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Albrecht Glaser tritt für die AfD bei der Wahl des Bundespräsidenten an.

Albrecht Glaser geht ins Rennen

Wer ist der Mann, der für die AfD Bundespräsident werden will?

München - Seine Chancen sind minimal, doch allein dass die AfD einen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten hat, sorgt für Aufsehen: Albrecht Glaser will Nachfolger von Joachim Gauck werden. Wer ist er?

Update vom 20. Juli 2016: Nun gibt es einen weiteren Kandidaten für die Nachfolge von Joachim Gauck: Der Freien Wähler schicken Ex-TV-Richter Alexander Hold ins Rennen um das Amt des Bundespräsidenten.

Das Lob von Parteichefin Frauke Petry war groß: Albrecht Glaser sei ein "konservativer Intellektueller mit einem weiten Blick für alle Facetten des menschlichen Lebens", sagte Petry auf dem Parteitag der AfD am Samstag und kündigte ihn als Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten im kommenden Jahr an.

Dabei ist Glaser die zweite Wahl der Partei: Eigentlich sollte der deutlich bekanntere Parteivize Alexander Gauland zur Bundespräsidentenwahl antreten. Doch Gauland verzichtete. Er fühle sich zu alt, berichtete die "Welt".

Erst in der CDU, dann in der AfD

Nun ist der Kandidat gerade einmal ein Jahr jünger und kann auf eine lange kommunale Politik-Karriere zurückblicken. 1970 startete er sie in der CDU, 1995 avancierte er zum für Wirtschaft verantwortlichen Stadtrat von Frankfurt, später wurde er Stadtkämmerer.

In der Frankfurter Verwaltung ist man auf den Ex-Kämmerer allerdings nicht sonderlich gut zu sprechen. Im Jahr 2000 schaffte Glaser als Kämmerer für 100 Millionen Mark (heute rund 51 Millionen Euro) Wertpapierfonds an. Die rutschten tief in die roten Zahlen. Auch ein zweiter sogenannter Glaser-Fonds sorgte für riesige Verluste - geschätzt sind es laut "Frankfurter Neuer Presse" 80 Millionen Euro. Einen Teil der Verlust-Papiere hat die Stadt mittlerweile verkauft. Trotzdem tritt Glaser gern weiter als Finanzexperte auf und kritisiert beispielsweise die hohe Staatsverschuldung.

2012 trat Glaser aus der CDU aus und schloss sich der neu gegründeten AfD an. Am späteren Sturz des damaligen Partei-Chefs Bernd Lucke wirkte er im ultrakonservativen und rechtsnationalen Lager kräftig mit.

AfD verordnet sich ein Dagegen-Programm

Als möglicher Bundespräsident müsste Glaser dagegen eher integrieren. Doch auf dem Parteitag verordnete sich die AfD ein striktes Dagegen-Programm: Gegen den Euro, gegen den Rundfunkbeitrag,  gegen den Klimaschutz und vor allem gegen den Islam. So will die Partei den Bau von Minaretten verhindern sowie Juden und Muslimen das Schächten von Tieren untersagen. Prompt war der  Zentralrat der Juden der AfD vor, mit dem Programm den Boden des Grundgesetzes zu verlassen. Eben das Gesetz, auf das der Bundespräsident vereidigt wird.

Bei rund 30 AfD-Vertretern in der über 1200 Mitglieder zählenden Bundesversammlung sind die Chancen Glasers bei der Bundespräsidentenwahl am 12. Februar 2017 letztendlich überschaubar. Und so dürfte seine Aufstellung das Kandidat für die AfD vor allem einen Nutzen haben: eine größere PR.

mb/AFP

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