Frauke Petry weiß, wie man medial Aufmerksamkeit generiert.
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Frauke Petry weiß, wie man medial Aufmerksamkeit generiert.

So will sich die Partei Gehör verschaffen

AfD-Medien-Strategie: Internes Petry-Schreiben aufgetaucht 

München - Die AfD haut in der Öffentlichkeit gerne drauf. Alles nur Kalkül, um sich medial Gehör zu verschaffen? Das soll nun aus einem internen Schreiben hervorgehen.

AfD-Vertreter und die Medien: Eine gute, innige Freundschaft wird es wohl nicht mehr werden. Trotzdem brauchen sich beide Seiten. Themen über die rechtspopulistische Partei werden überdurchschnittlich oft rezipiert, die AfD benötigt ein Sprachrohr um ihre Thesen unter das Volk zu bringen. Keine einfache Aufgabe.

Ein probates Mittel ist: provozieren, über das Ziel hinausschießen. Hauptsache Aufmerksamkeit. Dieses Mittel setzte schon Konrad Adenauer ein: "Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernstgenommen." Auch Stars und Sternchen wenden es an, um nicht in Vergessenheit zu geraten.

Diskrepanzen bei Informationsstand und öffentlicher Meinung

Die AfD geht wahrscheinlich ähnlich vor. Das Medienportal Kress.de zitiert aus einer internen E-Mail von Frauke Petry vom 7. März 2016 0:42 MEZ an "die lieben Mitglieder und Förderer". Die AfD-Chefin verweist in diesem Schreiben auf die häufigen Nachfragen bei Wahlkampfveranstaltungen, warum es "zwischen der veröffentlichten Meinung zur AfD und unserem Auftreten bei Vorträgen und an Informationsständen Diskrepanzen gebe und ob es nicht ohne verbale Provokation einfacher wäre beim Bürger anzukommen“.

Petry nehme diese Fragen sehr ernst und erklärt das Vorgehen der Partei wie folgt: "In einer auf Zuspitzungen und Verkürzungen angelegten Medienlandschaft gehen differenzierte und sachlich formulierte Aussagen leicht unter", soll sie in der E-Mail geschrieben haben. "Um sich medial Gehör zu verschaffen, sind daher pointierte, teilweise provokante Aussagen unerlässlich.“ Dadurch erlange die Partei die notwendige Aufmerksamkeit und könne im Anschluss sich selbst "sachkundig und ausführlich" darstellen.

Ist die AfD harmloser als ihre Aussagen?

Ist die AfD also harmloser als sie tut? Sind die teils stumpfen Parolen nur dazu da, um auf Wählerfang zu gehen und Aufmerksamkeit zu bekommen - also politisches Kalkül? Fakt ist: Bei den Kommunalwahlen in Hessen vor wenigen Tagen hat die erst 2013 gegründete Partei schon einen ersten großen Erfolg eingefahren. Auch bei den kommenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wird die AfD Umfragen zufolge in die Parlamente ziehen.

Ob Petry, Höcke und Gauland allerdings tatsächlich differenzierter sprechen, denken und handeln werden, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist nämlich auch: In Regierungskoalitionen vergessen so manche Parteien rasch ihr Wahlprogramm und ihre Versprechen aus dem Wahlkampf.

ms

Michael Sapper

Michael Sapper

E-Mail:michael.sapper@merkur.de

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