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2016 starben bereits 3165 Flüchtlinge im Mittelmeer.

Traurige Höchstzahl

Massengrab Mittelmeer: Mehr Flüchtlinge gestorben als 2015

Genf/Athen - Weniger Flüchtlinge, jedoch mehr Todesopfer: Das Mittelmeer bleibt eine schwierige und teils auch tödliche Barriere für Migranten.

Die Flucht über das Mittelmeer wird offenbar immer gefährlicher: 2016 sind dort nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits 3165 Menschen umgekommen. Das seien 509 Todesopfer mehr als in den ersten acht Monaten des Vorjahres, obwohl die Flüchtlingszahlen insgesamt gesunken seien, erklärte die Organisation am Dienstag in Genf. Die Behörden in Griechenland verzeichneten zugleich einen schlagartigen Anstieg der Flüchtlingszahlen innerhalb von 24 Stunden.

Laut IOM kamen auf den verschiedenen Mittelmeerrouten bis Ende August 2016 insgesamt 272 070 Flüchtlinge nach Europa. 2015 seien es im gleichen Zeitraum 354 618 gewesen. Im Vorjahr kamen die meisten Flüchtlinge vor allem von der Türkei aus nach Griechenland.

2016 waren es aufgrund des EU-Flüchtlingsdeals mit der Türkei auf dieser Route bislang weniger, während die Fluchtbewegung von Nordafrika aus nach Italien aber weiterhin stark ist. Laut IOM kamen bis zum 28. August 163 105 Flüchtlinge nach Griechenland (Vorjahreszeitraum: 234 357) und 106 461 nach Italien (116 147).

Plötzlich wieder mehr Flüchtlinge in Griechenland

Jedoch meldeten die griechischen Behörden am Dienstag einen plötzlichen starken Anstieg der Fluchtbewegung aus der Türkei. Seit dem Vortag hätten 462 Menschen von der türkischen Küste auf griechische Ägäis-Inseln übergesetzt, teilte der Stab für die Flüchtlingskrise in Athen mit.

Das sei die größte Zahl von Flüchtlingen und anderen Migranten, die seit Inkrafttreten des EU-Flüchtlingsabkommens mit der Türkei Anfang April an einem Tag registriert wurde. In den vergangenen sieben Tagen zuvor waren es durchschnittlich 74 Menschen gewesen.

Türken machen weiter Druck auf Europäer

„Wir beobachten das Phänomen und stehen in engem Kontakt mit den türkischen Behörden“, hieß es aus Kreisen des Stabes. „Hoffentlich hängt das mit dem guten Wetter zusammen und es ist kein Zeichen seitens der Türkei“, sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur.

Kurz zuvor hatte die Türkei erneut deutlich gemacht, dass die Umsetzung des Flüchtlingspaktes für sie mit der Aufhebung der Visumpflicht für Türken bei EU-Reisen verbunden ist. „Wir erwarten die Aufhebung der Visumpflicht bis spätestens Oktober 2016“, sagte der türkische Außenminister, Mevlüt Cavusoglu, der Athener Zeitung „Kathimerini“ (Dienstag). Die Türkei könne die illegale Migration in die EU nicht alleine stoppen, solange die EU ihre Verpflichtungen nicht erfülle.

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