Variante abseits der Piste. Es staubt zwar noch nicht meterhoch, dafür reicht der Schnee noch nicht. Aber erste Powder-Glücksgefühle sind dennoch zu verspüren. Der Schnee firnt auch in der Nachmittagssonne nicht auf, dafür schmilzt die Zeit unter den Skiern weg. Noch einmal rauf auf das höchste Café Austrias, den Ausblick auf die 50 Berge jenseits der 3000-Meter-Marke genießen. Und hinab zum Gletscherexpress. Hier heißt es Anstehen für die Talfahrt. Doch was sind schon 15 Minuten Warten für viele Stunden ersten Skiglücks im noch jungen Winter!

Winter? Unten spuckt uns die Bahn raus aus dem Berg. 16.30 Uhr, das Thermometer zeigt 18 Grad. Nix wie raus aus den Skiklamotten. Droben auf dem Fernpass, der uns in 2,5 Stunden die 180 Kilometer zurück nach München bringt, kommt uns eine Idee: Wie wär’s eigentlich noch mit Aprés Ski im Biergarten?

Stefan Dorner

Skistart: Wo schon was geht

KAUNERTAL bis 3108 Meter

Tirols jüngster Gletscher, der in den 1980er Jahren für Skifahrer erschlossen wurde, startete die Saison am 11. Oktober. Bis auf 3108 Meter geht es hinauf mit der Karlesjochbahn. Eine Besonderheit auf dem Kaunertaler Gletscher ist die Barrierefreiheit. Rollstuhlfahrer können die Pisten auf speziellen Monoski-Schlitten hinunterfahren. Kurse dafür werden angeboten. Sämtliche Zugänge zu Bahnen, Restaurants, Toiletten und Aussichtsplattformen sind barrierefrei. Selbst die Parkplätze liegen am Pistenrand – ein Drive-in-Gletscher sozusagen.

HINTERTUX bis 3250 Meter

Einer, auf dem immer was geht: Der Hintertuxer Gletscher ist Ganzjahres-Skigebiet. Von Dezember bis April sind die 59 Kilometer Naturschneepisten des Gletschers mit vier weiteren Skigebieten zur Ski- und Gletscherwelt Zillertal 3000 verbunden. Im Tuxer Fernerhaus auf 2660 Metern hat jetzt durch den Einbau von Rolltreppen das Treppensteigen in Skischuhen ein Ende.

SÖLDEN bis 3340 Meter

Die 33 Pistenkilometer am Rettenbach- und Tiefenbachferner sind seit Ende September befahrbar, am 16. November werden weitere 111 Kilometer geöffnet. An der Bergstation auf 3048 Metern wird im Dezember ein neues Design-Restaurant eingeweiht. Direkt von der Terrasse geht es über eine Hängebrücke zum Gipfel.

STUBAI bis 3210 Meter

Mit 26 Liften und 35 leichten bis anspruchsvollen Abfahrten auf 62 Pistenkilometern ist der Stubaier Gletscher das größte Skigebiet Österreichs und laut ADAC Skiguide das familienfreundlichste der Alpen. Eröffnet wurde die Saison am 12. Oktober.

MÖLLTALER GLETSCHER bis 3122 Meter

Mölli nennen die Kärntner liebevoll ihr einziges Gletscherskigebiet auf bis zu 3122 Metern Höhe. Seit Mitte Oktober kann man hier die 17 Pisten aller Schwierigkeitsgrade und 6,7 Kilometer Variantenabfahrten herunterwedeln. Highlight: Österreichs höchster Biergarten auf 2800 Metern.

KITZSTEINHORN bis 3029 Meter

Schon im Herbst lockt das Kitzsteinhorn in Zell am See/Kaprun, Salzburgs höchstgelegenes Skigebiet. Offizieller Startschuss für die Saison sind die White Games an diesem Wochenende.

SCHLADMING-DACHSTEIN bis 2700 Meter

Im WM Park Planai wurde die Saison am 29. Oktober eröffnet, auf dem Dachstein-Gletscher kann man in 2570 bis 2700 Metern Höhe ganzjährig fahren. Die anderen steirischen Skigebiete rund um Schladming eröffnen Anfang Dezember.

OBERGURGL/HOCHGURGL bis 3080 Meter

Der verkehrsfreie Wintersportort am Ende der Ötztaler Alpen startet am 14. November in die neue Saison. 24 Liftanlagen erschließen 110 Pistenkilometer.

ST. MORITZ/ENGADIN bis 3303 Meter

Die Diavolezza mit 27 Kilometern Abfahrten öffnete am 19. Oktober ihre Lifte. Das große Opening findet erst am 29. und 30. November statt, dann wird die Piste beim City Race bis in den Ort verlegt.

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