+
Petro Poroschenko rüstet die Truppen seines Landes auf.

Während Friedensverhandlungen

"2015 wird Jahr unseres Sieges" - Ukraine rüstet auf

Berlin - Die Regierung in Kiew schickt Panzer und Kampfjets in den Osten des Landes, während in Berlin über eine Friedenslösung verhandelt wird. Was wird aus einem geplanten Gipfeltreffen?

Die ukrainische Regierung rüstet ungeachtet internationaler Friedensbemühungen ihre Truppen für den Kampf gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes auf. Präsident Petro Poroschenko übergab dem Militär am Montag weiteres schweres Kriegsgerät wie Kampfjets, Haubitzen und Schützenpanzer. „Ich bin überzeugt, dass 2015 das Jahr unseres Sieges wird. Dazu brauchen wir eine starke, patriotische und gut ausgerüstete Armee“, sagte der prowestliche Staatschef während einer Zeremonie nahe Schitomir im Norden der Ex-Sowjetrepublik.

Parallel verhandelten in Berlin Spitzendiplomaten aus der Ukraine, Russland, Deutschland und Frankreich über die Umsetzung des Minsker Abkommens über eine Waffenruhe von Anfang September. Anschließend war zwar von konstruktiven Gesprächen und Fortschritten die Rede. Es sei aber auch deutlich geworden, „dass es noch viele offene Fragen gibt“, hieß es von deutscher Seite.

Im weißrussischen Minsk war unter anderem der Abzug schweren Kriegsgeräts vereinbart worden. Poroschenko macht mit der Aufrüstung seiner Truppen nun das Gegenteil. Dennoch will er sich am 15. Januar in der kasachischen Hauptstadt Astana mit dem russischen Präsidenten Wladmir Putin zu neuen Friedensgesprächen treffen, an denen auch der französische Präsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen sollen.

Die Bundesregierung bremste die Erwartungen am Montag. Regierungssprecher Steffen Seibert machte das Zustandekommen des Gesprächs davon abhängig, ob echte Fortschritte absehbar sind. „Ob und wann es zu einem solchen Treffen im sogenannten Normandie-Format kommen wird, kann ich Ihnen heute noch nicht sagen.“ Am Donnerstag trifft sich Merkel mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk in Berlin.

Wie die Kanzlerin machte der französische Präsident Hollande einen Gipfeltreffen von der weiteren Entwicklung abhängig. Ein Treffen, bei dem nur geredet werde und bei dem es keine Fortschritte gebe, lohne nicht, sagte er dem Sender France Inter.

Der einflussreiche russische Außenpolitiker Alexej Puschkow zeigte sich enttäuscht von der harten Haltung Deutschlands in der Ukraine-Krise. Merkel (CDU) habe ihre Rolle als wichtigster Verhandlungspartner Moskaus an Hollande verloren, teilte er per Twitter mit.

In der Unruheregion Donbass warfen sich Regierungseinheiten und prorussische Separatisten erneut gegenseitig einen Bruch der Waffenruhe vor. In der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer explodierte in der Nacht ein Sprengsatz vor einem Bürogebäude. Es entstand Sachschaden, verletzt wurde niemand. „Terroristen“ wollten die Lage mit den Anschlägen weiter destabilisieren, sagte ein Sprecher der örtlichen Sicherheitsbehörde.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Clinton nimmt Nominierung als Präsidentschaftskandidatin an

Jetzt ist es ganz offiziell: Hillary Clinton wird für die US-Demokraten in den Kampf ums Weiße Haus gehen. Erstmals hat eine Frau reelle Chancen, Präsidentin der …
Clinton nimmt Nominierung als Präsidentschaftskandidatin an

USA: Erdogans Armee-Umbau beeinträchtigt Kampf gegen den IS

Aspen (dpa) - Die Umwälzungen im türkischen Militär erschweren aus Sicht des US-Geheimdienstdirektors James Clapper den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat …
USA: Erdogans Armee-Umbau beeinträchtigt Kampf gegen den IS

"Tag der Stille" - Franziskus besucht KZ Auschwitz-Birkenau

Ein Tag des Leidens erwartet den Papst. Er wird in der Todeszelle des Franziskanermönchs Maximilian Kolbe im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau …
"Tag der Stille" - Franziskus besucht KZ Auschwitz-Birkenau

Opposition kritisiert Merkel: Fluchtursachen ausgeklammert

Die unter Druck geratene Kanzlerin kündigt nach den Anschlägen in Bayern Maßnahmen für mehr Sicherheit an. Die Opposition warnt vor einer Verengung des Blickes.
Opposition kritisiert Merkel: Fluchtursachen ausgeklammert

Kommentare