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Polizisten stoppen in Hamburg die "Revolutionäre 1. Mai Demonstration" und zwingen ihr in der Folge eine verkürzte Demonstrationsroute auf. Die Demo in der Hansestadt steht unter dem Motto "Hamburg sieht rot".

In Berlin und Hamburg

Tausende bei „Revolutionären 1.-Mai-Demos“

Hamburg/Berlin - In Berlin und Hamburg haben sich am Donnerstagabend Tausende radikale Linke an sogenannten „Revolutionären 1.-Mai-Demonstrationen“ beteiligt. In der Vergangenheit war von diesen Protestzügen wiederholt Gewalt ausgegangen.

Ziel des Berliner Zuges mit rund 10.000 Teilnehmern war die Zentrale der Bundes-SPD. Bereits vor dem Beginn kam es zu Rangeleien mit der Polizei. Dabei warfen Demonstranten auch Flaschen. Später flogen Böller.

In Hamburg wollten die rund 2200 Demonstranten unter anderem am linken Kulturzentrum „Rote Flora“ vorbeiziehen, einem Kulminationspunkt der Auseinandersetzungen in der Hansestadt. Die Polizei hatte dort mit deutlich weniger Teilnehmern gerechnet. Bereits kurz nach Beginn flogen Böller, Steine und Flaschen. Die Polizei stoppte den Zug, ein Wasserwerfer fuhr auf.

In beiden Städten war ein Großaufgebot an Polizisten im Einsatz: In Berlin waren es insgesamt am Mai-Feiertag 6400 Beamte, in Hamburg waren 1800 eingesetzt.

Bilder: 1.-Mai-Demonstrationen in Deutschland

Bilder: 1.-Mai-Demonstrationen in Deutschland

Erstmals seit Sowjetzeit wieder 1.-Mai-Demonstration auf Rotem Platz

Erstmals seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind in Moskau mehr als 100.000 Menschen bei der traditionellen Parade der Gewerkschaften zum 1. Mai über den Roten Platz marschiert. Angeführt von Bürgermeister Sergej Sobjanin zogen die Demonstranten mit der Forderung „Faire Löhne für anständige Arbeit“ durch das Zentrum der russischen Hauptstadt. Bei blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen schwenkten die Teilnehmer sowjetische und russische Flaggen sowie Luftballons in den Landesfarben weiß, blau und rot. Zuletzt hatte die Parade vor 23 Jahren über den Roten Platz direkt am Kreml geführt.

Kremlchef Wladimir Putin kündigte bei einem Treffen mit Gewerkschaftern an, die Regierung wolle die Beamtengehälter weiter erhöhen. Aber um die wirtschaftlichen Probleme zu lösen, sei es vor allem wichtig, die Produktivität zu erhöhen.

Bei einer Zeremonie im Kreml zeichnete Putin fünf Bürger als „Helden der Arbeit“ aus. Er hatte den auch in der einstigen DDR bekannten Ehrentitel im Vorjahr nach mehr als 20 Jahren wieder eingeführt. Kritiker werfen Putin vor, er wolle einen Staat nach dem Vorbild der Sowjetunion wiedererrichten.

Plakate: "Die Krim gehört für immer zu Russland"

Die Mai-Parade am Machtzentrum gilt auch als Zeichen für einen wiedererstarkenden Patriotismus nach dem umstrittenen Anschluss der Halbinsel Krim. „Die Krim gehört für immer zu Russland“, stand auf Plakaten. Bei einer Protestaktion im Stadtzentrum wurden mindestens vier Regierungsgegner vorübergehend festgenommen. Sie hatten die ukrainische Flagge ausgebreitet und sangen die ukrainische Hymne, wie das kremlkritische Internetportal grani.ru berichtete.

Auch auf der von der Ukraine abtrünnigen Halbinsel beteiligten sich Zehntausende Menschen an Demonstrationszügen. In der Krim-Hauptstadt Simferopol seien mehr als 100 000 Bewohner mit russischen Fahnen auf die Straßen gegangen, schrieb Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew bei Facebook.

In ganz Russland nahmen etwa zwei Millionen Menschen an den Feierlichkeiten zum 1. Mai teil, wie Gewerkschaftsvertreter Michail Schmakow am Donnerstag der Agentur Interfax sagte. Zehntausende Sicherheitskräfte waren landesweit im Einsatz.

Streiks bei Bahnen und Fähren zum 1. Mai in Griechenland

In Griechenland haben am 1. Mai mehrere tausend Menschen für ein Ende der Sparprogramme und für die Schaffung von Arbeitsplätzen friedlich demonstriert. In Athen gingen nach Schätzungen der Polizei rund 15.000 Menschen auf die Straße. Zu den Demonstrationen hatten die Gewerkschaften des staatlichen und privaten Bereichs (ADEDY und GSEE) unter dem Motto „Arbeit für alle“ aufgerufen.

In Athen wurden die Busse für sechs Stunden bestreikt. Betroffen war auch der Fähr - und Bahnverkehr. Aus Piräus ist am Morgen kein Passagierschiff ausgelaufen. Der Fährverkehr zwischen Italien und Griechenland fand normal statt. Auch Züge wurden bestreikt.

In Griechenland haben 27 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung keinen Job. „In meiner vierköpfigen Familie arbeitet nur meine Frau. Das geht so nicht weiter“, sagte Ioannis Rigas, ein 58-Jähriger Maurer.

Die Regierung unter Ministerpräsident Antonis Samaras verspricht, 2014 soll erstmals seit fünf Jahren wieder ein marginales Wachstum von 0,6 Prozent und damit auch einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit geben. Demonstrationen gab es auch in den Städten Thessaloniki, Patras sowie auf Kreta. Alle verliefen friedlich, berichteten örtliche Medien.

dpa/AFP

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