Helmut Schmidt
+
Altkanzler Helmut Schmidt wurde am Mittwoch operiert.

Gefäßverschluss im rechten Bein

"Erfolgreicher Eingriff" - Schmidt kann Klinik bald verlassen

Hamburg - Altbundeskanzler Helmut Schmidt ist wegen eines Blutgerinnsels erfolgreich am Bein operiert worden und kann voraussichtlich schon zum Wochenende das Krankenhaus wieder verlassen.

Update vom 10. November 2015: Helmut Schmidt ist tot. Der Altkanzler starb am 10. November 2015 im Alter von 96 Jahren. Helmut Schmidts Zustand hatte sich in den letzten Tagen dramatisch verschlechtert.

Altbundeskanzler Helmut Schmidt ist wegen eines Blutgerinnsels erfolgreich am Bein operiert worden und kann voraussichtlich schon zum Wochenende das Krankenhaus wieder verlassen. Das teilte die Asklepios-Klinik in Hamburg-St. Georg am Mittwochabend mit. Der Gefäßverschluss am rechten Oberschenkel sei mit einem Katheter-Eingriff beseitigt worden, sagte Professor Karl-Heinz Kuck. Der 96-Jährige war am Dienstagmorgen auf die Intensivstation gebracht worden.

Es habe sich nicht um eine Operation im klassischen Sinne gehandelt, erklärte Kuck. Für den kleinen Eingriff in die Arterie sei keine Vollnarkose nötig gewesen. Es seien lediglich Medikamente gegeben worden, die einen tiefen Schlaf ausgelöst hätten. Eine Viertelstunde nach dem Eingriff war der Altkanzler demnach bereits wieder ansprechbar. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagte Kuck. Schmidts Arzt, Heiner Greten, pflichtete ihm bei: „Ihm geht es insgesamt gut.“

Der Patient müsse nun weiter Medikamente zur Blutverdünnung nehmen. Wenn die Heilung weiter gut verlaufe, könne Schmidt in zwei Tagen die Intensivstation wieder verlassen. „Üblicherweise wissen wir, dass seine Lust, in der Klinik zu verweilen, relativ begrenzt ist. Er wird den großen Drang verspüren, aus verschiedenen Gründen (...) sein Zuhause möglichst schnell wieder aufzusuchen“, sagte Kuck.

Eine erste medikamentöse Behandlung am Dienstag hatte nicht den gewünschten Erfolg gebracht, sagte die Chefärztin der Angiologie, Sigrid Nikol.

Greten sagte, Schmidt sei dennoch guter Dinge gewesen und habe am Morgen sogar mit ihm gescherzt. Allerdings muss dem starken Raucher bei einer Klinikregel wohl das Lachen vergangen sein: „Es wird nicht geraucht auf der Intensivstation“, betonte Greten.

Auf die Frage, ob er seinem 96 Jahre alten Patienten nun geraten habe, seine Lebensweise zu ändern, sagte der „Leibarzt“: „Das wird er nicht tun. (...) Warum sollte er das tun?“ Zum allgemeinen Gesundheitszustand des SPD-Politikers und Mitherausgebers der „Zeit“ erklärte Greten: „Es geht ihm gut.“ Er habe Einschränkungen, und er habe viele Krankheiten durchgemacht. „Die hat er alle mannhaft überstanden“, lobte Greten, der den Altkanzler seit mehr als 30 Jahren behandelt.

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brexit-News: Schäuble findet Votum zum Weinen

London - Nach dem Brexit herrscht weiterhin Ratlosigkeit und Aufregung. Welche Folgen hat der Ausstieg Großbritanniens? Wie reagieren Deutschland und die EU? Und kann …
Brexit-News: Schäuble findet Votum zum Weinen

Nach Brexit-Votum: EU-Trio drängt zu raschen Austrittsverhandlungen

London/Berlin - Nach dem Brexit-Votum der Briten üben drei große EU-Staaten den Schulterschluss: Deutschland, Frankreich und Italien wollen schnell zu Verhandlungen über …
Nach Brexit-Votum: EU-Trio drängt zu raschen Austrittsverhandlungen

Zwischen Bremse und Beschleunigung - Die Nöte von Merkels Koalition

Berlin -  Das Brexit-Votum der Briten wirbelt auch die deutsche Politik durcheinander. Ein Risiko für den Wahlkampf in Deutschland. Die SPD wittert aber ein Chance, die …
Zwischen Bremse und Beschleunigung - Die Nöte von Merkels Koalition

CSU: Angela Merkel ist doch die Richtige

München – Nach dem Streit um die Flüchtlingspolitik bemüht sich CSU-Chef Horst Seehofer nun wieder, seine Partei für Angela Merkel (CDU) zu begeistern. Der …
CSU: Angela Merkel ist doch die Richtige

Kommentare