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AfD-Sprecherin Frauke Petry spricht am 30.01.2015 zur Eröffnung des 3. Bundesparteitages (30.01.-01.02.2015) der Alternative für Deutschland (AfD) in Bremen.

Aggressive Stimmung

AfD-Parteitag in Bremen: Schon der erste Ärger

Bremen  - Mit Kampfparolen und erbitterten Wortgefechten hat der Bundesparteitag der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) in Bremen begonnen.

„Ich finde das eine Schweinerei, dass man hier pfeift, während ich rede“, schimpft Markus Wegner. Nach einer Stunde Gezerre um die Tagesordnung, die schließlich doch unverändert angenommen wird, ist die Stimmung beim AfD-Parteitag in Bremen auf dem Siedepunkt angelangt. Die Parteimitglieder stöhnen, einzelne AfD-ler rufen laut „Aufhören!“.

Wegner war früher einmal Mitglied der CDU, dann Fraktionsvorsitzender der Statt-Partei in Hamburg, heute ist er der bekannteste Rebell der AfD. Als seine Anträge abgelehnt werden, beschließt er: „Ich trete am Montag aus dieser Partei aus.“ Doch der Partei-Nomade, der einige Dutzend Unzufriedene um sich geschart hat, ist beileibe nicht der Einzige, der an diesem Abend den lautstarken Unwillen anderer AfD-Anhänger auf sich zieht.

Als ein Parteitags-Teilnehmer den Vorschlag macht, Änderungsanträge zur Tagesordnung en bloc abzulehnen, schimpft ein bulliger Mann mittleren Alters: „Wir wollen eine demokratische Partei sein, da kann man nicht 45 Änderungsanträge in den Müll werfen.“ Auch der Ton des Präsidiums des Bundesparteitags ist gelegentlich schneidend. Ein Mitglied wird von den Leitern der Veranstaltung aufgefordert: „Sie sollen einen Geschäftsordnungsantrag stellen, keine Stories erzählen.“

Siegfried Gentele, der für die AfD im Thüringer Landtag sitzt, hält es irgendwann nicht mehr aus. Enttäuscht verlässt er den überfüllten Saal, in dem die Luft zum Schneiden dick ist. „Ich bin rausgegangen, weil es mir zu doof ist“, sagt er, „das ist ein Kindergarten“. Er sieht keinen Fortschritt im Vergleich zum chaotischen AfD-Parteitag vor zehn Monaten in Erfurt.

Mirko Welsch (37) aus Saarbrücken, ist gereizt. „Ich hoffe, dass wir die Satzung endlich verabschieden“, sagt er. Die Streitkultur seiner Partei vergleicht der Bundessprecher der Interessengemeinschaft der Homosexuellen in der AfD „mit dem Stadium, in dem die Grünen früher waren“. Der von vier Männern besetzte Info-Stand der homosexuellen AfD-Anhänger neben dem Eingang zum Parteitag weckt bei einigen Mitgliedern der rechtskonservativen Partei Neugier, zum Teil aber auch Unverständnis. „Was soll der Scheiß?“, fragt ein untersetzter älterer Mann.

Als nach dem ermüdenden Geschäftsordnungs-Gerangel schließlich ein Fachvortrag über den Kindermangel in Deutschland beginnt, muss Professor Herwig Birg von der Universität Bielefeld zusehen, wie sich einige Reihen in dem eng bestuhlten Saal leeren. Einigen AfD-lern erscheint die Aussicht auf ein kühles Bier jetzt verlockender als seine Präsentation trockener Daten. Andere wollen vielleicht ihre Kräfte schonen für die große Satzungsdebatte am Samstag.

dpa

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