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Der afrikanische Frauenarzt Denis Mukwege erhält den Sacharow-Preis des Europaparlaments.

Denis Mukwege ausgezeichnet

Afrikanischer Frauenarzt bekommt Sacharow-Preis 

Straßburg - Wer sich für Grundrechte und Freiheit einsetzt, lebt oft gefährlich. Die Liste der Kandidaten für den Sacharow-Preis des EU-Parlaments wird Jahr für Jahr länger. Die Auswahl fällt oft schwer.

Der afrikanische Frauenarzt Denis Mukwege erhält den Sacharow-Preis des Europaparlaments. Die Fraktionsvorsitzenden einigten sich einstimmig auf den Kongolesen, der sich auf die Behandlung von Vergewaltigungsopfern spezialisiert hat, wie der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), am Dienstag in Straßburg sagte. „Gewürdigt wird der Kampf Mukweges für den Schutz von Frauen“, sagte Schulz. Vergeben wird der mit 50 000 Euro dotierte Preis am 26. November.

Die proeuropäische Protestbewegung Euromaidan in der Ukraine, die ebenfalls im Gespräch für den Preis war, wurde besonders gewürdigt. Die Proteste auf dem Maidan-Platz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew begannen im November vergangenen Jahres. Es gab dabei viel Gewalt und zahlreiche Tote.

Die niederländische Frauenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali und die aserbaidschanische Menschenrechtlerin Leyla Yunus, die auch als aussichtsreich galten, gingen leer aus. Das EU-Parlament will nach Angaben von Schulz eine Delegation nach Aserbaidschan schicken, um die Sicherheit von Yunus zu überprüfen.

Der 59-jährige Gynäkologe Mukwege hat das Panzi Krankenhaus in Bukavu in der Demokratischen Republik Kongo gegründet. Er ist ein weltweit anerkannter Experte für die entsetzlichen inneren Verletzungen geworden, die Frauen und Mädchen durch Gruppenvergewaltigungen und gezielte Unterleibsverletzungen erleiden. Seit den 1990er Jahren hat Mukwege Tausende Frauen behandelt, manche von ihnen mehrmals.

Bis zu zehn Operationen schafft der Arzt in seinem oftmals 18-stündigen Arbeitstag. Vielfach müssen alle internen Organe der Frauen rekonstruiert werden. Fast ebenso wichtig wie die Operationen ist die soziale und moralische Unterstützung der Vergewaltigungsopfer im Bemühen, sie sozial wieder zu integrieren. Mukwege bildet auch Frauenärzte aus, denen er seine speziellen Techniken beibringt.

Im vergangenen Jahr ging der Preis an die heute 17-jährige Pakistanerin Malala Yousafzai, die in ihrer Heimat für ein Recht auf Schulbesuch und Freiheit kämpft und dafür kürzlich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

dpa

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