Althaus wird Magna-Lobbyist

Frankfurt/Main - Der frühere Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus wechselt in die Wirtschaft und wird Lobbyist beim Autozulieferer Magna International.

Der CDU-Politiker soll sich bereits ab Montag um die Kontakte zu öffentlichen Stellen in Deutschland und den wichtigen Magna-Kunden Volkswagen kümmern. In Hessen dauerte die Debatte um den neuen Opel-Cheflobbyisten Volker Hoff an, der im Gegensatz zu Althaus sein Landtagsmandat nicht niederlegen will. Magna-Chef Siegfried Wolf erklärte am Freitag, man brauche eine “Durchlässigkeit zwischen Wirtschaft und Politik“. Althaus wird im Magna-Büro am VW-Hauptsitz in Wolfsburg arbeiten, wie Magna-Sprecherin Edda Graf der Nachrichtenagentur DAPD sagte. Nach Auskunft des österreichisch-kanadischen Konzerns wird Althaus als Angestellter und nicht als selbstständiger Berater tätig sein.

“Mehr als ein Geschmäckle“

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Scharfe Kritik kam von der Linken. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Klaus Ernst sagte, der Wechsel habe “mehr als ein Geschmäckle“. Althaus hatte sich als Ministerpräsident für den Verkauf des Autobauers Opel an Magna eingesetzt. Der Thüringer Linkspartei-Chef Bodo Ramelow sagte der DAPD: “Es gehört sich nicht, dass ein ehemaliger Ministerpräsident ohne jede Karenz in eine Lobbytätigkeit wechselt. Die Menschen nennen das Lobbykratie.“ Althaus bezeichnete die Vorwürfe als “abstrus“. Er sagte dem “Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag-Ausgabe): “Magna möchte die Durchlässigkeit von Politik und Wirtschaft. Deswegen ist Magna auf mich zugegangen. Ich finde das eine ganz normale und richtige Entwicklung.“ Sein neuer Job lasse sich mit einer “aktiven Politik im Landtag nicht vereinbaren“, sagte Althaus der “Mitteldeutschen Zeitung“. Der CDU-Politiker will sein Landtagsmandat im April niederlegen.

Opel-Lobbyist will Mandat behalten

Althaus war bis zum vergangenen Jahr Ministerpräsident von Thüringen und kündigte nach starken Verlusten bei der Landtagswahl seinen Rücktritt an. Wenige Monate zuvor erlitt er bei einem Skiunfall in Österreich schwere Kopfverletzungen. Bei dem Zusammenprall wurde eine Skifahrerin getötet. Im Konflikt um den künftigen Opel-Lobbyisten Volker Hoff (CDU) forderte die hessische Opposition ein Eingreifen von Ministerpräsident Roland Koch (CDU). Grüne und SPD verwiesen auf die Entscheidung von Althaus zum Mandatsverzicht. “Jetzt muss Ministerpräsident Roland Koch seinem alten Freund Volker Hoff klarmachen, dass auch er sich entscheiden muss“, sagte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Mathias Wagner: “Entweder Lobbyist oder Volksvertreter“.

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Hoff erklärte dagegen, er werde dem Beispiel von Althaus nicht folgen. “Althaus ist Althaus, und Hoff ist Hoff“, sagte der frühere hessische Europaminister der “Frankfurter Rundschau“ (Samstagsausgabe). Er bekomme viele Schreiben von Menschen, die ihn bitten würden, im Landtag zu bleiben. Er sehe weiterhin keinen Interessenkonflikt, wenn er zusätzlich für Opel arbeite.

DAPD

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